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Kategorien > Liebe > Liebe

Wie am ersten Tag

von Mularion

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Wie am ersten Tag, als ich sie sah kam in mir ein komisches Gefühl auf. Es durchströmte meinen Körper, fesselnd, doch so wunderschön. Ich würde nie diesen Tag vergessen.


Es war an einem Donnerstag. Die Sonne brannte vom Himmel herab und nur eine kleine Brise strich mir durchs Haar. Ich saß auf einem Feld in der Nähe meines Zuhauses. Ich betrachtete den Himmel, diesen blauen klaren Himmel. Keine einzige Wolke zog über mir hinweg. Ich legte mich gerne ins Gras um den Himmel zu betrachten. Man konnte so schön nachdenken, doch an diesem Tag sollte ich nicht nachdenken können. Ein schrillendes Geräusch ertönte und ich schreckte auf. Ich schaute mich um, hörte wie das Geräusch langsam verstummte. Ich sprang auf, ging diesem schrillenden Etwas, hinterher. Plötzlich sah ich Rauch aufsteigen. Ich lief schneller, als ich das Chaos sah was vor meinen Augen lag. Zwei Autos sind in einander gekracht. Der Rauch und das Feuer stiegen nur so aus den Wracks und es schien, als sei keiner aus dem Wagen gekommen. Ich rannte zur Straße, suchte nach Verletzten und fand ein Mädchen in meinem Alter. Sie blutete am Kopf, lag bewusstlos neben den Flammen. Ich packte sie unter den Armen und zog sie vom Feuer weg. Für einen kurzen Moment ließ ich sie aus den Augen, um zu sehen, ob es noch Verletzte gab. Flammen, nichts als Flammen stiegen aus den Wägen. Keiner lag mehr darin oder schrie nach Hilfe. Ich lief zu ihr zurück und sah nach ihr. Atmete sie noch, war sie während meiner Abwesenheit gestorben oder lag sie immer noch bewusstlos da? Ich strich ihr Haar zur Seite, sah nach der Wunde an ihrem Kopf.
Sie verlor massig Blut und ihre Hände sahen gebrochen aus. Die Finger waren ganz krumm, ihr Körper von Schrammen übersäht. Ich wollte nach meinem Handy greifen, doch ich hatte es bei mir Zuhause vergessen. Sie musste so schnell es ginge in ein Krankenhaus. Ich zog mir mein T-Shirt aus, wickelte es um ihren Kopf und versuchte die Wunde zu stillen, dass nicht noch mehr Blut aus ihr wich. Ich griff sie unter den Beinen und packte ihren Rücken. So schnell, aber auch so vorsichtig wie ich nur gehen konnte trug ich sie über den schnellsten Weg zum nächsten Krankenhaus. Über das Feld in die Kleinstadt. Auf einer Straße am Ende des Feldes parkte ein Mann, der plötzlich verängstigt und besorgt zugleich dreinblickte, als er mich mit ihr sah. ,,Was ist passiert?“, fragte er hektisch. Ich antwortete: ,,Ein Autounfall! Ich muss sofort ins Krankenhaus.“ Er winkte mich ins Auto, ließ den Motor an und fuhr so schnell er nur konnte los. Ich saß neben ihr auf der Rückbank und hielt ihren Kopf. Obwohl ich wusste, dass ich nicht einfach so ihre Kleider hochziehen konnte, suchte ich nach weiteren schweren Verletzungen, die man vorbeugen konnte. Ich schaute unter ihr zerfetztes blaues Top, erkannte nur Schrammen unter ihrem Busen. Sofort zog ich ihr Top wieder nach unten, sah aus dem Fenster, wie weit es noch war. Wir standen bereits, was mir nicht aufgefallen ist, am Eingang zur Klinik. Ich öffnete die Tür und trug sie in die Eingangshalle. Die Krankenschwester an der Rezeption starrte mich an, rief dabei den Notdienst, der sofort eine Trage brachte. Ich legte sie vorsichtig darauf und sah noch wie sie von den Notärzten durch eine riesige Tür geschoben wurde und in einem langen grauen Gang verschwand.
Ich setzte mich ins Wartefoyer, fragte immer wieder nach ihr, wenn ein Arzt das Foyer betrat, doch keiner gab mir genaue Auskunft.
Nach drei Stunden winkte man mich zu einem Arzt, der mich durch die riesige Tür, in den grauen Gang, geleitete. Er blätterte auf seinem Klemmbrett herum, schaute mich an, wie ich ohne Oberteil neben ihm lief. Er blieb stehen und sagte an einer grünen Tür: ,,Hier drinnen ist sie. Sie ist zwar noch bewusstlos, aber die Wunden sind versorgt und verheilt.
Was du wissen musst ist folgendes. Eigentlich dürfen nur Familienmitglieder zu ihr, aber da du sie hergebracht hast, von wo auch immer, kannst du sie jetzt besuchen. Erwarte aber nicht, dass sie aufwacht und sich an alles erinnert.“ Langsam öffnete er mir die Tür, ließ mich ins Krankenzimmer hinein. Ich ging leise zu ihr ans Bett, sah wie sie ruhig und versorgt in ihrem Bett lag. Mein T-Shirt hielt sie in den Händen und es schien, als würde sie sich darum klammern. Ich setzte mich auf einen Stuhl neben sie und ich wusste nicht wieso, aber ich musste ihr einfach durchs Haar streicheln, musste einfach nach ihr sehen. Das war wohl der erste Moment, als ich dieses komische Gefühl bekam.
Weitere die Stunden vergingen, als sie dann endlich ihre Augen öffnete und mich verdutzt anstarrte. In ihren Augen spiegelte sich eine gewisse Angst. Sie schaute auf ihre Hände, erblickte mein blutverschmiertes T-Shirt. Wieder schaute sie zu mir und lächelte mich an.
Dies ist jetzt schon eine Weile her. Ich weiß nicht mehr wie lange es schon her ist. Ihre Eltern sind bei diesem Unfall ums Leben gekommen, ihr kleiner Bruder starb ebenfalls in den Flammen. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Fahrer des zweiten Wagens nach dem Aufprall geflüchtet sei und sich in einem Krankenhaus in der Näher verarzten gelassen hätte. Er war bereits vorbestraft wegen Drogendielerei und illegale Verwendung der Drogen, die er nahm. Er hatte wohl eine zu Hohe Dosis geraucht und ist beim Autofahren aus der Bahn gefahren und in den Familienwagen gekracht. Er sitzt bis heute noch im Gefängnis und sitzt seine Taten ab, die er begangen hatte. Christina blieb bei mir, wohnte mit mir und meiner Familie zusammen. Wir kamen uns näher und jetzt…….


…..Jetzt liegen wir zusammen in unserem Bett, in unserer Wohnung, in unserem Zuhause, in unserem neuen Leben und keiner wird es uns nehmen.

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