Vom One Night Stand entführt
von
Ramsis Awad
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Vom One Night Stand entführt
Ein gemütlicher Arbeitstag ging rum. Ich fuhr schnell nach Hause, um mich zurecht zu machen. War doch bald das erste Date. Welcher Mann kennt es nicht: sich am Wochenende ein nettes
Mädchen suchen, um mit ihr die Nacht zu verbringen. Auch ich hatte mal wieder diesen Gedanken, (oder Plan). Wie es der Zufall wollte, traf ich auch ein (nettes) hübsches Mädel. Ok, ich hab das Date vorher im Netz klar gemacht. Wie? MeinVZ App: „ Du bist mir sympathisch“. Nicht gerade elegant aber wirkungsvoll !
Frisch geduscht und rasiert traf ich mich mit ihr auf dem Hauptbahnhof , Name? Egal, zu kompliziert! Kommt auch nicht sonderlich gut an, dreimal zu fragen, wie sie heißt. Da tut es ein DU ja auch!
Ich habe sie gleich erkannt. Sie war überraschend klein und pummelig. Da schoss es mir wie ein Blitz durch den Kopf: Als Gestaltungstechnische Assistentin war sie natürlich begabt darin, Fotos zu bearbeiten. Es hätte mir wohl vorher klar sein können, dass sie auch ihre eigenen Fotos perfekt retuschieren kann . Sie war aber nicht hässlich. Sie hatte ein schönes Gesicht und eine tolle Stimme. Nach kurzem Smalltalk sind wir in eine Bar ihrer Wahl gegangen, sie meinte, sie war schon häufiger dort, Auf dem Weg erzählte sie frei weg. Sie erzählte den kleinsten Mist und die traurigsten Dramen aus ihren Leben. Ich war daher schon ziemlich früh sehr überrascht von ihrer sagen wir „Offenheit“, war ich doch eigentlich noch ein Fremder für sie.
Angekommen in der Bar bestellten wir uns Cocktails, wir quatschten ausgelassen über alles was uns einfiel. Sie war erstaunlich freundlich und kommunikativ. Ich erlebe es selten, dass Menschen auf das Gehörte eingehen und darauf reagieren, ist es doch meist so, dass man sich die Passagen aus einem Gespräch nimmt die für einen selbst interessant erscheinen, ohne darauf zu achten, was der Gesprächspartner für wichtig hält.
Plötzlich wurde mein Redefluss von einen quängelnden quickenden Laut, wie man ihn eigentlich nur von kleinen aufgeregten Ferkeln kennt, unterbrochen.
Sie teilte mir mit, dass rechts und links von uns ihre Ex Freunde sitzen.
Als ich dachte, dass sich diese Situation nicht toppen lässt, erzählte sie mir doch tatsächlich in einer Gelassenheit, dass der linke Schnösel, dem der Porsche Schlüssel aus der Hosentasche blitzte, gleichzeitig ihr Chef ist.
Pathologen würden mein Gesichtsausdruck wohl mit einer Leichenstarre vergleichen.
Um dieses Spektakel kurz zusammenzufassen: Diese Frau, die die erste Gelegenheit nimmt mir alles Traurige aus ihrem Leben zu erzählen. Die Frau, die nicht wirklich so toll aussieht, wie auf dem Foto, schleppt mich in eine Bar, in welcher links und rechts von uns Ihre Ex Freunde sitzen.
Schnell überwand ich meinen Schock und hielt mir mein Ziel klar vor Augen, auch wenn mir mittlerweile klar war, dass die Frau neben mir schon lange kein Hauptgewinn mehr war.
Schnell machte ich den Vorschlag die Cocktails auszutrinken und fragte sie, was sie jetzt von Kino hielt. Kinos haben wohl zwei entscheidende Vorteile: Erstens sie hört im besten Fall auf zu reden und zweitens es ist dunkel. Welche Überraschung, sie stimmte zu.
Angekommen und hingesetzt hielt sie auch pünktlich zum Werbebeginn ihre klappe. In diesem dunklen ruhigen Kino momenten, nutzte ich die Chance, nahm ihre Hand und zog sie sanft aber bestimmend näher heran.Sie machte kein Anzeichen von Schüchternheit oder Zurückhaltung, was ich zur Abwechslung als sehr wohltuend empfand. Diese Wohltat verflog schnell, denn mittlerweile bereute ich die Filmauswahl. Ein japanischer 3-D Horrorfilm mit Japanischen Kindern. An dieser Stelle sollte ich wohl erwähnen, dass ich seit dem Film „The Grudge“ extreme Angst vor japanischen Kindern habe. Dass der Film ausschließlich von Japanischen Kindern handelte hatte zur Folge, dass ich alle fünf Minuten zusammenzuckte und meine Hände während des Filmes zu einem puren Wasserfall wurden.
Ok, ich gebe zu, es ist nicht gerade Das Mittel, mit dem ich sonst Frauen verführe aber sie hat es Gott sei dank wortlos hingenommen.
Nach dem Film war ich von dem Abend so ziemlich bedient, ich wollte nach Hause. Normalerweise gebe ich nicht mal annähernd so schnell auf aber bei den ausdruckslosen japanischen Kindern in meinen Kopf hörte einfach jeder Spaß auf.
Auf dem Parkplatz angekommen, war auch die letzte Spur von Ruhe verschwunden. Es war bitterlich kalt und ich hoffte nur, dass meine immer noch nasse Hand nicht in der Luft gefrieren würde.
Ich war gerade dabei mir meine abschließenden Worte zurechtzulegen, worauf sie fragte, warum wir uns nicht in mein Auto setzen und uns etwas unterhielten.
Hey, hier würde wohl auch der größte Schwachkopf schalten, dass da doch noch etwas zu erreichen wäre.
So setzten wir uns in mein Auto und unterhielten uns ein wenig über die Alltagssachen die wohl jeder durchmachte. Grundlegend sollte ich wohl erwähnen, dass sie es war die erzählte und ich nicht mehr wirklich Gelegenheit hatte etwas zu sagen. Nach 30 Minuten bemerkte ich, dass es bei solchen Frauen unmöglich ist den ganzen Abend zuzuhören und danach noch zu wissen, um was es geht. (Außerdem schmerzte mein Nacken vom vielen Nicken). Daher dachte ich mir einfach, wenn ich sie jetzt küsse, küsst sie mich zurück oder geht.
In jedem Fall wäre das anscheinend endlose Gespräch zum Glück beendet.
Also Zog ich sie so unsanft wie möglich zu mir und küsste sie so lustvoll wie ich es nach diesen Abend mit Ex freunden, traurigen Geschichten und japanischen Kindern schaffte.
Um ehrlich zu sein, war ich nicht überrascht, dass sie mich auch küsste, aber dennoch war es ein schönes Erfolgsgefühl. Einmal im Lauf, ging es dann auch weiter und wir zogen uns aus. Sie kletterte auf mich und knöpfte langsam aber geübt mein Hemd auf . So saß ich nun da, die verrückte Fremde auf mir und ich hatte lediglich nur noch meine Hose und ein Unterhemd an, Sie hingegen war bis auf den Slip (fast) nackt.
Was sollte jetzt also noch schief gehen?
Plötzlich machte sie wieder diesen quängelnden quiekenden Ferkel laut, immer noch etwas von den japanischen Kindern angespannt zuckte ich dabei zusammen und fragte aufgeregt, was in sie gefahren ist?
Sie erklärte mir, dass sie sich vorgenommen hat beim ersten Date kein Sex mehr zu haben.
Meine Gedanken überschlugen sich, kann mir denn bitte jemand erklären wieso sie mir so etwas sagt und wieso sie sich das gerade bei mir vornimmt? Sie hätte sicherlich nach mir gemerkt, dass es besser wäre aber wieso jetzt? Sie hätte ja wohl nicht wirklich noch mehr versauen können. Wieder etwas beruhigt wusste ich wie ich mit dieser Situation umzugehen habe, ich sagte zu ihr:
„DU es ist vollkommen in Ordnung, wenn du nicht gleich mit mir schlafen willst, immerhin kennen wir uns ja kaum. Jedoch finde ich, man sollte so etwas entscheiden, wie man sich fühlt und wie man Lust hat. Man sollte den richtigen Zeitpunkt nicht nach der Anzahl der Dates messen sondern nach den Gefühl, dass einem sagt, es ist der
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