Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Kurzgeschichte > Story

Wenn die Blätter fallen

von Michael Behofsics

1 2

Wenn die Blätter fallen

Haben Sie schon einmal etwas erlebt von dem Sie wussten, dass es Ihnen niemand glauben würde wenn Sie es erzählen würden? Tja Ich schon, an meinem Einundsiebzigsten Geburtstag.
Nun erzähle ich es, in dem Wissen das Sie es nicht glauben werden, trotzdem.
Am Morgen meines Einundsiebzigsten Geburtstags verließ ich das Haus für einen kleinen Spaziergang, es war ein sonniger Herbstmorgen. Es war kühl, aber die noch spärlichen Sonnenstrahlen wärmten einen langsam. Ich beschloss einfach die Straße entlang zu schlendern und die Schaufenster zu genießen. Gewöhnlich fragte ich mich wozu die Menschen wohl all dieses Zeug brauchten das da ausgestellt wurde, aber oft waren sie einfach hübsch dekoriert und damit schön anzusehen. Meine Geburtstage verbrachte ich in der Regel allein, so wie die meisten anderen Tage auch. Ich war nie ein Familienmensch, das heißt nicht dass ich nie eine Familie wollte, irgendwie konnte ich nur nie eine gründen. Etwas hinderte mich daran, ich könnte es jedoch nicht beim Namen nennen. Auch habe ich mir nie ein Auto angeschafft. Viel zu laut und zu schnell. Außerdem viel zu teuer. Ich war noch nicht weit, da quietschten Reifen auf der Straße neben mir, gefolgt von schrecklichem Fauchen und knirschen. Der Gestank von verbranntem Gummi stieg mir in die Nase. Ich blieb stehen und sah dass ein Autofahrer eine Katze überfahren hatte. Arme Kreatur. Glücklicherweise hatte diese Vollbremsung keinen Unfall zur Folge. Der Fahrer stieg aus und besah sich den Schaden. Am Auto war nichts kaputt, aber die Katze lebte nicht mehr lange. Sie war noch immer unter einem Reifen eingequetscht, und versuchte sich zu befreien. Mit den Vorderpfoten kratzte sie am Asphalt, aber Ihr Rückgrat musste zermalmt worden sein denn der Rest ihres Körpers bewegte sich nicht. Nur Sekunden dauerte der Todeskampf bevor sie ein letztes verzweifeltes Wehklagen hören ließ. Die Katze hatte ein Halsband. Der Todeslenker sah das, und fluchte wie ein Kesselflicker. Wahrscheinlich gehörte sie einem kleinen Mädchen das sie schrecklich vermissen würde. Traurig. Ich beschloss meinen Weg fortzusetzen, und hoffte dass die Auslagen meine Gedanken von diesem bedauernswerten Geschöpf ablenken würden. Wenn einem so etwas an seinem Geburtstag passiert kann einem das den Tag vermiesen. Ich hoffte nur dass das kleine Mädchen dem dieses Kätzchen vielleicht gehörte, nicht auch Geburtstag hatte. Nach diesem Erlebnis genoss ich die frische Luft sogar noch mehr, es war als würde sie meine Gedanken reinigen. Die Schaufenster waren zum Teil wie erwartet. Andere waren nur einfach voll gestopft, mit technischem Zeug das zu unglaublichen Preisen angeboten wurde. Unglaublich hoch meine ich. Als ich an einem Cafe vorbeikam reizte es mich einen Tee zu trinken und die Zeitung durchzublättern, also ging ich hinein und setzte mich an einen Tisch neben dem Eingang. Es war so ein Cafe mit einem gigantischen Schaufenster durch welches man auf die Straße, oder von der Straße aus herein sehen konnte. Jetzt fühlte ich mich wie die Ware in einem Laden. Einem Antiquitätenladen oder dergleichen. Der Gedanke amüsierte mich. Ich bestellte einen starken Tee und die heutige Zeitung. Wie immer haufenweise reißerische Schlagzeilen wie: „Traktor tötet Familie, Maschinen rebellieren!“ Oder etwa: „Flutwelle spült Stadt weg, Ozean rebelliert!“. Das meiste darin ist Schwachsinn, aber es unterhält die Leute. Es lenkt sie ab, vom täglichen Einerlei. Der Tee wärmte, und ich dachte gar nicht mehr an die Katze. Ich beobachtete die Wolken durch das Fenster und genoss einfach das Leben. Doch als mein Blick auf ein Gebäude gegenüber fiel, sah ich einen jungen Mann der gerade aus einem Fenster kletterte. Zuerst konnte ich mir keinen Reim darauf machen wieso er das Tat, schließlich war er ziemlich hoch oben. Und als ich diesen Gedanken beendete, traf mich die Erkenntnis wie ein Vorschlaghammer. Als ich gerade aufsprang um nach draußen zu laufen, hörte ich ein markerschütterndes Krachen. Der arme Teufel landete mit dem Kopf voran auf einem Auto. Keine Chance das zu überleben. Ich warf das Geld für den Tee auf den Tisch und stellte die Tasse darauf, dann lief ich raus. Rund um das demolierte Auto, aus dessen Dach ein Mensch ragte, versammelten sich Gaffer. Einige von ihnen hatten das Handy am Ohr, ich wusste nicht ob sie die Rettung oder die Polizei riefen, oder einfach ihren Freunden und Freundinnen einen detaillierten Bericht lieferten. Neben mir stand jedoch eine junge Frau die offenbar gerade mit dem Notruf telefonierte. Ich verließ den Schauplatz dieser schrecklichen Tragödie und ging einfach weiter. Furchtbar. Natürlich kamen Fragen in mir auf, wer der junge Mann wohl war und wieso er sich wohl umgebracht hatte und dergleichen. Niedergeschlagen dass sich so etwas an meinem Geburtstag, direkt vor meinen Augen abspielte musste ich auch noch diese Fragen unbeantwortet beiseite schieben. Nun konnte ich den Tag nicht mehr genießen. Ich fühlte mich unwohl, wollte aber nicht nach Hause, dort würden mich diese Gedanken und Fragen nur erdrücken. Aber dieses ungute Gefühl verschwand nicht. Es war als würde mich jemand beobachten. Ich sah mich um. Natürlich waren überall Menschen aber glaubte nicht das mich einer von ihnen beobachtete, aber irgendwas gefiel mir nicht. Es war so ein Bauchgefühl das etwas nicht stimmte, nicht ins Bild passte. Ohne es zu merken legte ich ein wenig an Tempo zu, und ich fragte mich was mich so nervös machte. Wahrscheinlich war es der Schock, wegen diesem Selbstmörder dachte ich. Kein Wunder, so etwas Furchtbares mit ansehen zu müssen, würde wohl jeden aus der Fassung bringen. Meine Hände zitterten und mein Puls raste. Der Gedanke an einen Herzinfarkt kam mir kurz, aber da machte ich mir eigentlich wenig sorgen, ich war kerngesund. Aber dieses verflixte Unwohlsein verschwand einfach nicht. Ich bog in einige Gassen ein und ließ das Cafe weit hinter mir, bis ich wieder auf die gewohnte Route entlang der Straße wechselte. Ich fühlte mich ein wenig schwach und ausgemergelt, vielleicht sollte ich etwas essen dachte ich. Nach kurzer Zeit erblickte ich ein gemütliches kleines Restaurant. Genau das richtige Ambiente um mich zu beruhigen und ein wenig zu Stärken. Ich setzte mich also an einen Tisch und bestellte Wasser und Suppe, da spürte ich wieder wie Blicke auf mir ruhten, und diesmal kannte ich auch deren Ursprung.
Nur ein weiterer Gast saß in diesem Restaurant und der sah mich ganz unverhohlen an. Dieses Bauchgefühl wurde stärker als sich unsere Blicke trafen. Ich erkannte den Mann. Er stand bei den Schaulustigen vor dem Cafe, und er war auch da als ich mich beobachtet fühlte. Aber warum starrte er mich an? Hat er mich verfolgt oder war es Zufall? Noch ein Gast setzte sich an einen Tisch. Als ich meine Suppe bekam hatte ich keinen Appetit, ich konnte nur diesen Mann anstarren, der mich anstarrte. Er sah gut aus, ein feiner grauer Anzug, leger ohne Krawatte, einen guten Haarschnitt hatte er auch. Aber er

1 2

Kommentare

Michael Behofsics schrieb am 2008-06-24 00:05:26:
Naja, wär die Story so wirkungsvoll gewesen wenn ich explizite teile ausgelassen hätte? Ich glaube nicht. Lies weiter meine sachen. Ich freu mich immer darüber.
Danke
Michael Behofsics
sandra weiler schrieb am 2008-06-19 21:01:55:
ein rendezvouz mit joe black :)
Du kannst echt gut schreiben, und die perspektive des opas ist gelungen.
Aber wieso gleich so ein gemetzel? ich fand das etwas zu viel für eine kurzgeschichte (katze,selbstmord und überfressen), vorallem bei deinem sehr realistischen stil/ schilderung.
aber sehr schön.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.