Wie die Sache mit Adam und Eva wirklich war ...
von
André Reniez
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war, denn ich konnte unmittelbar zwischen den Tieren durchgehen – ja sie sogar mit meinen Händen berühren –, ohne damit irgend eine negative Reaktion auszulösen. Also nahm ich meinen Mut zusammen und streichelte dem mir zunächst stehenden Zebra freundlich über den Kopf, immer darauf gefasst, dass angesichts dieser ungewohnten Begegnung die gesamte Herde in wilde Panik geraten und davonstieben würde. Aber nichts davon geschah: Das Tier hob den Kopf, sah mich mit seinen großen dunklen Augen an – fast hätte ich diesen Blick freundlich und verständnisvoll genannt. Dann aber schalt ich mich einen Dummkopf, der in unzulässiger Art und Weise Gefühlszustände ich einen simplen Augenkontakt hinein zu interpretieren versuchte. Das war nur ein einfacher Blick von einem Auge in ein anderes. Zebras können keine Gefühle wie Verständnis empfinden! Und doch war da etwas, etwas das ich nicht beschreiben konnte ...
Ich wanderte weiter. Der Sand fühlte sich zwischen meinen Zehen angenehm warm an. Einzelne Schilfbüschel wuchsen daraus hervor und wiegten sich im leichten Wind. Die leichten Wellen brachen tausendfach das Sonnenlicht und verliehen der Wasserfläche einen zauberhaften Glanz. Ich blieb für einen Augenblick stehen, um hinaus über das Wasser zu blicken und einem Schwarm Vögel zuzusehen, der in einiger Entfernung in geringer Höhe über den blinkenden Wellen dahin zog. Ich empfand Ruhe und Frieden und dachte, dass man diesen Flecken Erde mit ruhigem Gewissen als das Paradies hätte bezeichnen können.
Doch nach einigen Augenblicken riß ich mich los von diesem idyllischen Anblick. Schließlich wollte ich wissen, warum ich hier war. Irgendwo mußte ein Hinweis darauf zu finden sein, was ich hier sollte und was meine Aufgabe war. Also schritt ich weiter.
Mit einem Mal drang so etwas wie Lachen an mein Ohr. War das irgend ein exotischer Laut aus der Tierwelt? Oder gab es hier doch auch Menschen wie mich? Ich versuchte, mich auf die Richtung zu konzentrieren, aus der ich den Laut gehört hatte.
Da war es wieder. Eindeutig das fröhliche Lachen eines Menschen! Und als ich zwischen zwei mannshohen Schilfbüscheln hervortrat, sah ich es: Nicht ein Mensch, sondern zwei amüsierten sich hier am Strand. Ein junger Mann, vielleicht knappe zwanzig Jahre alt, ließ flache Steine über das Wasser hüpfen. Und neben ihm ein Mädchen, augenscheinlich ein paar Jahre jünger, das jeden erfolgreichen Wurf mit einem aufgeregten Händeklatschen und einem fröhlichen Lachen begleitete und dabei aufgeregt hochsprang.
Das Rascheln der mich umgebenden Schilfbüschel ließ die beiden innehalten und in meine Richtung blicken. Der Junge richtete sich auf, in der Hand noch den Stein, den er soeben aufgesammelt hatte. Sein Gesicht war freundlich, verriet aber auch einen gewissen Ernst, als er mich willkommen hieß: „Verzeih, dass wir hier so in unser Spiel vertieft waren, aber ich wußte nicht, dass Du kommen würdest! Dich schickt sicher der Herr?“ Das Mädchen war an ihn heran getreten und hatte die Arme um ihn gelegt, so wie man etwa seine Zugehörigkeit zu seinem großen Bruder zeigt. Ihr hübsches, ebenmäßiges Gesicht zeigte keinerlei Spur von Angst, nur ein wenig Neugierde war in diesem Blick zu erkennen. Und erst jetzt wurde mir bewußt, dass beide splitternackt waren. Na gut, schließlich befanden wir uns ja am Strand. Warum also auch nicht!
„Nun ja“, ich versuchte ein wenig Zeit zu gewinnen. Wer war denn nun wieder dieser ominöse „Herr“. Und was für Probleme konnte ich mir einhandeln, wenn ich vorgab, von ihm geschickt worden zu sein? Andererseits: Ich wußte ja selber noch nicht, was ich hier zu suchen hatte, wie also sollte ich erklären, dass ich nicht durch den „Herrn“ gesandt worden war? Und wer weiß, vielleicht hatte dieser „Herr“ ja sogar tatsächlich etwas mit meinem Auftauchen an diesem Ort zu tun. Ich beschloß also, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen! „Ja, der Herr hat mich gesandt.“ Und ich nannte meinen Vornamen.
„Ich freue mich über Dein Kommen. Ich bin Adam. Und das ist Eva. Aber wenn Du vom Herrn kommst, weißt Du das sicher ohnehin“, plauderte der Junge leichthin daruf los.
„Adam ... Eva ...“ stammelte ich. Himmel, wo war ich denn bloß hingeraten? Ich wußte genau: Eigentlich lag ich nach einem anstrengenden Arbeitstag im Bett und schlief! Wie konnte ich dann in diesen hyperrealen Traum gelangen, der ausgerechnet das Paradies zum Schauplatz haben mußte?
„Hast Du Hunger?“ fragte Adam. „Wir wollten uns noch ein paar Früchte holen und sie essen, bevor die Sonne untergeht. Es wird bald Zeit, schlafen zu gehen. Komm’ doch bitte mit uns und sei unser Gast!“ Freundlich winkte er mir, ihm zu folgen. Eva ergriff gut gelaunt seine Hand und fröhlich wie kleine Kinder wanderten die beiden vor mir her zu einer lockeren Gruppe von Bäumen, die voller Früchte zu hängen schienen.
Als wir den Hain erreicht hatten, erwies sich, dass ich mich nicht getäuscht hatte: Die Zweige bogen sich förmlich unter der Last der Früchte. Ich erkannte so geläufige Sorten wie Apfel, Aprikosen, Birnen ... aber auch exotische Gebilde fanden sich hier, wie Mango und einige Gewächse, die ich noch nie im Leben gesehen hatte und die ich auch nicht benennen konnte. Die beiden jungen Menschen griffen geschickt zu und holten mit behendem Griff einige der schönsten Exemplare von den Zweigen. Aber – und das verwunderte mich tatsächlich –, sie begannen nicht etwa selbst zu essen, sondern boten zuerst mir an und erst nachdem ich zugegriffen hatte, begannen sie selbst mit großem Appetit, sich die Mägen zu füllen. Dabei erzählten sie mir in ihrer liebenswerten, kindlichen Art, was sie den Tag über erlebt hatten. Sogar Eva, die anfangs etwas zurückhaltend war und lieber Adam das Wort überlassen hatte, taute nun förmlich auf. Und als die Sonne mit orangerotem Leuchten hinter dem Horizont verschwand und der Himmel langsam immer dunklere Farbe annahm, da perlte wieder Evas heiteres Lachen durch die Luft, ganz so wie vor meinem Eintreffen am Strand. Und als die Sterne mit unglaublich majestätischem Glitzern am Firmament aufzuflammen begannen, da kuschelten sich Adam und Eva am Fuße eines gigantischen Baumes eng an einander, sagten mir noch ein letztes freundliches „Gute Nacht“, und waren gleich darauf mit einem friedlichen Lächeln auf dem Gesicht eingeschlafen. Ich selbst blieb noch ein wenig wach, betrachtete die über uns hinweg ziehenden Sternbilder, die sich nur wenig von den Konstellationen in meiner „echten“ Realität unterschieden und versuchte über den Grund meines Hierseins nachzudenken ...
Als ich am nächsten Morgen erwachte, stand die Sonne schon ziemlich hoch am Himmel, die Insekten brummten wieder wie gewohnt über die Blumen und Blüten hinweg. In der Ferne zogen Vogelschwärme über den Himmel, in Richtung des Sees. Und Eva kam soeben mit einem Arm voller Früchte zurück, die sie irgendwo da draußen geerntet haben mußte. Wieder reichte sie mir als erstem etwas von der Nahrung und wünschte mir guten Appetit, bevor sie sich Adam zuwandte und ihm einen
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Kommentare
Laura.Cecere@web.de schrieb am 2011-01-11 18:11:42:
ich möchte mehr wissen über adam und eva.
UnbekannT :D:D schrieb am 2009-10-27 15:33:23:
Na Und !?
:D
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