Vom Sinn des Lebens
von
Kyo
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Vom Sinn des Lebens
Früher, da hatte ich Träume!
Ich wollte etwas bewirken, berühmt werden, helfen, eine Familie gründen und glücklich leben.
Und jetzt genieße ich nur noch die Aussicht. Erreicht hab ich nichts von alle dem. Nicht das ich nicht geliebt hätte, sehr sogar. Doch sollte es wohl nie sein. Hatte ich so oft versucht zu anderen zu finden, konnte ich letztlich nicht mal zu mir selbst finden.
Es geht ein leichter, warmer Wind und der süßliche Geruch von Blumen liegt in der Luft.
Freunde kommen und gehen. Manchmal ist es schwer sie zu halten. Man verliert sich einfach. Und oft vergisst man sie. Bis zu diesem Moment, in dem man kurz an sie denkt und sich fragt, was sie wohl gerade machen. Man erinnert sich an die schöne Zeit zusammen. Aber das ist nur ein kurzer Moment.
Die Aussicht ist fesselnd, doch schließe ich die Augen.
Es ist erstaunlich, auf welche Weise einem die Augen geöffnet werden können, wenn man sie nur schließt. Wir sind so sehr auf das visuelle fixiert, dass wir so vieles, was man nicht mit den Augen sehen kann, gar nicht wahrnehmen. Und selbst jene unter uns, welche nur mit den Augen sehen, sehen oft nur was sie sehen wollen.
Ich öffne die Augen und mache einen Schritt nach vorne, schaue in den Abgrund hinab.
Wie sehr einem die Weite erdrücken kann, wenn man nicht gerade aus schaut, sondern nach unten. Plötzlich ist es nicht mehr die Aussicht, die einen beflügelt, sondern der Abgrund, der einem Angst macht. Ist man doch von beidem gleich weit entfernt, ist es nur der Abgrund, der in greifbare Nähe zu rücken scheint. Aber ich wollte es so!
Ich schließe abermals die Augen und lasse mich nach vorne fallen. Der Wind rauscht mir um die Ohren und ich breite die Arme aus.
Eigentlich - Ich öffne die Augen - Eigentlich, hatte ich ein schönes Leben!
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