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Kategorien > Verlust > Tod

Wenn der Tod zwei Leben zerstört

von juni

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Unser ganzes Leben hatten wir zusammen verbracht. Man könnte auch sagen, wir haben sein Leben gemeinsam gelebt. Aber das wäre nicht richtig, denn es war auch meins. Doch dass ist eigentlich beendet, seitdem er weg ist. Obwohl es mich natürlich noch gibt. Aber es ist kein Leben mehr. Nur noch eine Existenz.
Also, es war unser Leben. Tagein, tagaus zusammen. Unzertrennlich. Gemeinsam haben wir die Höhen und Tiefen unseres Lebensweges durchlaufen, wir haben uns unterstützt, gegenseitig geholfen und waren für den anderen da. Immer. Wir waren die besten Freunde. Vom ersten Augenblick an. Eigentlich sind wir das immer noch. Obwohl er jetzt woanders ist. Aber man kann ihn einfach nicht ersetzen. Das wäre unmöglich. Und trotzdem ist er weg, hat mich einfach so alleine gelassen. Er wusste, dass ich in brauche. Er weiß es einfach.
Was ich dabei empfinde? Wut. Ärger. Trauer. Aber auch Enttäuschung. Ja ich bin zutiefst enttäuscht.
Wie konntest du mich einfach so im Stich lassen? Wie verdammt noch mal? Erklär es mir. Bitte. Ach so, ja klar, das geht jetzt natürlich nicht, schon logisch. Und warum nicht? Weil du woanders bist. Du bist nicht hier bei mir, wo du eigentlich sein solltest. Denn wenn du mich nicht im Stich gelassen hättest, dann hätten wir dieses Klärungsbedürfnis ja auch gar nicht.
Aber hast du dabei auch einmal an mich gedacht? Wie ich mich dabei fühle? Ist dir auch nur einmal in den Sinn gekommen, dass ich dich gebraucht habe? Dass ich dich immer noch brauche? Dass ich ohne dich nicht vollständig bin? Nein, das alles sicher nicht, denn sonst wärst du nicht so egoistisch gewesen und wärst woanders hin gegangen. Ohne mich... Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht? Etwa, dass ich das schon allein hinbekomme? Oder dass du einfach so gehen kannst, ohne dich zu verabschieden? Sag mal spinnst du eigentlich? Dachtest du, das merkt keiner, wenn du einfach so sang- und klanglos verschwindest? Tja, da muss ich dich leider enttäuschen, denn ich habe es gemerkt. Und merke es immer noch. Jeden Tag. Jeden verfluchten Tag, den ich ohne dich verbringen muss. alleine. Weil du jetzt an einem anderen Ort bist. Einfach so. Und warum das Ganze? Nur weil du
gestorben bist.

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Kommentare

Johannes schrieb am 2008-04-10 09:33:27:
wow, da bin ich echt sprachlos. Super emotional-traurige Geschichte. Ich find's klasse, wie du erst erzählst und ihn dann direkt mit "du" ansprichst.
Sehr spannend bis zum Schluss. Eigentlich war es klar, dass er tot ist, aber ich dachte, dass er vielleicht Selbstmord begangen hätte. Du lässt den Schluss vollkommen offen ohne etwas wichtiges zu verbergen; finde ich auch sehr gut.
Im Großen und Ganzen einfach eine wahnsinnig gute Geschichte.

Gruß Jo

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