Wegen dir [Teil 2]
von
Nati
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Abreise
„Okay, okay. Raus mit euch! Ihr seid für dieses Schuljahr entlassen!“ rief unsere Klassenlehrerin, Frau Ruber und, welch ein Wunder, ich hatte in Biologie doch noch eine 4- bekommen. Aus diesem Grund musste ich meinen Eltern zum Glück nichts beichten.
Alle stürmten aus dem Klassenraum und Umarmten sich zum Abschied. „Schöne Sommerferien!“ wünschten wir uns gegenseitig.
Sarah und ich wirbelten die ganze Zeit herum und kreischten vor Freude, wie echte Freundinnen das eben machten.
Wir wussten, dass alle Jungs, natürlich abgesehen von Sarahs Freund Alex, das dumm und kindisch fanden.
Wahrscheinlich tat Alex es auch, doch er ließ es sich nicht anmerken, sondern ging einfach nur neben uns her und beobachtete uns interessiert.
Er schien überrascht, mich so gut gelaunt zu sehen. Es war schon beinahe frustrierend, dass fast alle mich nur als „den Trauerkloß“ kannten, der bei jeder Gelegenheit in Selbstmitleid zerfloss.
Aber das würde sich jetzt ändern. Vielleicht würde ich ja ein paar gute Freunde auf Norderney treffen. So heißt die Insel, wo wir hinfahren.
Bald würde ich es wissen.
Ich glaube, ich war aufgeregter, als es eigentlich nötig war. Ich war ewig nicht mehr im Urlaub gewesen. Schon Morgen würde Sarah mich mit ihrer Mutter um 6 Uhr früh abholen und mit mir wegfahren.
Für 4 Wochen.
An der Bushaltestelle angekommen, nahm Sarah mich noch einmal in den Arm und sagte mir, wann sie morgen kommt.
Ich nickte beiläufig. Es hatte sich ohnehin schon fest in meinem Gehirn verwurzelt.
„Bis Morgen dann!“ rief sie mir noch zu, bevor sie ging. Ich konnte ein Grinsen nicht mehr unterdrücken. Es machte mich so glücklich, hier mal rauszukommen.
Zuhause angekommen, packte ich sofort meinen Koffer. Ich stopfte meine schönsten Sachen hinein, und ich merkte, dass ich mal wieder Shoppen gehen musste.
Dass können wir auf Norderney alles noch machen, dachte ich.
Kein Grund zur Panik. Ich würde einfach etwas mehr Geld mitnehmen.
„Julia?“ rief meine Mutter.
„Ja?“
Ich hörte, wie sie die Treppe hochgestampft kam. „Ach, hier bist du. Du packst schon?“
Das wunderte sie wahrscheinlich.
„Äh, ja. Dann muss ich das heute Abend nicht mehr machen.“ Erwiderte ich schlicht.
Sie runzelte die Stirn.
„Na gut. Aber du musst gleich bitte noch den Müll rausbringen.“
Ich stöhnte genervt in mich hinein.
„Ja, Mama.“
Sie warf mir noch einen warnenden Blick zu, bis sie wieder aus meinem Zimmer verschwandt.
Ich verdrehte die Augen.
Mütter.
Ich wollte mich gar nicht darüber aufregen, sondern packte fleißig weiter und brachte nachher brav den Müll raus.
Beim Abendessen wollten meine Eltern alles nochmal mit mir durchsprechen. Also erzählte ich ihnen die ganze Geschichte noch einmal, obwohl ich fand, dass sie es so langsam mal verstanden haben könnten.
„Okay. Schön. Ich werde morgen extra früher aufstehen, um mich von dir zu verabschieden, ja?“ fragte meine Mutter
Ich hatte eh keine andere Wahl, also nickte ich.
Natürlich hätte ich jetzt eine Diskussion anfangen können, von wegen, sie müsste nicht extra für mich aufstehen. Aber wahrscheinlich würde sie dann denken, ich wollte so schnell wie möglich weg von meinen „nervigen“ Eltern.
Also ließ ich es.
Über meinen Vater brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, der würde sich nicht um 6 Uhr aufrappeln um sich von mir zu verabschieden.
Das ist das Gute an ihm. Er ist einer von wenigen Männern, der wirklich unkompliziert ist.
Wenn ich schlecht drauf bin, weiß er, dass er mich gar nicht fragen braucht, ob irgendetwas ist, ich würde sowieso „Nein“ sagen. Er weiß, dass ich, wenn ich darüber reden will, schon selbst ankäm.
Von meiner Mutter will ich gar nicht anfangen.
Sie fragt immer nach.
Nach dem Abendessen ging ich sofort ins Bett, damit der heutige Tag schneller um war. Natürlich konnte ich noch nicht schlafen, da ich noch nicht müde war. Also hörte ich mit meinem iPod Musik.
Nach einer halben Ewigkeit fielen mit die Augen zu.
Mein Wecker klingelte. Verschlafen suchte ich mit meiner Hand auf dem Nachttisch, um ihn auszuschalten.
5 Uhr morgens. Ich stand auf, ging gähnend ins Badezimmer und duschte erstmal ausgiebig.
Danach föhnte und kämmte ich mir die Haare, putzte die Zähne und zog mir was Frisches an.
Ich blickte in den Spiegel und fand, ich sah für diese Uhrzeit recht akzeptabel aus.
Heute ist es soweit, dachte ich und musste augenblicklich grinsen.
Mein Herz pochte auf einmal wie Wild, da ich mir, bevor ich ins Badezimmer gegangen war, verboten hatte, darüber nachzudenken.
Das wäre nicht gut für meinen verschlafenen Körper gewesen.
Ich flog quasi zu meinem Zimmer, um den Koffer nach unten zu bringen. Und, wie erwartet, saß meine Mutter schon am Küchentisch und wartete in ihrem rosa Schlafanzug auf mich.
„Guten Morgen, meine Süße.“ Begrüßte sie mich.
„Hallo, Mama.“
„Ich hätte ehrlich gesagt erwartet, dass du schlecht gelaunt und verschlafen runter kommst und dich darüber beschwerst, wie früh am Morgen sie dich abholen.“ Sagte sie und runzelte die Stirn.
Ich hasste diesen Blick.
So gelassen wie es eben ging setzte ich mich auf einen Stuhl und erklärte:
„Mama, ich fahre heute in den Urlaub. Was habe ich da für einen Grund schlecht gelaunt zu sein? Umso früher sie mich abholen, umso früher sind wir da.“
Sie lächelte. „Ja, da hast du wohl recht.“
„Ich weiß.“ Ich musste grinsen. Ich wusste nicht warum, aber ich mochte es, wenn meine Mutter keine Ausrede mehr wusste.
Um punkt 6 stand das Auto von Sarahs Mutter auf dem Hof.
Wie von der Tarantel gestochen stand ich auf und nahm meinen Koffer.
Mama stand ebenfalls auf und umarmte mich noch einmal fest. „Sicher, dass du auch alles hast?“ fragte sie.
„Natürlich, Mama.“ Ich erwiderte ihre Umarmung, wenn auch etwas unwillig.
„Pass gut auf dich auf, ja?“ Ich nickte heftig an ihrer Brust.
Dann ging ich nach draußen und winkte Sarah und Inge, ihrer Mutter.
Zum Abschied gab ich meiner Mutter noch einen Kuss und stieg dann zu den Anderen ins Auto.
Am Anfang der Fahrt waren wir natürlich alle noch besonders gut drauf und machten Späße. Doch irgendwann, nach ungefähr 1 ½ Stunden wurde es allmählich etwas langweilig.
Dann, nach ca. 3 ½ Stunden Autofahrt waren wir am Hafen angelangt. Wir hatten Glück und kamen sofort auf die nächste Fähre.
Eine Stunde später waren wir dann auf der Insel.
Hastig gingen wir in unser, wie ich fand, schönes Hotelzimmer.
„Wow“ brachte ich nur heraus.
„Ja, meine Mutter hat halt einen guten Geschmack.“ Sagte Sarah triumphierend.
Ich lachte.
Allein schon der Wohnraum sah atemberaubend aus. Die orangenen, auffälligen Gardinen gaben einen perfekten Kontrast zu der milchichgrünen Wand und die dunklen Holzmöbel passten genauso exakt. In der Mitte des Raumes war ein Couchtisch, der, wie man sich schon denken konnte, direkt vor der Couch stand. Daneben waren noch zwei Sessel, beide waren in Richtung Fernseher gedreht.
Ich wollte mir gar nicht ausmalen, wie viel das alles gekostet haben
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Kommentare
sara schrieb am 2009-12-31 19:02:43:
Die Geschichte gibt es schon auf rockundliebe.de ^^
Bredathil schrieb am 2009-12-30 23:40:57:
Hey, ich finde deine Geschichte wirklich gut geschrieben =)
ich würde mich über die Fortsetztungen sehr freuen ;-)
PO XD schrieb am 2009-12-30 22:41:20:
deine Geschichte kenn ich schon von rock und liebe^^
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