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Kategorien > Fantasy > Angefangene Geschichte

Vorläufiger Titel: Die Elite (Fortsetzungsgeschich

von Prudaluda

1

Das Einzige, was Madeleine hören konnte, war das Geräusch ihrer und Gabriels Schritte, die von den kalten steinernen Wänden widerhallten. Sie spürte wie ihre Hände feucht wurden und wischte sie an der Seide des magentafarbenen Gewandes, das ihr die Zofen soeben im Umkleidezimmer angelegt hatten, ab. Es war ihr sehr unangenehm gewesen, wie sie da an ihr herum gezupft und zurechtgerückt hatten, und fast nackt hatten sie sie auch noch gesehen.
Aber der schwierigste Moment stand ihr noch bevor, das wusste sie.
Der Korridor kam ihr endlos lang vor, die Tür am anderen Ende unerreichbar. Mit jedem Schritt schlug Madeleines Herz schneller und schneller.
»Bist du nervös, kleine Madeleine?«, fragte Gabriel ohne sich zu bemühen, sein vergnügtes Grinsen zu unterdrücken.
»Ein wenig, ja.«
»Keine Sorge, sie sind alle ganz reizend. Ich bin mir sicher, sie werden dich lieben, so süß wie du bist!«
Madeleine hatte schon früh bemerkt, dass Gabriel ein gewöhnungsbedürftiger Geselle war. Geradeheraus schien er auszusprechen was auch immer ihm in den Sinn kam, unverblümt und unzensiert, obgleich es für sein Gegenüber unangenehm werden könnte, ihm schien es nie etwas auszumachen.
»Meint Ihr wirklich?«, fragte sie unsicher.
»Oh, bitte sag du zu mir, kleine, niedliche Madeleine!«, jauchzte Gabriel vor lauter Verzückung.
Madeleine mochte Gabriel. Er war so ehrlich und begeisterungsfähig. Und immer optimistisch.
»Sie werden mindestens so entzückt von dir sein wie ich! Außer vielleicht Laetitia. Sie wird so schrecklich schnell eifersüchtig und kann weder Kritik noch Konkurrenz vertragen!«
Madeleine erschien der Gedanke, dass jemand wie sie für eine erhabene und unerreichte Elitekämpferin in irgendeiner Form eine Konkurrenz darstellen könnte, mehr als absurd.
»So, da wären wir. Hach, ist das aufregend!«, rief Gabriel aus.
In diesem Teil des Korridors herrschte völlige Finsternis, weil hier keine Fackeln mehr brannten. Einerseits war Madeleine froh darüber, denn so konnte Gabriel nicht sehen, wie sich vor steigernder Nervosität Schweißperlen auf ihrer Stirn bildeten, wie ihre Hände sich ineinander verkrampften und wie die Röte auf ihren Wangen immer intensiver wurde.
Andererseits machte die Dunkelheit sie nur noch nervöser, da sie das Gefühl, nun ins Ungewisse treten zu müssen, nur noch verstärkte.
»Sei willkommen im Hauptsitz der königlichen Elite«, sagte Gabriel feierlich und öffnete langsam die massive, mit Eisen beschlagene Flügeltür.
Gabriel legte eine Hand auf Madeleines Schulter und führte sie hinein. Sie hielt die Luft an und erwartete, sogleich in einen von hellem Licht durchfluteten Raum zu treten, mit prächtigen Kronleuchtern und einer noch prächtigeren Möblierung, ein Gemach mit einer Ausstattung und Ausstrahlung, wie sie es sich in ihren kühnsten Träumen nicht hätte vorzustellen gewagt.
Doch stattdessen…

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