Was die Zukunft bringt
von
Q.
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Was die Zukunft bringt...
Michelle drückte die Klinke herunter und huschte durch den kalten Flur. Sie klopfte an der Tür und trat ein. „Julien?“
Dieser saß mit angezogenen Beinen auf dem Fensterbrett, in der Linken einen Bleistift und einen Block auf den Knien. Er blickte auf und erhob sich mit einer fließenden Bewegung. Er war barfuß und sein Pony verdeckte, wie immer, das linke Auge. Er ging auf Michelle zu und küßte sie auf die linke Wange. „Na, gut geschlafen?“
„Ja.“ Ihre Stimme war tonlos. Sie wand sich zu den Kleidern um, die an der Wand entlang auf gereiht waren. Eine einzige Steckpuppe war unbestückt. „Du bist fast fertig.“
Julien nickte, doch sie konnte in seinem Auge sehen, dass er sie bereits durchschaut hatte.
Michelle strich über den Stoff eines Kleides, dann blickte sie auf die Fotos und Skizzen hinter dem Kleid.
„Die Nazca-Linien?“
„Ja. Ein Kleid für jede große Linie. Sieben Linien, sieben Kleider.“
Michelle blickte zu der noch leeren Puppe.
„Der Kondor fehlt noch. Michelle?“
Michelle ignorierte ihn und deutete auf das Kleid vor ihr. „Welche stellt das hier dar?“
„Das ist Aslla Piscu. Der Kolibri. Michelle?“ Julien blickte ihr in die Augen. „Was ist los?“
„Nichts.“ ,log sie. Durch Juliens Haare konnte sie sein graues Auge schimmern sehen. Es hatte keinen Sinn etwas vor ihm zu verbergen. Er kannte sie zu Gut.
„Das glaube ich nicht. Ich sehe doch, das etwas nicht stimmt.“ Julien legte seinen Arm um ihre Taille.
Michelle blickte ihm ins Gesicht. Sein grünes Auge hatte in diesem Licht einen Silberstich.
Julien stich ihr eine Sträne aus dem Gesicht. Er war so anders als Jack. Viel liebevoller und zärtlicher.
„Hat es was mit deinem Schatz zu tun?“
Michelle antwortete nicht. Es war still, allein die Geräusche des erwachenden Münchens waren und ihr beider Herzschlag war zu hören.
„Ja.“, sagte sie schließlich. Eine einsame Träne lief über ihr Gesicht. Michelle spürte wie Juliens Hand die Träne wegwischte.
„Was ist passiert? was hat er dir getan?“ Julien zo sie sanft in Richtung Fenster.
Michelle stüzte sich auf das Fernster brett und blickte hinaus. Die Staßen füllten sich und der Wind zerrte die letzten Blätter von den Bäumen. Der Winter war auf dem Vormarsch.
„Nichts.“
„Michelle. Ich kenne sich nun schon seit vier Jahren. Ich weiß, das etwas nicht stimmt. Du musst es mir nicht sagen, aber es wäre vielleicht hilfreich, wenn ich dir helfen will.“
„Vielleicht will ich deine Hilfe nicht, Julien.“
„Michelle. Das hatten wir schon so oft. Denkst du wirklich ich würde dir das glauben. Ich weiß das du Stärke zeigen willst, dass du nicht willst das dir andere helfen, aber wieso willst du es dir so schwer machen?“
„Und wieso denkst du das du mir helfen könntest?“
„Ich weiß nicht ob ich dir helfen kann, aber einen Versuch wäre es wert. Findest du nicht?“ Julien legte den Kopf schief.
Michelle presste die Lippen zusammen.
„Oder hast du etwa Angst ich könnte dich manipulieren?“ Juliens Mund verzog sich zu einem Lächeln. „Oder deinen Beziehung.“
„Glaubst du wirklich das das bei mir funktioniert?“
„Weiß ich nicht, aber wieso sollte ich so was machen? Beziehungen manipuliern, Menschen manipulieren, als ob ich nichts anderes zu tun hätte.“ Er schüttelte den Kopf.
„Von dir kann man alles erwarten.“ Michelle senkte den Blick.
„Auch das ich dir helfen könnte?“
„Vermutlich schon.“
„Also soll ich dir nun helfen oder nicht. Du hast ja schließlich selbst eingesehen.“
Er hatte es schon wieder getan, es hatte keine Sinn gegen ihn anzukämpfen. Julien fand immer überzeugende Worte.
Es war leichter aufzugeben.
„Julien.“
„Ja?“, er blicke zu ihr.
„Glaubst du das Jack der Richtige ist?“
„In wiefern?“
„Glaubst du das er der Richtige für mich ist? Der mit dem ich mein Leben verbringen will?“
„Denkst du jetzt schon an heiraten?“
„Du spinnst doch.“
„Es gibt viele Mädchen die mit achtzehn heiraten. Also wenn nicht heiraten was dann?“
„Soll ich ihn heiraten?“
„Das kann ich dir nicht sagen, viele Frauen sind durch ein Hochzeit glücklich geworden, viele haben nicht geheiraten und es war nicht zu ihrem Schaden. Sieh dir Gabrielle Chanel an, ich glaube kaum das sie unglücklich gestorben ist.“
„So und wohin würdest du mich stecken zu Coco oder zu den anderen?“
„Ich stecke Menschen nicht in Schubladen. Das solltest du wissen.“
„Tja und wenn du müsstest?“
„Zu Coco warscheinlich. Intressante Menschen heiraten nicht.“
„Du bist blöd. Wir sind hier nicht in Berlin.“
„Aber in München.“
„Das ist nicht so Klischee belastet.“
„Stimmt, aber ist trotzdem lustig
„Du lenkst ab.“
„Ja und das ist meine Art von Diplomatie.“
„Diplomatie beiseite ich will wissen was du jetzt von Jack hältst.“
„Tja was soll ich schon groß von ihm halten, er ist dein Freund. Du bist keines von den Mädchen die auf den Kopf gefallen sind, also muss ich mir keine Sorgen machen das du einen Idioten an Land gezogen hast und in den letzten Wochen warst du so glücklich. Und ich glaube es lag an ihm. Reicht dir das als Antwort?“
„Vielleicht lag das nur an der neuen Liebe.“
„Vielleicht. Vielleicht ist er der Richtige. Vielleicht auch nicht. Das kann ich dir nicht sagen.“
„Ich will es aber die Gewissenheit.“
„Das wird die Zukunft zeigen. Wenn du etwas erreichen willst muss auch riskieren entäuscht zu werden. Glaubst du das er der Richtige ist? Du musst ihn ja nicht heiraten. Es ist deine Entscheidung.“
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