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Kategorien > Traumzeit > Traumreisen

Waldtochter

von Anariel, die Nomadin

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Waldtochter


Ich bin mir noch nicht mal sicher ob es wirklich ein Traum war.

Den Anfang weiß ich nicht mehr so genau.....

Nun auf jedem Fall stehe ich einer Frau gegenüber. Langes braunes Haar, Grüne Augen..... Sie sieht jung aus, aber ich weis sie ist uralt.
Ihr Haar trägt sie offen und um die Stirn einen Metallreif. Ganz schmal und sehr filigran sieht er aus und in der Mitte, da wo das dritte Auge liegt ist eine Verzierung, die aussieht wie ein Tropften und in der Mitte dieser ist ein tropfenförmiger Opal eingelassen.
Ihre Kleidung ist einfach und in Braun und Grüntönen.

Neben mir steht mein “Mitbewerber”. Ein junger Mann.... Helle Augen, Glatze. Ich empfinde ihn als unangenehm.
Auch wir beide tragen schlichte und einfache Kleidung, Hose und ärmelloses Hemd in braun.
Wir wollen beide von dieser Frau lernen, aber sie wird nur einen von uns beiden lehren.

Daher müssen wir drei Aufgaben erfüllen.

Die erste besteht darin eine ganz bestimmte Wurzel zu finden, sie richtig zu schneiden und zu der Frau zu bringen.
Ich weiß auf anhieb wo die Wurzel zu finden ist und wie man sie schneidet und laufe los.

Als ich zurückkomme ist auch mein Mitbewerber wieder da.
Ich kann erkennen, das seine Wurzel die falsche ist..... Doch als wir die Wurzeln vor der Frau niederlegen tut er das so ungestüm, so das alles durcheinander gerät und nicht mehr ersichtlich ist, wer welche gebracht hat.

Die Frau lächelt nur und schickt uns zur nächsten Aufgabe.

Diesmal sollen wir verschiedene Kräuter und Dinge sammeln und die Nacht draußen unter freiem Himmel verbringen. Wir sollen barfuss gehen.
Wir gehen in verschiedene Richtungen los.

Ich empfinde auch diese Aufgabe als leicht und sehr angenehm. Bald habe ich fast alles zusammen... ich brauche nur noch die Blätter einer Pflanze, die am Waldrand wächst und die Beeren eines bestimmen Busches, der ganz oben auf einem Berg wächst.
Ich mache mich zuerst auf in Richtung Waldrand, ich kenne eine kleine Lichtung, wo genug dieser Pflanzen wachsen. Schnell habe ich eine angemessene Menge gesammelt. Doch als ich mich aufrichte entdecke ich meinen Mitbewerber. ER liegt faul unter einem Baum, trägt Schuhe und wirft einem Jungen einige Münzen zu. Der Junge hatte ihm einen Sack gebracht und ohne es zu sehen weiß ich, das darin alle Dinge, die wir sammeln sollten enthalten sind.
Ich denke:” Er betrügt also wirklich.”
Er hat mich nicht bemerkt und so ziehe ich mich vorsichtig und schnell in den Wald zurück.
Dort erinnere ich mich daran, das er die Wurzeln durcheinander gebracht hat und komme zu dem Schluss, das es sinnvoll wäre nochmals ein Stück dieser Wurzel zu holen. Dies tue ich. Danach laufe ich zu dem Berg. Da es langsam dunkel wird muss ich mich beeilen und beginne flott mit dem Aufstieg.
Dies ist nun doch schon etwas anstrengend, aber ich schaffe es.
Oben angekommen genieße ich die Aussicht und entdecke auch gleich den Busch.
Nun hab ich alles.
Ich entschließe mich, die Nacht auf diesem Berg zu verbringen, dort gibt es sogar eine kleine Feuerstelle in der ich Feuer machen kann.
Bedächtig sammle ich trockenes Holz und entzünde mein kleines Feuerchen..... Die Nacht kommt.
Es ist wunderschön.... Die Dunkelheit, die Stille, der Sternenhimmel, das leise knacken meines Feuerchens...
Wie mir aufgetragen wache ich die ganze Nacht hindurch.
Als das erste Morgengrau kommt lösche ich gewissenhaft die letzte Glut meines Feuers und mache mich auf den Rückweg.
Als ich dort ankomme bin ich sogar die erste.
Die Frau wartet bereits. Sie sitzt wie schon am Abend zuvor vor ihrer Hütte.
Ich gehe hin und kniete mich vor ihr hin. Dann breite ich meine gesammelten Schätze aus und zeige ihr auch das Wurzelstück. Sie nickt leicht und gibt mir ein Messer damit ich die Wurzel schäle.
Während ich das tue kommt auch mein Mitbewerber.
Wie auch ich breitet er seine dinge aus. Die Frau hält ihm nun eine Holzbrett hin, auf der die Wurzeln liegen, die wir am Tag zuvor gesammelt haben. Doch sie hat sie geschält und nun ist wirklich nicht mehr zu erkennen, welche der Wurzelstücke wer gesammelt hat.
Er braucht lange um sich für eine zu entscheiden. Doch schließlich nimmt er eine.
Ich bin mittlerweile fertig.
Nun bedeutet sie uns unsere dritte Aufgabe zu erfüllen, das brauen.
Sie gibt uns beiden einen Kessel und wir vermengen unsere Zutaten mit Wasser zu einem Trank, der dann noch kochen muss und stetig gerührt werden soll.
Gewissenhaft verrichte ich diese Tätigkeit und heraus kommt eine klare Flüssigkeit mit einer leuchtendroten Farbe und einem angenehmen Geruch.
Das Getränk des anderen allerdings ist trübe geblieben und hat eine schlammigbraune Farbe bekommen. Es riecht auch nicht gerade gut.

Nun kommt der Moment der Wahrheit, wir sollen davon trinken.
Dafür reicht uns die Frau jeweils eine Tonschale.
Darauf vertrauend, das ich alles richtig gemacht habe, tauche ich meine Schale ein.
Ich blicke tief hinein und die Flüssigkeit bekommt einen sanften goldsilbrigen Schimmer.
Erst dann trinke ich es in einem Zug aus. Es schmeckt angenehm süß/sauer und erfrischend.

Der andere hat mehr Probleme, er wartet lange bevor er an seinem Trank nippt und verzieht sofort das Gesicht.
Ich weiß seines schmeckt bitter .
Er wirft die Schale hin und läuft wütend davon.
Die Frau hält nun einen Metallreifen in den Händen, der ihrem gleicht, nur das der Stein in der Mitte ein Tigerauge ist.
Sie reicht ihn mir lächelnd und sagt dabei: “Dich werde ich lehren, Tochter des Waldes.”

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