Why?
von
Archangel
Eigentlich war ich ein ganz normales Kind. Okay, ich stellte viel Unsinn an,
aber dafür habe ich eine gute Erklärung. Ich war ein hyperaktives Mädchen,
ich hatte meistens 2 kleine Zöpfe und liebte es den ganzen Tag draußen zu
spielen. Ich sprang auch öfter gegen meine Zimmertür, denn ich hatte an
meiner Tür ein Poster, das aussah, als wenn dahinter ein weiteres Zimmer
lag, und wenn ich dann auf meinem Bett herum sprang und meine Mutter mich
rief, sprang ich von dem Bett direkt gegen die Tür. Ich dachte die Tür wäre
offen. Mein Vater glaubt immer noch das sei der Grund, warum ich nicht
gerade die cleverste bin (seiner Meinung nach). Ich für meinen Teil, glaube
nicht, dass ich so doof bin. Ich mag die Schule zwar nicht aber wenn ich
will kann ich auch Einsen schreiben, ich habe nur keine Lust zum lernen.
Außerdem stellte ich mir von Klein auf irgendwelche Fragen, die mich
beschäftigten. Zum Beispiel fragte ich mich mit 10 stolzen Jahren, als ich
gerade meine Tage bekam und meiner Mutter mit mir 2 Stunden alles besprochen
hatten, warum das Blut aus dem Körper fließen kann, wenn man noch Jungfrau
ist. Ich meinte, das dort schließlich ein Häutchen ist, und das müsste doch
das Blut zurück halten. Bis mir später jemand erklärte, dass das
Jungfernhäutchen eine kleine Öffnung hat. Apropos, außerdem fragte ich mich
wozu es eigentlich nützlich ist Jungfrau zu sein? Diese Frage stellt sich
doch bestimmt jede Frau einmal, und die meisten antworten damit, dass sie
dieses "Opfer" jemandem überbringen wollen, den sie wirklich lieben. Aber um
ehrlich zu sein war diese Situation eine echte Qual für mich. Ja ich weiß,
das schockt euch bestimmt, aber ich konnte einfach nicht mehr ertragen, das
kleine, nette, unschuldige Mädchen zu sein. Zumal das mit meiner
Persönlichkeit nicht übereinstimmte. Ich kenne keinen Gott, dass heißt
nicht, dass ich strenger Antichrist bin, aber mir hat noch nie ein Gott
geholfen und somit bin ich der Auffassung, dass es ihn nicht gibt. Außerdem
halte ich mich für "Anders" und so gesehen möchte ich mich von der Masse
abheben. Vielleicht widerspricht sich das, dessen bin ich mir bewusst aber
ich denke, das diese Jungfräulichkeit nicht zu dem Stil eines Mädchens
passt, dass gerne Rock oder Punk hört. Das klingt naiv, aber ich war damals
der Auffassung, dass es dem Punk-Rock-Klischee nicht entspricht, so rein und
unschuldig zu sein. Mit diesen Ansichten des Lebens war ich also gerüstet
und bereitete mich seelisch auf den Urlaub mit meinen Eltern vor. Wir waren
nach Usedom gefahren und haben dort in Zempin (einem kleinen Dorf auf dieser
"schönen" Halbinsel) einen Campingwagen gemietet. Glücklicherweise machte
auch ein guter Freund von mir in der Nähe von Zempin (in Zinnowitz um genau
zu sein) mit seinen Eltern Urlaub. Also musste ich nicht die ganzen zwei
Wochen mit meinen Eltern am Strand hocken und mich von der Sonne ärgern
lassen. Die erste Woche brachte ich damit zu jeden Morgen die 2 Kilometer
nach Zinnowitz zu gehen und etwas mit Chris zu unternehmen und Abends wieder
zurück zu laufen. Die ersten paar Tage waren echt gut, wir hockten auf einem
Spielplatz und unterhielten uns. Das meiste worüber wir redeten war z.B.
Homo bzw. Bisexualität oder mein derzeitiger Freund. Dieser besagte Freund
wohnt in der Nähe von Karlsruhe, was schon sehr weit entfernt ist, wenn man
bedenkt, dass ich in Neubrandenburg (Mecklenburg/Vorpommern) lebe. Flo war
schon ein netter Typ, aber ich war meist sehr depressiv drauf, weil es mich
einfach ankotzte so weit weg von ihm zu wohnen. Ich spielte sogar mit dem
Gedanken einfach meine Klamotten zu packen und von hier abzuhauen. Nur die
Frage war, wo sollte ich hin? Bei ihm konnte ich nicht die ganze Zeit
bleiben, außerdem würde ich irgendwo Geld verdienen müsste um zu leben und
meine Eltern könnten das sicherlich auch nicht so auf sich beruhen lassen.
Aber das spielt nur eine kleine Rolle. Mir war jedoch zu dem Zeitpunkt noch
nicht klar, warum ich den Kontakt zu Flo abbrechen sollte. Für mich war er
der Einzige, der mich wirklich verstehen konnte. Was ich zur jetzigen Zeit
nicht verstehen kann, war, dass ich mich dermaßen an ihn klammerte und ihn
nicht los lassen konnte. Vielleicht war es, weil ich zuvor noch nie eine
solche Erfahrung gemacht hatte, aber zurück zu dem Urlaub auf Usedom:
Irgendwann beschwerte sich Chris darüber, dass sich ein Freund von ihm nicht
"bequemte" (so waren seine Worte) ihm auf Usedom Gesellschaft zu leisten und
ihn zu besuchen. Wobei ich mir sehr sicher bin, dass es ihm hierbei nicht
nur um Thomas (der besagte Freund) ging sondern um den Kumpel von Thomas
(ich glaube Patrick). Eines morgens saß ich wieder an der Brücke und wartete
auf Chris, doch als er endlich ankam, lief ein sehr großer Typ hinter ihm
her, dass ich mich schon sehr wunderte. Aber als er sich dann noch neben uns
stellte, als ich Chris begrüßte, war ich schon verblüfft. Doch Chris kannte
ihn, es war Thomas, obwohl er noch den Tag zuvor nicht die Absicht verspürte
dort hin zu kommen (so war ich zumindest der Ansicht). Aber was soll's. Ich
verstand mich sehr gut mit Thomas, ich weiß nicht mehr wann genau, aber als
wir mal allein waren (also als Chris den lieben Sohn bei seinen Eltern
spielen war), tat ich etwas was ich zuvor nie getan hätte. Ich öffnete mich
einer Person, die ich noch nicht einmal 24 Stunden kannte. Vielleicht war
ich einfach zu kaputt und musste mir mal alles von der Seele reden, aber ich
denke, das war nicht der hauptsächliche Grund. Ich meinte mich einer Person
anzuvertrauen die mich gleich akzeptierte, so wie ich war, die nett zu mir
war und mich verstand. Dieses Gefühl kannte ich sonst nur von Flo, nur bei
ihm hatte es auch so seine Zeit gedauert, bis ich ihm alles sagen konnte,
was ich wollte. Somit hatte ich einen neuen guten Freund gefunden, und er
hört sogar die gleiche "kranke" Musik wie ich. Also erzählte ich ihm auch
davon, dass ich es nicht mehr aushielt Jungfrau zu sein und meine ganze
verfickte Geschichte. Von den Schreitereien meiner Eltern bis zu der
verqueren Situation als ich dass erste Mal meine Tage hatte. Einfach Alles.
Also war ich natürlich ziemlich angeschlagen als Chris dann doch nach Hause
fuhr und Thomas (selbstverständlich) hinterher. Am letzten Nachmittag hatte
ich besonders schlechte Laune und versank in eine neue Depression. Doch
Thomas ließ sich nicht mit der Antwort abfertigen die ich ihm auf die Frage:
Was mich denn zu ankotzt?, gab. Ich meinte, dass ich einfach von allem die
Schnauze voll hatte, aber das geht nicht. Ich suchte die ganze Nacht nach
dem Grund und fand ihn dann schließlich auch. Es war Flo, so konnte es nicht
weitergehen. Also fasste ich den Entschluss, wenn ich aus dem Urlaub
wiederkomme mit ihm Schluss zu machen. Doch nach einem Telefonat mit Thomas,
dem ich das erzählte, war mir auch klar, dass ich ihm nicht einen lieben
Brief schreiben kann ich sollte es auf die ,harte' Tour machen. Doch wie
wusste ich noch nicht. Aber nun zurück zu Usedom, ich schwafel mal wieder zu
viel. Am nächsten Tag waren also Thomas und Chris weg und ich war ganz
allein. Ein Glück schien die Sonne, so dass ich ein Sonnenbrille aufsetzen
konnte, damit meine Eltern nicht merkten, dass ich heulte. Ich fühlte mich
allein gelassen und ziemlich mies. Richtig einsam und im Stich gelassen.
Also, begleitete ich meinen Vater dabei, wie einen Bekannten suchte. Einfach
nur um mich von der depressiven Stimmung weg zu bringen. Wir fanden ihn dann
auch. Als ich dort nun im Gartenstuhl saß und versuchte dem Gespräch der
beiden zu folgen, kam jemand den ich schon aus meiner alten Trainingszeit
kannte. Pünktchen! Doch sie konnte sich nicht mehr an mich erinnern. Aber
wenigsten munterte mich der Gedanke daran, dass mich alle Leute immer
vergessen, auf erschreckend schwachsinnige Weise auf. Meine Eltern, besser
gesagt mein Vater (im Namen der sich ewig streitenden Ehepartner),
verabredeten sich zum abendlichen Trinkgelage. Ich weiß nicht mehr, wie ich
den Rest des Tages überstand. Ich hatte irgendwie einen Filmriss. Ich weiß
nur noch, dass ich dann am Abend in dem gleichen Gartenstuhl saß und vor
mich hin vegetierte. Bis mich ein Junge, dessen Eltern den Dauercampingplatz
neben an besaßen, fragte ob ich mit ihm zum Strand komme. Wie ich dann
herausfand heißt er Marco und was ich am besten fand, war, dass er bei Nadja
(eine Bekannte von mir) in die gleiche Klasse ging und der Bruder von
Pünktchen ist. Er nahm mich also mit, aber wir gingen nicht an den Strand,
dort war es immer stürmischer geworden, sonder in den Biergarten, der nur,
wenn überhaupt, am Tage offen war. Und somit ein Treffpunkt für Jugendliche
war um in einem beschütztem, überdachtem, kleinem Reich zu sitzen, rauchen
und trinken. Dort machte ich die Bekanntschaft mit vier Bääärlinern (wie sie
unsere Hauptstadt gerne nannten). Andy, Franz, ... (hab blöder Weise den
Namen mal wieder vergessen) und Chris, mit dem gleich in einen Konflikt
geriet. Marco stellte sie mir vor indem er noch als Zusatzinformation
meinte, dass sie 4 Berliner wären. Und da ich es so kenne, dass man Berliner
scherzhaft Weise auch gerne Buletten nennt, tat ich das auch gleich und
meinte zu Chris, so etwas wie: "Ah ja, Buletten also." Da er gerade neben
mir stand, packte er mich gleich von hinten und versuchte mich zu kitzeln.
Was heißt versucht? Er tat es natürlich, aber als ich begann mich auf meine
übliche Weise zu entschuldigen, (Das ist wirklich schlimm, denn ich
entschuldige mich hundert Mal für jedes bisschen, was auch Freunde von mir
sehr aufregt!) hörte er dann auch wieder auf und so dachte ich. Oh, Scheiße,
jetzt hast du es dir gleich mal wieder versaut, das kann ja heiter werden.
Aber so war es nicht, im Gegenteil, wir verstanden uns sehr gut. Er gefiel
mir gleich von Anfang, denn er kannte ,die ärzte', spielte Gitarre und war
eigentlich genauso drauf wie ich zu der Zeit. Sehr depressiv, aber auch
durchgeknallt. Je später der Abend wurde, desto mehr Leute lernte ich dann
auch kennen, so zum Beispiel Lusi oder Sandra (die jetzige Freundin von
Marco). André, Schade und Sandra (aber eine andere Sandra) waren zu dritt
mit der Mutter von Sandra und André (die somit logischer Weise Geschwister
sind, und Schade, eigentlich Marcel Schade, der Kumpel von André ist) nach
Zempin gekommen waren. Zu ihnen aber später noch etwas. Chris saß nun also
die ganze Zeit neben mir und spielte auf seiner Gitarre irgendwelche Lieder
(meistens von den ärzten). Wir kamen uns dann ziemlich nahe und seit Marco
mich vor meinem Unglück beschützt hat waren gerade 3 Stunden vergangen und
er hatte schon seine Zunge in meinem Hals. Das erstaunliche war, dass Chris
Katholik ist und eigentlich mit Gott (also Jesus) nichts am Hut habe, aber
Gegensätze ziehen sich nun mal an. Aber dennoch wusste ich, dass mein
größter Wunsch auch an dem nicht erfüllt werden kann. Schließlich ist für
Katholiken die höchst Regel: Kein Sex vor der Ehe! Dennoch fand ich ihn zu
süß, um ihn einfach abblitzen zu lassen und ließ es mir gefallen. Obwohl
wenn ich ehrlich sein soll war es für mich die erste Erfahrung auf dieser
Ebene. Es verging noch etwas Zeit, bis sich unsere Gruppe sich etwas
lichtete. Wir saßen also noch etwas im Biergarten, bis Chris dann auch mal
seine Gitarre wegbrachte. Ich ging mit, weil ich nichts besseres zu tun
hatte. Als ich vor dem Zelt stand und darauf wartete, dass er wieder heraus
kam rauchte ich meine letzte Zigarette an diesem Abend. Ich wartete noch
einige Sekunden aber irgendwie schien er wohl eingeschlafen sein. (Dachte
ich!) Doch als ich dann nachsah, zog er mich einfach ins Zelt. Nun ja was
dort muss ich wohl nicht aufschreiben, denn es kann ja nicht viel passiert
sein, da er ja Katholik ist. Aber das Beste ist, dass auf einmal Marco vor
dem Zelt stand und meinte wir sollten mal heraus kommen. Da ich das nicht
einsah, fragte ich wieso. Doch Antwort ließ mich fast erstarren, denn meine
Mutter stand vor dem Zelt. Ich zog mich so schnell ich konnte an und
verstaute sogar meinen BH in meinem Rucksack, nur um Zeit zu sparen. Chris
meinte nur noch zu mir, ich solle mich an mein Versprechen erinnern, dass
ich ihm in seiner Gegenwart gegeben hatte. Er gab mir einen letzten Kuss und
ich ging aus dem Zelt. Dort sah ich dann meine Mutter Zähne knirschend
stehen. Auf dem Weg zu unserem Campingwagen bezeichnete sie mich als
verantwortungslos, Nutte, Hure und noch andere Ausdrücke die ich über mich
ergehen lassen musste. Doch ich empfand es nicht weiter schlimm. Ich dachte,
dass ich träume bzw. nahm ich alles so wahr und reagierte dementsprechend.
Also sehr ruhig und gelassen. Ich sprach kaum ein Wort bis ich nun endlich
in meinem Bett lag, wurde mir erst bewusst, was ich erlebt hatte und was ich
meinen Eltern damit angetan hatte. Aber mir tat es keines Wegs leid. Nein
ich hatte nicht die geringsten Schuldgefühle. Aber ich musste noch etwas
erledigen. Ich weiß nicht mehr warum, aber ich hatte nicht weiter Lust auf
Usedom zu bleiben zumal Chris an dem folgenden Tag abreiste und das am
frühen morgen (also hatte ich keine Chance ihn noch mal wieder zu sehen).
Ich war wieder in der Situation in der ich schon am Anfang war. Also schrieb
ich Thomas eine Nachricht und schlief dann ein. Am nächsten morgen, war
alles so wie immer, meine Mutter ging mit mir schwimmen (oder besser gesagt
ich mit ihr, denn ich musste ja unbedingt jeden morgen in der kalten Ostsee
baden, nur die 2. Woche wurde mir weitgehend erspart und ich begleitete sie
nur, ging aber nicht schwimmen. Ich benutze diese Ausrede sehr gerne, aber
sie will mir immer weiß machen, dass man trotzdem baden gehen kann, auch
wenn man seine Tage hat. Doch ich mag es einfach nicht, wenn sich irgendwas
in meinem Körper aufbläht.). Um nach dem Frühstück die liebe Tochter zu
spielen, tat ich alles, was sie von mir verlangten. Da kein allzu gutes
Wetter an dem Tag war, lief ich wie ein kleines Hündchen hinter ihnen her
und sprach nicht ein Wort. Doch zuvor hatte mich Thomas noch angerufen um
sich zu erkundigen, was denn an vorherigen Tag passiert sei. Ich erklärte es
ihm und er regte sich dann mal wieder über Chris (also mein Kumpel durch den
ich Tom kennengelernt hatte)auf. Am Abend aber machte ich mich wieder auf
dem Weg um Marco zu treffen, ich hatte ihn den ganzen Tag über nicht gesehen
und so entschloss ich mich, mal beim Biergarten vorbei zu schauen. Dort saß
er dann mit André und Schade. Als er mich sah fiel ihm buchstäblich ein
Stein vom Herzen. Er hatte einen Brief von Chris für mich und Chris hatte
ihn den ganzen Tag angeklingelt, ob er mir den Brief schon gegeben hatte.
Außerdem hatte er wohl Angst mir sei etwas bzw. ich sei meinen Eltern
passiert...! Aber ich hatte den Brief und darin waren ich glaube 4 Punkte
aufgeführt: 1. Ich soll auf mich aufpassen, 2. Das Leben ist zu kurz zum
sterben, 3. Man sieht sich im Leben mindesten ein zweites Mal und 4. HDGDL.
Heute denke ich, dass er sich diesen Brief in den ... schieben kann, aber zu
der Zeit habe ich ihn jeden Abend durchgelesen und wäre dabei fast
gestorben. Am gleichen Abend machten Marco und ich uns aus, dass wir mal
(also noch in den Ferien) nach Berlin fahren um alle zu besuchen. Aber dazu
später ... . Erst mal hatte ich noch gut eine Woche zu überleben. Aber das
war eigentlich nicht weiter schwierig, denn meistens saßen wir den Vormittag
am Strand und Abends dann im Biergarten. Ich trank und rauchte zu viel, aber
es viel niemandem auf. Das einzige, was ich nicht durfte war mir weiterhin
die Arme aufzuritzen. Doch ich hatte die meiste Zeit etwas zu tun und wenn
nicht, bin ich mit Lusi nach Zinnowitz gegangen oder ähnliches. Am letzten
Abend saßen wir an der Ostsee und ich habe André den Rücken massiert, was
mir in dem Moment nicht auffiel war, dass mich Schade immer ansah und wenn
ich schlecht drauf war hat er versucht mich aufzumuntern. Und als ich André
massierte war er irgendwie traurig. Das fiel mir erst ein als wir am Abend
wieder im Biergarten saßen. Erst musste ich mit allen die wollten
Bacardi/Cola auf Ex trinken. Dann hatte ich also 4 Gläser hintereinander auf
Ex weg und Lusi wollte sich ein Brötchen holen, weil wir schon den ganzen
Tag nichts gegessen hatten. Also ging ich mit. Als wir dann wiederkamen
setzte sie sich auf eine Bank in der Ecke und erbrach sich. Das war ja nicht
weiter schlimm, nur ich merkte so langsam auch, dass etwas in meinem Magen
rebellierte. Ich gesellte mich also zu ihr, hielt meine Haare zurück und
wartete ein paar Minuten, bis ich mich ebenfalls erbrach, das Spiel ging
ungefähr dreimal so (nur weil irgendein Idiot mir Wasser mit Kohlensäure zu
trinken gab). Ich legte mich auf eine Bank und jemand hielt meine Hand. Erst
nach `ner halben Stunde bekam ich mit, dass es Schade war. Er redete mit mir
und so langsam wurde ich wieder nüchtern. Eine Stunde nach dem ich mich
übergeben hatte stand ich wieder auf den Füßen. Schade unterhielt sich
weiter mit mir, doch dann machte er eine Andeutung, die mir bis dato
rätselhaft war. Ich wollte natürlich wissen, was er mir sagen wollte, doch
er schüttelte den Kopf und meinte das es egal wäre. Nach einer Ewigkeit kam
dann ein Satz den ich nicht mehr ganz wiedergeben kann. Irgend etwas von
wegen, dass er mich wohl nett findet oder so. Nun ja und ich als Mensch, der
auf die Bedürfnisse anderer gerichtet ist, gab mich ihm hin. Das ging so bis
ich am nächsten Tag gegen Mittag losgefahren bin. Eigentlich Schade, dass
ich so dumm und blind war. Aber da war ja noch Chris. Als ich wieder zu
Hause war, kam Thomas nach NB und wollte dann 3 Tage zu seiner Oma nach
Rostock. Und fragte mich, ob ich ihn nicht begleiten möchte. Aber wer meine
Eltern kennt weiß, dass das unmöglich ist, wenn man ich ist. Ich schaffte es
sie zu überreden mir ein Schülerferienticket zu kaufen mit dem ich dann
Morgens nach Rostock fuhr und Abends wieder zurück. Ich machte das 2 Tage,
dann bekam mein Vater eine Kolla. Aber der erste Tag mit Tom war wirklich
interessant, wir waren die ganzen Tag bei seiner Oma (die in Urlaub war) in
der Wohnung. Als ich gerade auf dem Balkon stand um eine zu rauchen, stellte
er sich hinter mich und begann an mir herum zu fummeln. Wir gingen dann
wieder rein und ich dachte, okay er ist ein guter Freund von dir und wenn er
dir schon den Gefallen tun will, warum nicht. Aber irgendwie habe ich mich
dann doch verkrampft und es ging gar nichts mehr. Aber seit dem denke ich,
dass er nicht 100%ig schwul ist. Am zweiten Tag lag er dann heulend auf
meinem Schoß, weil Chris (also sein Ex und mein Kumpel) mal wieder Scheiße
mit ihm machte. Naja, ich war nur knapp `ne halbe Woche zu Hause, da stand
der Plan nach Berlin zu fahren. Doch 2 Tage vorher bekam ich von Chris eine
SMS ich solle doch schlafen gehen und an Schade denken. Aber woher wusste er
das? Wirklich nett, aber diese Person konnte ich noch nie leiden, aber ich
wusste nicht, dass sie so ein blöde Zicke ist. Es war Sandra, die Schwester
von André. Aber was soll`s? Wir sollten noch Badezeug mitnehmen, da wir mit
dem Boot seines Vaters segeln wollten. In Berlin angekommen holte uns nicht
Chris sondern Andy ab. Da er noch zur Kirche musste (Scheiß Katholik). Aber
wir fuhren noch mit der Freundin von Andy zum "saubersten See" ganz Berlins
wo wir auf Chris warteten. Auf dem Boot war auch nicht besonders viel los.
Ich kann nur sagen, dass ich auf der Rückfahrt Tom eine SMS schickte in der
stand, dass ich noch immer Jungfrau bin. Ich machte mich den Rest der Ferien
so fertig, weil ich dachte Chris zu lieben. Was nicht stimmte! Doch da gab
es etwas worauf ich mich freuen konnte. Nadja hatte bald Geburtstag! Und da
sie 18 wurde hatte sie eine (für ihre Verhältnisse) große Party organisiert.
Wir waren dann ca. 15 Leute in einer Schule (wo ihr Vater arbeitete und
einen Raum für uns zur Verfügung gestellt wurde), aber als erstes empfand
ich alles relativ lahm, ich ging öfters raus um eine zu Rauchen und
ansonsten lief nur diese schreckliche Techno-Musik. Als ich meine erste
Flasche Weißwein geleert hatte, ging es eigentlich ganz gut, ich saß mit
einem Kumpel von Nadja auf einem Fensterbrett und wir unterhielten uns über
alles Mögliche, während ich meine Farin Urlaub CD angemacht habe. Das war
der Moment, als Torte und Matze ins Spiel kamen. Sie setzten sich uns
gegenüber und schienen sehr von mir angetan zu sein. Wir erklärten uns dann
bereit nach draußen zu gehen, weil es im Haus langsam warm wurde. Ich saß
dann auf der Treppe, die zur Tür der Schule führte, ganz oben neben Matze
und vor mir saß Torte. Sie wollten unbedingt meine Nummer haben, ich habe
mir nichts dabei gedacht und gab sie ihnen. Nadja war an diesem Abend mal
richtig lustig (ob das daran lag, dass sie Alkohol zu sich genommen hatte?),
aber gegen 12 Uhr verließen wir das Grundstück. Matze und Nicole (die Matze
eigentlich mitgebracht hatte, gegen Nadjas Willen) brachten uns, mich und
Nadja, nach Hause. Ich schlief nicht sofort ein, aber dafür ertappte ich
meine Vater dabei, wie er mit seinem Bier in der Hand auf der Couch im
Wohnzimmer eingeschlafen war. Ich sah auch das kleine Glas in dem er immer
seinen "Korn" hinein füllte. Alkohol spielte bei meinen Eltern zu dieser
Zeit eine sehr große Rolle, sie tranken jeden Abend und ich kannte schon die
Geräusche, die sie machten wenn sie sich ein neues Glas einfüllten.
Irgendwann schlief ich dann ein und am nächsten Morgen ging es mir auch
einigermaßen gut. Ich hatte nur meine altbekannten Bauchschmerzen, weil ich
am Tag zuvor mal wieder meine Tage bekommen hatte. Nachmittags bekam ich von
Torte eine SMS, er wollte sich mit mir treffen und schlug vor, dass ich zum
Augusterbad kommen sollte. Was ich auch tat. Dort lernte ich auch Lutz
kennen, er war mir einigermaßen sympathisch. Was mich störte war nur, dass
er dauernd irgendwelche Frauen feindlichen Witze machte. Aber jeder hat
seine Macken. Dann später kamen noch Matze und Parschie (ich weiß gar nicht
wie er wirklich heißt) hinzu. Parschie war auch am Vorabend schon bei Nadja
gewesen, ich konnte mich nur noch schwach an ihn erinnern. Er ist ein Typ
der nicht besonders auffällt, deshalb habe ich mich nicht weiter mit ihm
beschäftigt. Circa eine Woche später kam Matze nachmittags zu mir und wollte
mit mir reden. Ich unterhielt mich mit ihm, unten bei uns auf dem Hof,
ungefähr eine Stunde. Er wollte, dass ich die ganze Truppe auf einem
Wochenendtrip nach Usedom begleiten sollte. Ich weiß eigentlich nicht mehr
warum ich mitgefahren bin, vielleicht sah ich die Chance meine
Jungfräulichkeit los zu werde, aber ich war gegen den Willen meiner Eltern
einverstanden. An dem darauffolgendem Freitag nachmittag sollte es los
gehen, ich schrieb meiner Mutter einen Brief, wann ich zurück sei und dass
sie sich doch bitte keine Sorgen machen sollte. Dieses Wochenende war
relativ amüsant, ich schlief im Zelt, dass sich Lutz und Torte teilten. Es
war ein reinster Machtkampf, zwischen Lutz, Torte, Parschie und Matze, um
mich. Doch da ich die größte Sympathie zu Lutz empfand und er mich überredet
hatte mit ihm noch mitten in der Nacht baden zu gehen, verlor ich mein Hymen
an diesem Abend. Naja, es war nicht gerade berauschend aber ich war das los,
was ich schon seit Jahren hasste. Wir wollten am Sonntag nachmittag zurück
sein, doch es wurde doch später Abend daraus. Meine Eltern waren
dementsprechend aufgebracht. Als erstes bekam ich zwei Bachpfeifen und
danach mehr, was ich hier nicht ausführen möchte. Sie waren beide schon sehr
angetrunken und vor Wut kaum zu halten. Verständlich, aber dennoch hatten
sie nicht das Recht mich zu verprügeln. Am nächsten Tag redete meine Mutter
mit mir. Aber seit diesem Tag, war nichts wie vorher. Es renkte sich mit
meinen Eltern alles wieder ein. Dafür tranken sie mehr und keiften sich
gegenseitig auch noch an. Bis zum heutigen Tag kann man die Beziehung zu
meinen Eltern mit dem Kurs einer Aktie vergleichen. Die ständig ansteigt und
dann wieder fällt. Für eine gewisse Zeit ist alles im Grünen Bereich, aber
dann bekommen sie wieder irgendeine Macke und sie kramen nach längst
geschehenen Fehlern meinerseits. Naja, das Wochenende war nicht der Bringer
und ich bereue es noch heutige auf diese Idee eingegangen zu sein. Ich denke
ich wollte meinen Eltern nur beweisen, dass ich mir nicht auf der Nase herum
tanzen lasse und auch schon ein wenig erwachsen bin. Aber ich halte mich da
an einen Grundsatz, der mich sehr beeindruckt und jedesmal wieder zum
Nachdenken anregt. Es geschieht nämlich nichts ohne Grund und heute sehe ich
das auch so. Ich habe meine Lektion gelernt und es ist immer besser aus
Erfahrungen zu schöpfen, als nicht aus seinem Schneckenhaus zu kommen und
eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Ich denke darin besteht der Sinn
des Lebens, sich darzustellen und das zu verkörpern, was man gerne ist,
macht oder wäre! Aber nun zurück zu meiner einmaligen Erfahrung, denn meine
Lektion war noch nicht zu ende. Ich traf mich, wenn auch unregelmäßig mit
Torte. Durch ihn bestand meine Einzige Verbindung zu den Anderen. Ich hörte
zwar nur was sie so machten, aber immerhin. Doch eines Tages schrieb mir
Matze eine SMS, er würde gerne einen romantischen Videoabend mit mir
verbringen. Ja, klar, dachte ich, er und Romantik. Wie ich später herausfand
wurde meine Vermutung Realität. Aber dies wurde mir erst klar, als er mich
fast vollständig zerstört hatte. Ich empfand es als cool und ungezwungen,
mich mit ihm zu treffen und mit ihm zu schlafen. Besser gesagt mich von ihm
vögeln zu lassen. Nun wie schon gesagt dachte ich das. Ich fand es auch gut,
dass mich jemand so schön fand, dass er mich nackt sehen wollte. Ich hatte
schon immer ein Problem mit meinem Körper, ich war damals nicht gerade die
dünnste und das wurde von meiner Familie nicht bewilligt. Also nahm ich ein
paar Kilo ab. Aber das erwies sich als noch viel mehr inakzeptabel. Die eine
Sache ist fetter als die eigene Mutter zu sein, die andere ist schlanker und
schöner als die eigene Mutter zu sein. Sie war meistens eifersüchtig, aber
davon genug. Es war schön jemanden zu haben mit dem man seine Zeit
verbringen kann ohne, irgend etwas zu erwarten, oder Kompromisse einzugehen.
Man hat keine Verpflichtungen, wie Treue. Ich traf mich auch noch mit Torte,
aber von ihm war nicht viel zu erwarten. An einem Tag traf ich Lutz. Ich
musste etwas in der Stadt erledigen und sah in vor dem Marktplatzcenter
stehen. Wir unterhielten uns eine ganze Weile und er weckte wieder ein
besonderes Gefühl in mir. Mit der Zeit machte ich mir unbedacht Gedanken
über Matze Gedanken und versprach mir mehr von unseren Treffen. So gesehen
machte ich mich von ihm abhängig und dachte es wäre mehr als ein
ungezwungenes Schäferstündchen. Es war schon komisch, wenn er mir eine SMS
schrieb, in der soviel stand wie, haste Bock dann komm vorbei, sprang ich
aus meinem Bett und fuhr zu ihm. Ich dachte das wäre normal, auch wenn es
halb drei Uhr morgens war. Einmal bekam ich von ihm die Nachricht, ob ich
Lust auf einen Dreier mit Lutz hatte. Nun ich habe mir nichts dabei gedacht,
aber in dieser Nacht wurden meine Gefühle für Lutz noch heftiger und ich
fand es echt nett von ihm mich nach Hause zu bringen bzw. zu warten, bis
mein Vater zur Arbeit fuhr. Es gab noch mehr solcher Vorfälle, bis meiner
Mutter die Hutschnur riss. Sie fand es nicht in Ordnung, dass ich ihm
(Matze) so ergeben war. Ich in dem Moment auch nicht, denn ich verliebte
mich in Lutz und in meinen Augen konnte es nicht so weiter gehen. Das
schrieb ich dann auch so Matze. Nach dieser Nachricht kam nichts mehr von
ihm, auch von Torte hörte ich nichts mehr. Ich hatte meine Fesseln zerbissen
und war froh darüber. Nur quälte mich jetzt jeder noch so kleine Gedanke an
Lutz. Doch ich sah auch ihn bis heute nicht wieder. Ich war nun frei und
konnte machen was ich wollte. Aber ich war unglücklich. Ich brauchte einen
Menschen der mich liebte und genauso gezeichnet war wie ich. Einfach einen
Freund, hier in der Stadt, den ich sehen konnte wann und wo ich will. Ich
verkroch mich in meinem Mauseloch und lebte vor mich hin, vertrug mich
teilweise mit meinen Eltern und tat so als wäre ich die liebe, kleine,
unschuldige Tochter, die immer noch zwei geflochtene Zöpfe trug. Ich tat
auch alles für die Schule und bekam auch dementsprechend gute Noten. Eines T
ages, als ich mal wieder die liebe, kleine Tochter spielte, machte ich ein
paar Botengänge für meinen Vater. Seine Schuhe sollten wieder in Ordnung
gebracht werden und seine Uhr sollte zum dazugehörigen Uhrmacher gebracht
werden. Ich war dann also beim Schuster im Marktplatzcenter, dieser meinte
es dauert nur 10 Minuten, ich solle dann wieder kommen. Genau die richtige
Zeit um eine zu Rauchen. Als ich auf dem Weg nach Draußen war, sah ich noch
zwei meiner Freundinnen in einem Laden stehen, den ich auf den Tod nicht
leiden kann, Also ging ich auch nicht zu ihnen. Und genau das war die
Richtige Entscheidung. Was mir natürlich in dem Augenblick noch nicht klar
war. Schließlich ich stellte mich nach Draußen. Gleich nachdem ich mir die
Zigarette angezündete hatte, kam jemand zu mir herüber und fragte ob er auch
eine bekommen konnte. Er sah relativ jung aus, denn er trug Hopperklamotten
und mit meinen Stiefeln war ich knapp 10 Zentimeter größer als er. Ich gebe
ungern Zigaretten an jemanden, der jünger ist als ich, also entschuldigte
ich mich bei ihm und hatte im Gedanken schon mit der Sache abgeschlossen.
Aber er stand immer noch neben mir und fragte wieso. Ich erklärte es ihm und
das Einzige was er darauf sagte war: "Kann gar nicht sein, hey, ich hab am
Sonntag Geburtstag und werde 18!" Das konnte ich ihm unmöglich glauben, für
18 sah er doch noch sehr jung aus. Aber er holte seinen Ausweis heraus und
da stand: 02.02.1985! Tja, da hatte ich mich doch ein wenig verschätzt. Ich
wurde rot und gab ihm eine. Wir unterhielten uns noch lange. Erst holte ich
noch die Schuhe meines Vaters und lies seine Uhr reparieren. Er war die
ganze Zeit dabei und es war sehr komisch sich mit ihm zu unterhalten. Bastie
hatte einige Macken, aber genau das fand ich interessant an ihm. Als ich ihn
dazu überredet hatte mit mir noch in einen Buchladen zu gehen, klingelte
mein Handy. Flo war dran, nachdem ich ihm einen Brief geschrieben hatte, da
ich die Freundschaft zu ihm nicht verlieren wollte, rief er mich jetzt
zurück. Aber wie das Leben so mit mir spielte, war mein Akku lehr und ich
musste sofort nach Hause und es aufladen. Andererseits wollte ich Bastie
jetzt nicht alleine lassen bzw. mich von ihm trennen. Da er nichts weiter zu
tun hatte, bot ich ihm an mit zu mir zu kommen. Er willigte ein und so
gingen wir zu mir. Außerdem hörte er genau die gleiche Musik wie ich. Nagut,
okay, nicht ganz, aber er fand immerhin Böhse Onkelz und die Ärzte gut.
Demnach brannte ich ihm noch eine CD der meinigen, während ich auf einen
weiteren Anruf von Flo wartete. Er schrieb mir eine Nachricht in der stand,
dass er mich am Abend mal anrufen würde, aber bis dahin war noch viel Zeit.
Da war ich also, ganz allein mit Bastie in meinem Zimmer, wo wir Musik
hörten und uns weiter unterhielten. Wir hatte eine weitere Gemeinsamkeit,
immer waren wir es die jemanden massieren mussten, während man uns versprach
wir kämen auch dran, was sich aber als Trugschluss erwies. Also, massierte
ich ihn und er mich. Es war komisch vor ca. 2 Stunden hatte ich ihn erst
kennengelernt und nun war ich schon so frei und zog meinen Pullover aus.
Aber mir war so als kannten wir uns schon eine Ewigkeit. Dieses Gefühl hatte
ich noch nie, selbst bei Matze nicht (was auch kein Wunder ist), obwohl man
bzw. ich mir einiges in seiner Gegenwart eingebildet habe. Wie zum Beispiel
der Orgasmus, dem ich ihm in Endeffekt nur vorgespielt habe. Ich war schon
immer eine gute Schauspielerin. Das Dumme war nur, dass ich immer die
Männliche Hauptrolle abbekam. Aber das spielte hierbei keine große Rolle.
Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wie wundervoll ein solches
Erlebnis sein kann. Denn die meisten Männer fassten mich immer so grob an
und dachten es würde mir gefallen, was es aber nicht tat. Auch jemandem beim
Sex irgend etwas widerliches ins Ohr zu sagen brachte mir reichlich wenig.
Es verdarb die ganze Situation wenn Matze mir so etwas sagte wie: "Oh, du
geile Sau, wo soll ich ihn dir reinstecken?!" Kein Wunder, dass ich da nicht
zum meinem ersehnten Orgasmus kam. Wobei er auch immer Lust dazu verspürte
die falsche Körperöffnung zu befriedigen, wobei man als Frau wohl kaum an
dieser Stelle glücklich werden kann. Zum Schluss hatte ich nur Schmerzen,
physisch und psychisch. Aber das war jetzt anders, ich konnte auch zu diesem
Zeitpunkt mit Bastie kuscheln und es passierte nichts, was ich nicht wollte.
Außerdem hatte ich in seiner Gegenwart das Gefühl ihm Alles sagen zu können.
Ich denke, ich hatte meine Lektion gelernt. Aber das Drama mit meinen Eltern
war nicht zu Ende. Ich traf mich, seit diesem Montag, als ich Bastie das
erste mal kennenlernte, jeden Tag mit ihm. Auch der Sex mit ihm war ganz
anders. Er war sehr einfühlsam und wusste wie man mit mir umgehen sollte.
Hierbei dauerte das Vorspiel sehr lange und alles zusammen lagen wir
ungefähr 5 zusammen im Bett. Ohne Pause. Aber das war noch nicht alles, ich
war nie erschöpft gewesen, aber nun hatte ich mehr als einen Orgasmus hinter
mir und war dementsprechend fertig. Ich dachte ich könnte fliegen als ich
nach 10 Minuten das erste mal kam. Aber ich wusste das kann nicht für immer
so bleiben und meine Eltern konnten es anscheinend auch nicht leiden wenn
ich glücklich bin. Er musste nach Berlin ziehen und fühlte, dass ich
irgendwie dazu prädestiniert bin entweder eine Fernbeziehung zu führen, zu
leiden oder ausgenutzt zu werden. Aber ich konnte nicht von ihm verlangen
nur wegen mir hier in Neubrandenburg zu bleiben, obwohl ich wusste das er
mein letzter Freund sein würde. Ihr denkt jetzt sicher, natürlich das sagt
man immer, aber ich weiß es und wenn es nicht so ist. Wenn wir nicht für
immer zusammen bleiben, werde ich zerbrechen und endgültig kaputt gehen. In
den drei knappen Wochen, die er noch hier war, hatte ich Ferien und so genug
Zeit für ihn und mich. Aber jeder der meine Eltern kennt, weiß dass das
nicht möglich ist ohne einen Kommentar abzubekommen. Sie schließen mich zwei
mal ein. Das erste Mal war an seinem Geburtstag, der besagte 2.2.. Ich
sollte noch zu Hause Mittag essen, dann sollte ich eigentlich gehen dürfen.
Aber, ich weiß nicht mehr warum, sie ließen mich nicht gehen. Ich hatte
meinem Freund schon die Tür unten geöffnet (automatisch, ich dachte ich kann
gleich los), weil es kalt gewesen war. Ich wusste nicht, dass er die ganze
Zeit vor unserer Wohnungstür saß und die Alles mit angehört hatte. Ich hatte
mit meinem Vater gestritten und es ging um Verschiedenes. Zwischendurch
hatte meine Mutter die Haustür abgeschlossen und mir meinen Schlüssel
weggenommen. Aber ich ließ mich dadurch nicht beirren. Mit Tränen in dem
Augen, meine Wimperntusche war dadurch total verschmiert, suchte ich dem
Schlüssel meiner Mutter aus ihrer Handtasche. Ich weiß auch nicht mehr wie
ich es schaffte, aber ich schloss auf und war bereit zu gehen. Da sagte mein
Vater nur noch so was von wegen, wenn ich jetzt ginge brauchte ich nie mehr
kommen. Das war mir egal. Ich knallte die Tür zu und sah Bastie in die
Augen, wünschte ihm noch mal alles Gute zum Geburtstag, entschuldigte mich
und wir gingen. Ich kam erst am nächsten Tag, gegen Mittag wieder. Aber nur
weil Bastie es so wollte. Er redete dann eine halbe Stunde mit meinen
Eltern, versicherte ihnen mich immer pünktlich nach Hause zu bringen und auf
mich Acht zu geben. Ich sagte nichts, weil ich ersten nichts mehr zu sagen
hatte (ich mag nicht mich zu wiederholen) und zweitens war ich müde und ich
hatte mir in der letzten Nacht eine Blasenverkühlung zugezogen, die
schmerzte. Aber ich hatte noch Tabletten dagegen und so gingen wir wieder.
Das zweite Mal als sie mich einschlossen war als sie glaubten ich würde
irgend etwas mit Drogen zu tun haben. Was natürlich nicht stimmte, in dem
Telefonat, was ich mit Bastie führte ging es nur um ein Handy, das wir uns
auf nicht ganz so ehrliche Weise beschaffen wollten. Aber meine Mutter sah
ein, dass das nichts bringt mich in der Wohnung einzuschließen, da ich so
wie so einen Weg finden würde raus zu kommen. Also gab sie mir nach einigen
Diskussionen meinen Schlüssel und lies mich gehen. Doch dann kam der Tag an
dem ich mich von, dem Menschen trennen musste, der mir so viel Schönes
gezeigt hatte und mir beigebracht hatte, dass ich geliebt werden kann. Die
Nacht war unerträglich und auch die folgenden Tage, aber ich hatte noch
Ferien und konnte mich so ein wenig abreagieren. Wobei es mir auch gut
gefiel endlich wieder in die Schule zu gehen und abgelenkt zu werden. In
dieser Zeit gaben mir nur ein paar Dinge Kraft. Dem einen habe ich Katrin
(also Oh) zu verdanken, die mich auf diese Art von Musik gebracht hatte.
Ohne sie wäre ich bestimmt nicht mehr hier. Es tut wirklich gut mit ihr zu
reden oder zu phantasieren (zum Beispiel wie wir unsere späteren
Schlafzimmer gestalten wollen). Sie gibt mir immer wieder Mut und es tut gut
jemanden zu haben, dem man sich anvertrauen kann und der einen versteht.
Demnach möchte ich dir danken und dir meine Geschichte widmen. Denn ohne
dich wäre ich nicht so geworden, wie ich heute bin. Du hast mich auf den
Lebensstil aufmerksam gemacht, der mir am Besten entsprach, und somit bist
du ein Teil meiner Persönlichkeit. Danke...!
Kommentare
Nanihaeschen@web.de schrieb:
Du weißt, dass ich deine Story mag, sie ist so furchtbar schön Emotional!!! Und sie wirkt so realistisch... ^^ nein, dass mein ich ernst! Also, vielleicht gibts ja bald noch mehr von dir. Würd mich freuen!
HDGDL! *knuddel* Nani
Punkteufel@web.de schrieb:
Hey Süße!!!
Ich find deine Geschichte echt super. Du bringst gut rüber was damals in dir vorgegangen ist. Und ich denke es würde auch vielen helfen, die in der selben Situation sind. In einigen Punkten sind wir uns sehr ähnlich, das weißt du... Und deshalb wünsch ich dir für die Zunkunft alles Gute und Liebe. Du machst des schon :D
Hdgdl *knuddlz*
Tine
engelsstaub_666@msn.com schrieb:
*heul* *schnief* *heul*
ich muss jedesmal heulen wenn ich die geschichte lese. vorallen beim letzten absatz!
das hat echt noch niemand getan! und du weißt ich hab dich furchtbar lieb, auch wenn mir dieser teil deines lebens nie wirklich gefallen hatte, wie du weißt.
ich hab dich einfach lieb!
und die gewschichte ist.. ich würde nicht sagen, absolut klassse. ich kann sie nicht genau beurteilen. nicht mehr. früer hätte ich es gekonnt, aber jetzt, fehlen mir einfach die worte. es so eine zwiespältige sache.... aber ich bin wirklich stolz auf dich.
staubkorn; oh; katrin
giftige-hexe@web.de schrieb:
naja, ich muss nicht unbedingt heulen, aber ist schon irgendwie voll hart!!!
ich finds toll wie du schreibst, kam nich von der geschichte los musste lesen und lesen!!!*g*
mach weiter so!!!
*knutsch*
miri_d@web.de schrieb:
hey.ich find deine geschichte echt total gut geschrieben, vor allem weil ich mich ein bisschen damit identifizieren kann, also im sinne von der musik und so
gruß miri
cofire@web.de schrieb:
hm man merkt schon dass du einen teil deines lebens in der geschichte verabreitet und festgehalten hast. am anfang ist die geschichte wirklich gut weg zu lesen doch irgendwann ab der mitte wird es durch die vielen namen und personnen immer schwieriger mitzukommen... du solltest vielleicht noch darauf achten, dass du nicht so oft wörter wie "ich" vergisst. ansonsten respekt!
lg fire
sharkygirl@web.de schrieb:
hi..ich finde deine geschichte suuper, ganz dickes lob! du kannst echt total gut schreiben!!
ich musste immer weiter lesen, sie gefällt mir total gut, mach bitte weiter so..*schmatz*
cherry
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