Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Jugendstory > Emotionen

Welten zwischen Klassen - Kapitel 2

von Lilli

1 2

erklärte mir Marc und drehte sich dabei leicht zu mir um.
„Ich gehöre dazu“ Tina fing an zu kichern und konnte nur ein halbherziges Lächeln zu Stande bringen.
„Du hast das Glück, dass das Haus in dem du wohnst sehr zentral ist. Und direkt gegenüber von dem Haus in dem du am meisten Unterricht haben wirst. Dann musst du nicht jeden Morgen über den Campus, wie ich es dauernd musste“ Tina zog eine Grimasse und Marc lachte.
Dann blieben wir vor einem kleinen Haus stehen. „Das hier ist es“
An der Tür waren verschiedene Schilder festgenagelt. Verschiedene Namen. Doch nur ein Name mit Vor- und Nachnamen: Marc Bauder. Der Betreuer des Hauses. Die anderen Namen konnte ich auf die Schnelle nicht lesen, denn Marc öffnete auch schon die Tür und ich trat hinter ihm über die Schwelle.
Ich befand mich in einem kleinen Flur in dem nur unzählige Jacken hingen. Lange Zeit hatte ich nicht um mich umzuschauen. Denn sofort führten mich Tina und Marc in die kleine Küche.
„Die Küche hier ist nur für den kleinen Hunger, die geregelten Mahlzeiten gibt es natürlich in der Schulmensa“ erklärte Tina.
Der anliegende Raum war der Gemeinschaftsraum mit Sofa, Fernseher, Computer und anderen Dingen, die es auch bei mir zu Hause im Wohnzimmer gab.
„Das Bad ist direkt gegenüber vom Gemeinschaftsraum. Es gibt aber auch noch oben ein Bad“ meinte Marc und schloss die Tür zum Raum hinter sich. „Tina zeigt dir jetzt dein Zimmer“
Ich konnte wieder nur lächeln und brachte kein Wort über die Lippen.
Mit schnellen Schritten rannte Tina die Treppe nach oben, und ich hatte Schwierigkeiten mit meinen schwarzen Pumps nachzukommen.
Am Ende der Holztreppe blieb sie stehen: „Hier teilt man sich immer zu zweit ein Zimmer. Deine Zimmernachbarin ist Annie. Sie geht in deine Parallelklasse. Und neben euch beiden wohnen hier noch Jonas, Fabian, Moritz und Hannes. Also seid ihr die einzigen beiden Mädchen. Doch außer Moritz sind die alle noch kleiner. Doch pass auf, dass sie dir auf der Nase herumtanzen“ Tina begann wieder zu kichern und diesmal musste ich ehrlich lächeln. „Annie hat schon so manche Geschichten erzählt“ meinte Tina noch, während sie sich umdrehte und auf eine Tür zusteuerte.
Das Zimmer was ich mir die nächsten Jahre mit einem Mädchen namens Annie teilen würde war mittelgroß und nicht sonderlich spektakulär. An zwei Wänden stand jeweils ein Bett. Die Schränke direkt daneben. Der Schreibtisch stand unter dem Fenster, welches eine wunderbare Aussicht auf den Odenwald bat.
Über Annies Bett hingen sämtliche Poster und Bilder von verschiedenen Personen.
Tina zeigte auf das leere Bett: „Dort wirst du schlafen. Und dein Schrank ist der, der direkt daneben steht. Du hast ja noch das Wochenende um dich einigermaßen einzuleben und am Montag geht es dann direkt für dich los mit dem stressigen Schulalltag. Aber da hat man dir ja schon alles erklärt, als du die Schule besichtigen warst“ plapperte Tina weiter.
„Ja“ murmelte ich und schaute mich lange um, dann blickte ich wieder auf: „Ich würde jetzt gerne meine Koffer holen“

Noch in derselben Stunde war ich wieder in meinem neuen Zimmer. Diesmal jedoch allein. Annie hatte ich immer noch nicht gelernt, die anderen, die mit mir im Haus wohnten bekam ich auch noch nicht zu Gesicht.
Meine Sachen waren schon längst im Schrank verstaut und meine Koffer unter mein Bett gequetscht. Mein Audrey Hepburn Plakat hing schon an der Wand über meinem Bett und ich schaute mich noch einmal in meinem Zimmer um. Mir entwich ein Seufzen. Dann ließ ich mich auf das frischbezogene Bett nieder.
Der Abschied von meinen Eltern war schmerzhafte als gedacht oder zumindest erhofft gewesen. Dennoch weinte ich nicht. Aber ich hatte wieder dieses Gefühl der Angst, welches alle anderen Gefühle dauernd verdrängte.
Das meine Brüder wie am Spieß schrieen, weil sie dachten ich würde nie wieder kommen, machte die ganze Sache nicht besser.
Der Abschied fiel deshalb sehr knapp und auch teilweise unterkühlt aus. Küsschen rechts, Küsschen links von Mama und eine Umarmung von meinem Stiefvater. Dann stiegen sie in den glänzenden Bonzenmercedes und fuhren mit einem: „Wir sehen uns in zwei Wochen ja wieder“ davon.
Ich schaute ihnen nach, bis sie nicht mehr zu sehen waren, dann folgte ich Marc erneut zu meinem neuen zu Hause und auf einmal war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, oder ob ich einen ganz großen Fehler begangen habe.
Am liebsten würde ich jetzt aufwachen und mein altes Zimmer erkennen, denn im Moment fühlte ich mich einsam… schrecklich einsam, und allein.
Ich konnte nur hoffen, dass ich bald meine Zimmergenossin und dass sie nett sein würde.

1 2

Kommentare

Mörviii schrieb am 2010-01-11 23:28:13:
schöne geschichte
freue mich schon auf die fortsetzung :D

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.