Weißgraue Sinfonie
von
Demeter
1
Widmung
Für Steffie, die Schneefee mit der Vorliebe für Weiß
"Send my dreams up into the sky, skys of me..."
Eine tiefe melodische Stimme, die wunderbar zu diesem Lied passte.
Ich wusste nicht recht, aus welcher Richtung sie kam; vermutlich von links.
Das Gestrüpp, durch das ich mir meinen Weg bahnte, war mit Blicken nicht zu durchdringen.
Eine Ranke kratzte meinen Fuß entlang und hinterließ eine blutige Spur,
die an meiner Ferse hinab auf den Boden tropfte.
Auch schnitten mir spitze Steine in meine nackten Fußsohlen, aber ich widmete dem kaum Aufmerksamkeit.
Ich lief weiter.
Ein dünner Ast schlug mir gegen die Schulter; auf die blanke Haut.
Es war Winteranfang, doch ich spürte weder Kälte noch Schmerz.
Ich trug ein weißes, trägerloses Wickelkleid, dass mir bis kurz unters Knie ging und mit vielen Bändern gehalten wurde.
Es stand in Kontrast zu meiner gebräunten Haut und meinen grünen Augen.
Braunes Haar fiel mir ins Gesicht; geduldig strich ich es zurück.
Da entdeckte ich ein Schneeglöckchen.
Ich blieb stehen.
Gehörten die denn nicht zu den Frühblühern? Der Frühling war doch noch etwas entfernt...
Schweigsam betrachtete ich die Blume.
Plötzlich fiel mir auf, dass die Stimme sich von mir entfernte.
Ich brach das Schneeglöckchen ab, steckte es mir ins Haar und lief weiter.
Ich begann ebenfalls zu singen.
"Stets und ständig,
immer lebendig,
breitet sie ihre Flügel aus..."
Ich kannte diese Lied nicht.
Aber ich sang und lief immer weiter.
Nun hörte ich zu meiner Rechten Schritte und die Stimme eines kleinen Mädchens, die in unseren Gesang einfiel.
"Hundert bunte Vögel
fliegen frei umher;
fliegen über Berg und Tal,
weit, weit übers Meer..."
Das Gestrüpp lichtete sich.
Ich fand mich am Ufer eines kleinen Sees wieder.
Im Sommer musste es hier wie ein kleines Paradies aussehen, umgeben von blühendem Grün.
Doch das Grün war verschwunden und wich jetzt Braun, Grau und Schwarz.
Meine zwei Gefährtinnen trugen ebenfalls weiß.
Drei leuchtende Gestalten inmitten von Finsternis.
Im blondgelockten Haar des kleinen Mädchens steckte eine feuerrote Mohnblume, die im Gegensatz zu seiner hellen Haut stand.
Sie warf mir einen Blick aus unergründlichen blauen Augen zu, der sich mit meinem vereinte.
Ich sah mich um...und erblickte eine hochgewachsene Frau mit kaokaobrauner Haut und krausen schwarzen Haaren.
Ihre braunen Augen strahlten Wärme aus und harmonierten wunderbar mit dem Gelb der Osterglocke.
Im stillen Einverständnis schritten wir auf den See zu.
Seite an Seite stiegen wir in das glasklare Wasser.
Schritt für Schritt tiefer.
Wir nahmen uns an den Händen als das Wasser über uns zusammen schlug.
Der Grund kam uns entgegen...wie friedlich es hier war.
Nur wenige, leise Lichtstrahlen konnten bis hierher vordringen.
Ich spürte wie sich Eiskristalle in meinem Blut bildeten.
Müdigkeit kroch in mir hoch.
Eine Müdigkeit, die ich schon viel zu lange unterdrückt hatte.
Mit meinen letzten Blicken sah ich das Mädchen und die Frau undeutlich neben mir.
Dann schloss ich entspannt die Augen.
Das Wasser mag eiskalt gewesen sein, doch in diesem Augenblick durchströmte mich eine unglaubliche Wärme.
Anmerkung der Autorin
Zu den Zeilen die in dem Text gesungen werden existieren keine Lieder. Sie stammen von mir (inklusiv Melodie, die ich leider schlecht vermitteln kann).
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Kommentare
Utena schrieb am 2008-03-17 15:43:44:
Die Geschichte ist echt cool. sie gefällt mir.
Demeter schrieb am 2006-10-09 22:42:33:
Danke, danke...hey Alucard, ich kann's dir ja mal vorsingen *g*
Auch Dank an dich Anariel...mir gefällt vor allem die Atmosphäre, die hier heerscht.
Up to next, Demeter
Anariel schrieb am 2006-10-01 19:26:05:
Wunder,wunder schön.
Frühling, Sommer und Herbst, die zum Winter schlafen gehn.
Magisch, voller geheimnisse, in einander verwoben.
Oh mein Hexenherz liebt es!
Mit liebem Gruße
von einer Nomadin zwischen den Welten
Anariel
Alucard schrieb am 2006-10-01 13:29:46:
Grandios! Genial! Fenomenal!!! Ds ist wahrhaftig eine geniale Geschichte... so etwas gutes liest man selten. alles passt. Die Wortwahl, die Story, sogar duie Widmung am anfang verleiht der Geschichte einen genialen Tatsch. Man könnte sagen, du hast die fünf Ecken des Pentagramms perfekt ineinander fließen lassen. Ich bin begeistert. Obwohl ich anmerken muss, dass ich schwarz bevorzuge^^
Unendliche viele liebe Grüße Raphael
P.S.: DAs Lied würde ich gerne hören.... interessiert mich sehr....
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