Weglaufen
von
critter
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Kapitel 1:
>>Hey Fidschy-Bitchy, kannst du mir nicht mal einen blasen?<<
Gelächter.
Es interessierte sie nicht, sie war daran gewöhnt.
Warum antworten? Warum kämpfen, es war ihr egal.
>>Nichts sagen heißt ja du Schlampe<<
Höhnisches Grinsen, sie kannte es gut, aber es gab nur eine Person deren Gesicht sie aus der Fassung bringen konnte.
Erst jetzt schaute sie auf, und bemerkte wie unsicher ihr Gegenüber war, was er durch seine Mimik zu verdeckten versuchte.
Gegenüber den Andern gelang es, gegenüber ihr nicht.
Wie armselig musste ein Mensch sein, wenn er so lächerlich immer wieder zu seinen heuchlerischen Freunden schauen musste um sich zu vergewissern, ihre Aufmerksamkeit und ihren 'Repekt' zu haben.
>>Warum sagst du nichts du Miststück, ich schein' ja Recht zu haben mit dem was ich sage.
Du bist wirklich eine miese Niggerschlampe, selbst deine Affenmutter hat sich für dich geschämt<<
Daraufhin imitierte er ein Grunzgeräusch.
Sie hatte sich geirrt.
Selbst so ein kleiner Wurm konnte sie aus der Fassung bringen, sie war wohl selbst alles andere als erhaben.
Sie wurde unglaublich zornig, für einen Moment schaute sie ihm direkt in die Augen, funkelte ihn unglaublich hasserfüllt an.
Er merkte es nichtmal, er scheint so empathielos zu sein, das er puren Hass nicht von Ärger unterscheiden konnte, und grinste sie dumm und überlegen an.
Sie durfte nicht ausrasten.
Sie hatte sich selbst geschworen sich von solchen Ratten niemals mehr berühren zu lassen.
Langsam ließ sie den Ärger überdecken - nichts verschwinden (er würde ihr irgendwann, vielleicht schon auf dem Nachhauseweg die Tränen in die Augen treiben), aber doch vorerst aus ihren Gedanken verbannen.
Aber ihr Stolz verbot ihr auch es auf ihr sitzen zu lassen, oder auf ihrer Mutter.
>>Weißt du, ich sage nichts weil ich Mitleid mit dir habe<<, sprach sie betont und bewusst nebensächlich artikuliert.
Sein Gesicht änderte sich nicht.
>>Und warum hast du Mitleid mit mir?
Hab lieber Mitleid mit dir selber.
Du bist nichtmal ein Nigger, du bist irgendetwas zwischen Nigger und Schlitzauge deren Mutter sich 'nen Weißen geangelt hat um das zu verstecken.
Klappt aber nicht, du Fotze.<<
Er zog sie an den langen, dunklen Haaren.
Es tat Weh, sehr Weh, aber niemals würde sie einen Laut hervorbringen.
Zumindest hoffte sie das inständig.
>>ALSO DU SCHLAMPE, WARUM HAST DU MITLEID MIT MIR<<, schrie er in ihr Ohr.
Er lachte dabei, genau wie der Rest seiner Gruppe.
Die andern in der Klasse schauten herüber mit einem ängstlichen Blick, oder taten eben dies bewusst nicht.
Sie blickte ihm wieder tief in die Augen.
>>Ich habe Mitleid mit dir, und sage nichts, weil ich dir nicht das Einzige wegnehmen will was du kannst:
Rumpöbeln und Frauen schlagen.
Genau das ist nämlich das einzige was du die weiteren sechzig Jahre tun wirst, du schwanzloser Bastard<<
Das hatte gesessen.
Der Schlag in ihr Gesicht auch.
Sie wunderte sich das sie überhaupt hat aussprechen können und nun hatte sie vermutlich ein Veilchen für die nächsten Tage, verursacht von von dieser armseligen Kreatur, aber was soll's?
Sie hatte es verdient, sie HAT sich von ihm dazu verleiten lassen sich auf sein Level zu begeben, sich in den Schmutz ziehen zu lassen.
Und wie sie aussah interessierte niemanden, höchstens hätte die Verletzungen jemand bestimmten bei ihr zu Hause zum Lachen gebracht.
>>WAS MACHST DU JETZT? HÄ? WAS MACHST DU JETZT? LEG DICH NICHT MIT MIR AN, HALT DEINE DUMME FRESSE<<
Tja, so geht das, wenn plötzlich die 'Freunde' über einen lachen, was?
Der schön aufgebaute Ruf wird angekratzt, dass muss man natürlich wieder gut machen.
Da muss man schon zeigen wie kaltblütig man jemanden fertig machen kann, um wieder respektiert zu machen.
Jetzt war sowieso alles egal.
Verprügelt werden würde sie sowieso, und reagiert hatte sie auch schon.
>>Entschuldigung, ich wollte deinen Freunden da hinten nicht ihr Vorbild nehmen.
Wer sollte ihnen sonst zeigen, wie man sich später vorm Aldi Respekt verschafft?<<
Sie wusste das sie bei ihm da einen Wunden Punkt getroffen hatte.
Er würde wenn er achtzehn war zu Hause rausgeschmissen werden und ohne Hauptschulabschluss dastehen, das wusste sie, das wusste jeder.
Ob sie einen Zahn verlieren würde? Oder sich etwas brechen?
Sie hoffte nicht, wenn sie irgendwer zum Arzt schickte würde sie unangenehme Fragen beantworten müssen, die doch zu nichts führten.
Er umfasste ihren Kiefer mit eiserner, schweißnasser Hand. Sein Kopf war hochrot und die mittlerweile nach Vorne getretenen fixierten sie mit freudiger Erwartung – und mit ihren Handys.
Sie allerdings hatte Glück, die Tür öffnete sich der Lehrer trat ein, ein alter Mann mit grauem Haar und einer Brille.
Der Griff um ihren Kiefer lockerte sich, nachdem er kurz vorher noch einmal schmerzhaft angezogen hatte, und die Umstehenden blickten auf.
>>Was ist hier los?<<
>>Die Schlampe hat mich angegriffen!<<
Wieder, Gelächter.
>>Benutz' solche Worte nicht in meinem Klassenraum, und jetzt setz dich!<<
Alle setzten sich hin, und sie bemerkte den mitleidsvollen Blick des Lehrers.
Der Gesichtsausdruck währte nicht lange, höchstens ein Paar Sekunden.
Dann hieß es:
>>In Ordnung, öffnet bitte eure Bücher auf Seite 108 und schlagt eure Hausaufgaben auf<<.
Sie hatte weder die Hausaufgaben noch das Buch dabei, aber das war ebenso egal wie alles andere auch,
denn noch bevor der Lehrer beim Kontrollieren zu ihr kam fragte sie ob sie auf Toilette gehen könne und ging ohne die Antwort abzuwarten und ohne ihren Rucksack aus dem Klassenraum und danach aus dem Haupteingang.
Draußen war es warm, doch sie bemerkte es nicht, dafür war sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Sie wusste sie würde nie wieder hierher kommen, nach dieser Aktion wäre das für sie schon beinahe Lebensgefährlich, und die Genugtuung sie zu quälen wollte und konnte sie diesen Menschen nicht geben.
Das Problem dabei war, dass das Jugendamt sie mit Sicherheit zwingen wollte zurück dorthin zu gehen, was also sollte sie tun?
Sie brauchte schließlich Geld, und ohne Abschluss würde es schwer werden dieses aufzutreiben.
Die Schule wechseln?
Das würde nicht funktionieren, da würde sich wohl jemand, der angeblich ihr Vater war, querstellen.
Sie war im Moment zu überdreht um ernsthaft klare Gedanken zu fassen, darum stieß sie jeden zweiten Passanten versehentlich an und stolperte einmal fast über eine herumliegende Bierflasche.
Durch den Kopf zuckten ihr weiterhin die Beleidigungen, die man ihr an den Kopf warf; ihr und ihrer Mutter.
Sie begann zu schluchzen, versuchte aber das zu unterdrücken, damit sie nicht noch von irgendwem angesprochen werden würde, falls es überhaupt jemanden interessierte.
Als sie ihr Haus erreichte konnte so es nicht mehr länger zurückhalten, und zog sich auf dem Hinterhof des Plattenbaus in eine schlecht einsehbare Ecke zurück und fing , mit dem Kopf auf
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Kommentare
Minii schrieb am 2010-05-13 15:55:03:
wow..bitte schreib schnell weiter!
lg Minii
Anna Müller schrieb am 2008-12-02 17:58:54:
Oh man, schreibe schnell ne Fortsetzung! Ich kanns gar nicht erwarten!
Lg, Anna
critter schrieb am 2008-07-19 03:10:34:
Die Fortsetzung bekommst du jetzt, aber vorsicht, die ist recht heftig geworden, ich hatte teils angst vor mir selber 0.o
danke schön, übrigens^^
nr.3 schrieb am 2008-07-09 10:09:02:
gute geschichte. erwarte gespannt die fortsetzung.
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