Wendepunkt
von
MIMY
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Wendepunkt
Liebes Tagebuch. In den letzten Wochen ist etwas passiert was mein Leben entscheidend verändert hat. Es war der letzte Samstag. Ich war gerade auf dem weg zu meinem Freund Felix. Mit ihm war ich seit drei Wochen zusammen. Felix war genau wie 14 Jahre alt. Allerdings war er seit seiner Geburt am 30. Dezember 1991 querschnittsgelähmt. Für mich war dies Anfangs ein Schock, denn ich lernte ihn durch das Chatten kennen. In unseren E-Mails die wir uns fast täglich schrieben verschwieg er mir die ganze Zeit seine Behinderung. Wir trafen uns das erste mal am 22. Dezember. Also genau heute vor einer Woche. Felix und ich trafen uns im Kino und sahen Hello morning light. Dies war ein sehr romantischer Film und am Ende hätten wir uns beinahe geküsst. Aber leider nur beinahe. Als ich also auf dem Weg zu meinem Freund war schien die Sonne und es war angenehm warm. Als ich am Himmel eine dunkle Wolke sah stieg ich von meinem Fahrrad ab und nahm meine blau orange Regenjacke vom Gepäckträger. Als ich mir diese übergezogen hatte stieg ich wieder auf und fuhr weiter. Jetzt waren es nur noch wenige hundert Meter zu Felix. Er wohnte seit ungefähr drei Monaten mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern in einer Erdgeschoss-Wohnung. Diese wurde nur für ihn behinderten gerecht umgebaut und umgestaltet. Als ich auf der Zielgeraden war freute ich mich schon Felix zu sehen. Die letzten zweihundert Meter gingen steil bergab und ich gab richtig Gas. Doch plötzlich kam unerwartet ein Fahrradfahrer von links und kollidierte mit mir. Aus Erzählungen wusste ich, dass ich über den Lenker flog und unglücklich mit dem Rücken auf einem spitzen Stein landete. Der andere Radfahrer war unverletzt und verständigte sofort mit dem Handy den Notarzt. Als dieser an der Unfallstelle ankam wurde ich schonend auf eine Vakuumtrage gelegt und mit Blaulicht ins nächste Krankenhaus gebracht. Dort wachte ich im Schockraum auf und konnte mich unerwarteter Weise nicht bewegen. Ich stellte fest das ich meine Beine nicht mehr spürte. Nach den Röntgenaufnahmen stellte sich die schreckliche Diagnose. Querschnittslähmung! Für mich war es ein riesen Schock, dass ich ab diesem Zeitpunkt meine Beine nie wieder bewegen sollte. Noch an diesem Abend kamen mich meine Eltern besuchen. Für sie war es ebenfalls eine schockierende Nachricht, dass ihre so geliebte Tochter nun ihr Leben lang im Rollstuhl sitzen müsse. Nachdem ich mich mit der Diagnose abgefunden hatte versucht ich das beste daraus zu machen. Schon am dritten Tag nach dem Unfall bestellte ich mir Felix ins Krankenhaus. Er kam ohne zu zögern zu mir und baute mich auf. Ernst fragte ich ihn wie oder ob es überhaupt mit uns weitergehe. Er antwortete, entgegen meiner Erwartungen, mit einem natürlich. Ich war froh und erleichtert zugleich. Nachdem ich nach zwei weiteren Wochen Krankenhausaufenthalt entlassen wurde zogen meine Eltern in das selbe Haus indem auch Felix wohnte. Zusammen beschlossen wir uns bei einem Kurs für Rollstuhlsportanfänger anzumelden. Zusammen beschlossen wir von nun an noch mehr Dinge zusammen zu tun und immer positiv zu denken.
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Kommentare
Soffe schrieb am 2007-02-22 10:17:43:
Hey, super story, irgendwie total traurig, aber auch total schön...super!!
bella111213 schrieb am 2007-01-03 20:15:01:
hallo mimy,
ich finde sehr gut, dass du über dieses thema schreibst, denn es kann tatsächlich jeden und zu jeder zeit treffen. leider tut es der geschichte jedoch einen abbruch, dass der handlungsverlauf unrealistisch ist...zwei wochen krankenhaus, dann gleich nach hause , sich gleich ins leben stürzen und alles ist gut, friede freude eierkuchen? - eher nicht *smile*
trotzdem weiter so! :o)
"nicht behindert zu sein ist kein verdienst, sondern ein privileg, das jedem von uns jeder zeit entzogen werden kann"
richard von weizsäcker
liebe grüße
bella111213
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