Von der Überzeugung
von
Klaus Zankl
* Als ich noch jung war, hatte ich wie jedermann Überzeugungen, seien es
gute oder schlechte gewesen. Waren es nicht die einen, so waren es andere.
Aber im Laufe der Jahre hat sich bei mir gezeigt, daß jede Überzeugung nur
so lange Bestand hatte, wie sie nicht durch neue Erfahrungen oder Einsichten
ersetzt und abgelöst wurde. Aus diesem Grunde fällt es mir heute recht
schwer, überhaupt eine Idee oder einen Gedanken, sei er eigens oder fremd,
als revolutionär, genial oder als Maßstab für die Welt zu erachten. Das
Moment der Täuschung des unvollkommenen Menschen wird auf lange Zeit gesehen
deutlich erkennbar. Es kann daher für uns im Denken und Handeln keine
Sicherheit geben, selbst wenn wir tausend Jahre leben sollten. *
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