Was ist Liebe?
von
Coobs
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Die Namen folgender Geschichte werden französisch ausgesprochen, da sie zum größten Teil in Frankreich spielt, werden immer wieder französische Städte auftauchen. Ich würde mich freuen, wenn der ehrenwerte Leser auch einige meiner andern (amateurhaften) Werke lesen würde wie z.B. „Erscheinung der Stadt Delft“, „Satisfield“, oder „Voyeur“. Zu letzt möchte ich noch darauf hinweisen, für all jene, die es nicht heraus lesen können, dass nach dem ersten Absatz innerhalb der Geschichte mehrere Jahrzehnte vor der Einleitung spielen. Dankeschön!
Was ist Liebe?
Henri ging die Straße entlang. Der alte Mann sah den angetauten Schnee auf der Erde liegen. Ein kahler Baum stand einsam in der nähe der Siedlung herum. Henri war auf den Weg nach Hause. Es fröstelte ihm, darum trug er einen langen, schwarzen Mantel und einen dunklen Hut. Obwohl der Himmel klar war und die Sonne hell schien, wärmten die Strahlen kaum. Henri lebte schon seit einiger Zeit in Tiverton. Damals lebte er noch in Frankreich. Mit 25 Jahren sah er seine Heimatstadt Banlieue zum letzte mal. Der alte Mann dachte an seine schöne Jugend in Frankreich und an seine einzigwahre Liebe.
Henri war jung und stark und hatte schönes blondes Haar. Er war sehr begehrt bei den Damen. Er war ein Edelmann mit reichen Eltern, doch diese lebten in Paris. Der junge Henri hatte kein Kontakt mehr zu ihnen, da er sich von ihnen losreißen wollte. Wieder einmal spazierte er über die Landstraße. Es war ein schöner Frühling und die Blumen blühten. Henri hörte die Vögel zwitschern und die Bienen summen. Er ging gern an solchen Tagen spazieren. Der junge Mann legte sich in das taunasse Gras auf einem Hügel unter einem Baum. Henri schlief ein. Bald ging die Sonne unter und der junge Mann wachte auf. Er konnte sich nicht vorstellen, dass er den ganzen Tag verschlafen hatte. Er nahm seinen Hut und seinen Gehstock und ging los. Doch kaum war die Sonne am Horizont verschwunden, war es stockfinster geworden. Es dauerte nicht lange, da fühlte Henri sich verfolgt. Er ging darum immer schneller. Der junge Mann lief ganz allein durch den dunklen Waldweg. Er stolperte und fiel zu Boden. Henri lag und drehte sich um. Er erblickte dunkle Gestalten, die vom Himmel kamen. Ihre schwarzen Mäntel flatterten im Wind. Es war kein Geräusch zu hören, als die Gastalten nieder gingen. Henri war wie gebannt und hielt sich die Arme zum Schutz vor dem Körper, als er bemerkte, um was für Wesen es sich handelte. Es waren Vampire. Die bleichgesichtigen Männer kamen auf ihr Opfer zu. Henri schob sich immer weiter weg. Aber das half nicht, die zwei Männer packten ihn. „Nein, nein!“, schrie der hilflose Mann, „lasst mich in ruhe!“ Doch die Gestalten entführten ihn in die Nacht. Sie brachten ihr Opfer in ein altes Schloss. Es wirkte sehr heruntergekommen. Die Männer flogen mit Henri durch ein großes Fenster ins Innere des Gebäudes. Sie schleppten ihn durch den Gang, dabei bemerkte er eine junge Frau. Doch der Augenblick war zu kurz, um sie näher zu mustern. Die Vampire sperrten den jungen Mann in einen engen Kerker. Bevor diese die Tür schlossen, leckten sie sich noch ihre dolchartigen Fangzähne. Im Speichel war deutlich zu sehen, wie sie nach Blut dursteten. Da saß Henri nun allein und eingesperrt. Was hatten diese Bestien mit ihm vor? Würden sie ihn töten und leertrinken, oder würden sie ihn sogar zu einen von ihnen machen? Henri fragte sich, warum diese Wesen ihn nicht schon im Wald verspeist hatten? Aber dann kam ihm der Gedanke, dass sie ihn bestimmt mit ihrer Familie teilen wollten. Bei dieser Überlegung krauste es Henri. Einige Zeit später ruckelte die Tür. Henri erschrak, er musste eingeschlafen sein. Ein großer, kahlköpfiger Vampir trat ein. Er hatte eine Holzschüssel dabei. In ihr war ein stinkender Brei. „Iss das!“, verlangte der Vampir, doch Henri war zu angewidert. „Was anderes bekommst du nicht!“, fügte der schwere Mann hinzu. Er ging und schloss die Tür hinter sich. Henri nahm die Schale und hielt sie unter seine Nase. Er roch am Inhalt und würgte, als der bestialische Geruch in seine Nasenhöhlen zog. Eigentlich sah der Brei aus wie rohe, gestampfte Kartoffeln, doch Henri vielen Käferbeine auf, die mit dem Rest des Insektenkörpers untergerührt wurden. Der junge Mann wollte auf keinen Fall davon essen, doch bald entschied er sich doch dazu, von dem Brei zu probieren. Es schmeckte nur halb so widerlich wie es roch. Gerade als er fertig mit dem Speisen wurde, öffnete sich die Tür erneut und die beiden Entführer und ein Butler kamen in die Zelle. Die großen starken Männer packten Henri links und rechts an den Armen, der Butler hielt die Tür auf. Die zwei Vampire brachten ihr Opfer heraus und schleppten ihn in eine unterirdische Kammer. Viele Foltergeräte standen dort herum. Henri wurde auf die Streckbank gebunden. Auf ihr konnte man deutlich alte Blutflecke erkennen. Nach dem der junge Mann festgeschnallt war, zog der Butler ein Skalpell aus seinem Ärmel. Henri fiel ein großer, schlanker Herr auf, der sehr edle Kleidung trug. Dieser nickte dem Butler zu und der fing dann auch gleich mit seiner Arbeit an. Als er auf Henri zu kam, versuchter er sich zu wehren, aber er war festgebunden. Der Butler setzte das Skalpell auf dem Unterarm an und schnitt ins rohe Fleisch. Schmerzen quälten den jungen Mann. Ein Anderer Vampir stellte schnell einen Eimer unter den Arm von Henri. Das Blut sprudelte nur so heraus. Es dauerte nicht lange, da war der Eimer zur Hälfte gefüllt. Henri hatte mittlerweile fast zwei Liter Blut verloren. Alle anwesenden leckten sich die Zähne. Als der Eimer gefüllt war, verband der Butler Henri die Wunde. Der Vampir schnürte den Verband sehr fest. Henri wurde aus den Fesseln befreit und wieder in die Zelle gesperrt. Er fühlte sich zu schwach, um sich zu wehren. Er verweilte mehrere Stunden im Kerker, bis wieder jemand herein kam. Es war die junge Frau, der er schon einmal im Gang begegnet war. Ihre Haut war so bleich wie der hellste Schnee und ihre Augen strahlten eine Reinheit aus, die mit keinem Kind zu vergleichen war. Ihr langes, blondes Haar schmiegte sich an ihren Hals. Ihr gesamter Körper wirkte vollkommen. Die Jungfrau kniete sich zu dem Gefangenen herunter und wischte mit einem feuchten Tuch den Dreck aus seinem Gesicht. Sie brachte ihm etwas zu essen. Aber dieses Mal waren es frisches Obst und Gemüse. Auch eine rohe Schweinshachse war mit dabei. Die Vampirdame fütterte Henri. Bald fragte er nach ihren Namen. „Marie! Meine Name ist Marie, ich bin die Tochter des Grafen!“, antwortete sie. Der Graf musste der edelgekleidete Mann gewesen sein, dachte Henri sich. „Du bist so gut zu mir!“, sagte Henri, „du kannst keine von denen sein!“ „Das bin ich aber!“, sprach Marie. Er fragte: „Ich wusste gar nicht, dass Vampire Kinder haben können!“ „Können sie auch nicht!“, sagte sie, „früher vor über 500 Jahren waren wir ganz normale Sterbliche wie du. Doch eines Nachts kam Vater Heim, als alle schliefen. Obwohl es gestürmt und gewittert hatte, war er
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