Warum der Hund Männchen macht
von
Klaus Zankl
* Alle Säuge - und Wirbeltiere sind sehr gelehrig und intelligent. Sie
verfügen wie wir über ein ausgeprägtes Bewußtsein, nur daß sie es nicht
sagen können. Nehmen wir beispielsweise den Hund oder die Katze. Der Hund
erkennt sehr frühzeitig den Zusammenhang zwischen Männchenmachen und
Leberwurst. Die Katze bemerkt sehr bald, daß Scheißen auf dem Katzenklo und
nicht auf dem Teppich zusätzliche Streicheleinheiten nach sich ziehen. Je
größer die Belohnung und somit das Motiv ist, desto größer sind die
Lernerfolge; ja Vierbeiner werden regelrecht zu Rettungshunden ausgebildet,
und suchen mit großem Erfolg nach Verunglückten. Katzen werden mit großem
Erfolg dressiert und springen im Zirkus von Hocker zu Hocker, über den
Dompteur hinweg und anschließend durch einen Ring aus Feuer.
Ändern sich allerdings die Gegebenheiten und Umstände, so erkennt man die
Grenzen des unmittelbaren Intellektes, das heißt der Hund sucht ohne Erfolg
beim Nachbarn nach Verletzten, die Katze scheißt in den Kaninchenstall der
Schwiegermutter und der Papagei krächzt ohne Sinn und Verstand „Papa hat ‘ne
Freundin", was ihm die Kinder beigebracht haben und Mama nun zufällig hört.
Ebenso ist es beim Menschen. Ist das Motiv ein hohes, so sind die
Lernerfolge in aller Regel entsprechend. Ist es das Diplom, das lockt, so
wird es erreicht werden. Ist es die Promotion, die lockt, so wird auch sie
erreicht werden. Habilitation? Kein Problem, ein gewisses Talent natürlich
immer vorausgesetzt. In den verschiedensten Situationen des Lebens aber
scheitern vor allem Lehrer, Ärzte, Juristen, Polizisten und Psychologen.
Lehrer erweisen sich als nicht subjektiv denkend, was aber dem Verständnis
des Schülers dienlich wäre, Ärzte stellen vor allem bei angeborenen und
nicht gleich sichtbaren Veränderungen der Organe die Diagnose des
Simulantentums, Juristen verhängen keine harten Strafen gegen gefährliche
Gewaltverbrecher, Polizisten schlagen unbescholtene Ausländer und
Psychologen destruktivisieren den Patienten, weil dieser eine andere Meinung
hat. Unter diesen Umständen der Praxis, die durchaus von dem Gelernten
abweichen kann, versagen sie fast alle. Es ist nichts Neues: was der Bauer
nicht kennt, frißt er nicht. *
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