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Kategorien > Fantasy > Rollenspielerzählung

Weit, wiet nach Norden 00 (Voregeschichte)

von Seth

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OT:
Es war punkt ein Uhr, Samstag Mittag. Philipp starrte auf die Uhr. Es klingelte - darauf hatte Philipp nur gewartet. Er schoss zur Tür und öffnete. Dort standen sie: Matthias und Lin, genau auf die Sekunde wie immer. Dusti saß schon oben in Philipps Zimmer und unterhielt sich mit Gregor über darkz, das sie beide für ihre Charaktere verwendet hatten. Nur Björn war zu spät - wie immer. Nun, da konnte man nichts machen, der Kerl war für die Uni geschaffen und würde jede Vorlesung cum Tempore besuchen, auch, wenn das nicht so auf dem Plan stand.
Philipp begleitete Matthias und Lin nach oben in sein Zimmer. Der große Tisch, den er fürs Rollenspiel immer in seinem Zimmer aufgebaut hatte quoll über vor Cola-Flaschen und Chips-Tüten.
Gerade hatte Matthias sich hingesetzt, als es auch schon klingelte.
"Kann das Björn sein?" fragte Dustin.
Matthias sah auf seine Uhr. "Nein, es ist erst drei nach eins. Das dauert noch fünf Minuten bis der hier ist."
Es war Björn. Zur großen Überraschung der gesamten Rund war er fast pünktlich gewesen.
Philipp sah in die Runde. "Also gut, Leute, räumt mal den Tisch leer und beschreibt Euch mal gegenseitig Eure Charaktere, damit die anderen 'n kurzen Eindruck bekommen.
Gregor fing an, Chips-Tüten vom Tisch zu nehmen und auf einem kleinen Beistelltisch gefährliche Pyramiden daraus zu bauen. "Also meiner ist ein Mensch. Pirat. Und irgendwie 'n bisschen kleptomanisch, 'n bisschen paranoid. Er ist ziemlich lebensfroh, wenn er betrunken ist und sonst ziemlich unausgeglichen. Seine Ausrüstung besteht aus zwölf verschiedenen kurzen Schwertwaffen und zwei Katanas. Ausserdem allen möglichen Krimskrams: Alchimistenfeuer, Seil, 'ne Shrapnellgranate und so'n Zeug halt. Er ist schon irgendwie böse, also hab ich darkz dafür verwendet. Wie sieht's mit Euch aus?"
"Also meiner ist ein Zwerg", sagte Matthias, während er die Colaflaschen auf der Fensterbank aufreihte. "Ein zwergischer Paladin. Er ist sehr pflichtbewusst und trägt trotz aller Strenge immer ein warmes Lächeln. Seine Ausrüstung besteht aus zwei Kurzschwertern, einer Handaxt, 'nem Kettenhemd und 'nem kleinen Holzschild. Und dann hat er natürlich noch den Codex. Und viel Proviant. Ja das wär's eigentlich auch schon. Der nächste?"
Dustin begann eine Battlemap auszubreiten. "Tja, das mach ich dann mal. Also, meiner ist wieder ein Mensch und natürlich, wie alle meine Charaktere, ein Psioniker. Allerdings hab ich mich diesmal dafür entschieden, darkz zu verwenden um 'nen fiesen kleinen Hexer aus ihm zu machen. Tja, was soll ich noch sagen...Seine Ausrüstung, ja: ist nicht viel, nur 'ne Menge nicht-magischer Schmuck und drei Spruchrollen mit 'Melf's Säurepfeil. Ach und ein Buch über Opferungen. Dafür hab ich dann auch tribal verwendet." Tribal war ein anderes Hausregelwerk, das Charaktere aus barbarischen Stämmen behandelte.
"Nun, dann will ich mal weitermachen", sagte Lin. "Mein Charakter ist eine Elfe, eine Adeptin. Sie ist adelig und daher manchmal ein ganz schöner Snob, aber sie hat auch ihre netten Seiten. Ihre Ausrüstung besteht ausschliesslch aus Schmuck und Kleidung. Du bist dann wohl der letzt in der Reihe, Björn. wie sieht Dein Charakter aus?"
Björn packte gerade die Minis aus. Jetzt stellte er eine Mini auf den Tisch, die irgendwie imperialistisch aussah, aber heruntergekommen. Die Haut hatte er rötlich angemalt und auf der Schulter der Mini saß ein grauer Raubvogel. "Mein Charakter ist was ganz verrücktes, aber Du hattest ja um ausgefallene Charaktere gebeten, Philipp. Also er ist ein Mensch, ein Indianer oder sowas, 'ne Mischung aus 'nem Waldläufer und 'nem Druiden. Er hat nichts ausser seiner Kleidung und einem Knochenschwert, zweihändig. Auch ich habe tribal angewendet. Mein Tiergefährte ist ein Adler."
"Also gut", sagte Philipp. "Das hier ist was ganz besonderes. Und wisst Ihr, warum?"
"Weil es eine von DEINEN Kampangen ist", sagte Lin.
Philipp war irritiert. Er wusste, dass Lin ihn liebte und wegen seiner Phantasie bewunderte, aber er wusste auch, dass sie ihm wegen seines Hangs zur Theatralik gerne eins auswischte. Philipp beschloss, eine eventuelle Ironie zu überhören und fuhr fort. "Ja, Lin, weil es eine von MEINEN Kampangen ist. Aber das ist noch nicht alles. Ich erde über diese Kampange schreiben und das Ergebnis im Internet veröffentlichen. Also bitte - ich hab Euren Charakteren mehr Geld gegeben, als sie eigentlich haben dürften, aber bitte - verwendet es für's Rollenspiel und gebt das Geld nicht wie der nächstbeste Munchkin zum God-Moden aus, in Ordnung? Gut. Dann Los"

IT:
Koth "Graufedr betrat den schwach beleuchteten Raum. Da saß sie, eine Elfe, auf die die Beschreibung passte, die er erhalten hatte. Er ging auf sie zu und stellte sich vor. Seine Stimme war rauchig und gleichzeitig leise und durchdringend, wie als würde ein Ton unterhalb der Grenze des hörbaren mitschwingen und die Umluft erbeben lassen.
"Wir müssen wohl noch etwas warte, bis alle da sind" sagte sie. mehr sagte sie nicht. Er konnte sie nicht leiden. Direkt im ersten Moment hatte er gesehen, dass sie ihren Reichtum ohne die Bescheidenheit ihrs Vaters zur Schau stellte. Auch sie mochte ihn nicht. Er war schlampig und heruntergekommen und er roch seltsam nach Schlamm und Schweiss und noch etwas wildem, das sie nicht genau benennen konnte. Aber er war ein Freund ihres Vaters gewesen und ihr Vater hatte große Stücke auf ihn gehalten. Also war er der richtige Mann für den Auftrag.
Nach ein paar Stunden schweigenden Nebeneinandersitzens schwang die Tür auf und ein Zwerg betrat die Schenke. Er trug ein blankpoliertes, silbernes Kettenhemd und darüber einen Weinroten Umhang. Auf seinem Rücken war ein Rucksack mit allerlei Kram und einem runden Holzschil darauf befestigt. Das war schon viel besser als dieser Wilde! Der Zwerg trat an sie heran und stellte sich als orron Khane vor. Auch Koth und Linthale stellten sich vor. Noch bevor sie etwas anderes sagen konnte, wurde Linthale von hinten angetippt. Da stand ein Mann in ganz gewöhnlicher Kleidung, mit einem Gürtel voller kurzer Klingenwaffen und zwei längeren Schwertern auf dem Rücken. Seine langen, wilden, schwarzen Haare rahmten ein wettergegerbtes, sonnengebräuntes gesicht ein, dessen Augen, so hell wie Eis, Linthale für einen Moment stocken liessen.
"Ihr müsst die sein, die mir diesen brief geschreiebn hat, nicht wahr?" Er hielt einen umschlag hoch.
Linthale war irritiert. Er war vorher nicht dagewesen. Sie hätte gemerkt, wenn jemand sich hinter sie gestellt hätte. Andererseits hatte ihr Vater ihr sehr verrückte Geschichten über diesen Mann erzählt. Damals hatte sie das alles für seemannsgarn gehalten, aber jetzt war sie sich nicht mehr so sicher. Und diese Augen erst - Linthale wurden in diese Augen hineingezogen. Sie waren so kalt, so mitleidslos und doch nicht abweisend, sondern viel mehr ergreifend, verlangend, so erdrückend.
Linthale riss sich aus den Gedanken. "Ja, dieser Brief ist von

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Kommentare

Seth schrieb am 2006-11-03 12:08:47:
Vokabelliste für Nicht-Rollenspieler, Teil 4:

Munchkin: Ein Spieler, der nicht wirklich Rollenspiel spielt, sondern nur einen möglichst starken Charakter macht um den anderen zu zeigen, wie toll so was ist. Eigentlich ist es aber beim Rollenspiel nicht gern gesehen und allgemein besteht Übereinstimmung, dass es darum gehen sollte, einen sinnvollen Charakter zu machen, der durch und durc ein Charakter ist und nicht nur eine Reihe von Werten auf einem Stück Papier.

God-Moden, God-Moding: Das Verb für 'ein Munchkin sein', Regellücken ausnutzen. Es verdirbt einem ganz shön den Spielspass, wenn einer sowas macht!
Seth schrieb am 2006-10-27 09:37:03:
Vokabelliste für Nicht-Rollenspieler Teil drei:

Battlemap: ein Plan mit Quadraten drauf, ähnlich wie ein Schachfeld. die Battlemap dient der Visualisierung der Räume (Dungeons) in denen sich die Charaktere bewegen.

Mini: Miniatur, meistens im 30*25 mm Maßstab, d.h.: eine Mini, die einen Menschen darstellt ist 30 mm hoch und steht auf einer 25*25 mm Base. Die Minis dienen der Visualisierung der Charaktere und werden wie Spielfiguren auf der Battlemap platziert, um das Geschehn darzustellen.
hanah schrieb am 2006-10-26 17:44:02:
coole geschichte
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