Wie ein Drache
von
Marilyn Erdt
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"Mein Leben ist vorbei. Ich erinnere mich noch daran, doch die Gefühle sind nicht mehr in mir. Ich fühle nichts mehr! Nur Sehnsucht, denn das ist alles was ich bin. Stets dachte ich, es würde niemals, dass ein Mensch jemals Gefühle vergisst. Denn sie sind so etwas bedeutendes im Leben, so etwas unbeschreiblich wertvolles.
Nun ist jedoch mein Herz so kalt, so bitter kalt, steht still und wird sich niemler regen. Was ich bin ist nur mehr eine graue Seele, noch keine Schwarze. Nein, nur grau!
Denn ich besitze noch die Sehnsucht. So irre ich nun einsam umher, in der unendlichen Dunkelheit. Und doch habe ich ein Licht. Ein Licht, für das all das Wert war, was jetzt hinter mir liegt.
Es lässt mich nicht davon fliegen. Ich bin noch da, denn das Seil an dem ich hänge, hält mich fest. Nein nicht das Seil, sondern die Hand am anderen Ende der Schnur. So schwebe ich in der Luft, wie der Drachenflieger unter freiem Himmel. Und diese haltende Hand gehört dem Licht und das Licht gehört zu einem kleinen Mädchen. Ich seh sie tragen, ein weißes Kleid. Ich seh sie
lachen. Sie gibt der Dunkelheit das Licht.
Denn das wertvollste in meinem Leben, DAS BIST DU!"
Im Sessel sitzt eine Frau. Ihre Augen sind ganz feucht, ihr Gesicht ganz traurig. In den Händen hält sie ein zerknittertes Blatt Papier und faltet es zusammen. Im Arm, ein kleines Baby, dem sie einen Kuss auf dem Kopf gibt. Und leise flüster sie ihm zu:
"Liebling, das war für dich....Von deinem Vater", sie bricht in Tränen aus.
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