Wie ein silbernes Band...
von
Larissa Suedois
Als der Zug den Bahnhof erreichte, war es schon dunkel geworden. Ich drückte den Hebel der Tür, und warf mich mit meinem ganzen Gewicht dagegen, um dem Risiko zu entgehen, noch ein paar Stationen in diesem Höllenexpress fahren zu müssen. Der Zug sah wirklich aus wie unter aller Sau, und die Türen klemmten, das es für einen leichtgewichtigen Menschen wie mich kaum zum aushalten war. Schwerfällig knarrte der Stahl, ich trat ins freie und stand erstmal im finsteren. Eine der bahnhofslaternen war ausgefallen. ich blickte mich um, und realisierte drei weitere Menschen, die mit mir ausgestiegen waren. Ich erkannte ihre Gesichter nicht. Der Zug rollte an, hinter den erleuchteten Fenstern sah ich niemanden sitzen. die einsame Maschiene lies einen noch einsameren menschen in der unheimlichen dunkelheit zurück. ich hörte ein Käuzchen. ich nenne diese Viecher, ganz beiläufig erwähnt, lieber küuzchen als Eule. ich finde es klingt viel niedlicher, und verharmlost ein Tier, das mir eiskalte Schauer über den Rücken jagte. ich begann zu laufen. Ich rannte nicht, ging aber so schnell es mir möglich war. Dies war nicht irgendein bahnhof, sondern der Bahnhof meines Heimatkaffs, und ich weiß wovon ich spreche, wenn ich ihnen jetzt sagen werde, dass es hier besonders bei Nacht absolut unheimlich ist. In der Nähe liegt kein Dorf, der Bahnhof ist etwas außerhalb, nur ein paar häuser stehen hier und eine alte Apfelkrautfabrik, doch auf die Leute die hier hausen ist kein verlass. Seltsames, lichtscheues Pack, manchmal wirklich verrückt, oder nur Leute die selbst für eine dorfwohnung zu arm sind. Normalerweise herrscht hier ein ganz munteres Treiben, doch kaum wird es dunkel, verändert sich auch das Publikum. ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass niemand gern Nachts allein an Bahnhöfen ist, sei es auf dem land oder in der Stadt. Um diesen bahnhof hier vegetiert der Wald, ein durchdringliches Tannen-Laub Gemisch, in dem die seltsamsten Tiere hausen. Von dem behelfsbahnsteig der hier wegen Bauarbeiten errichtet ist, kann ich die "Sieg" sehen. Zäh, wie ein silbernes Band bahnt sie sich ihren Weg durch die abnorme Gegend,ie so schön ist und doch soviel ärger in sich birgt. Diese gegend hier ist wie Chucky die Mörderpuppe. Nett anzusehen, aber auf den zweiten Blick unberechenbar. Du weißt nie was dir hier im nächsten Augenblick passiert, auch nicht auf einem Dorfbahnhof. Die drei gestalten die mein Schicksal teilten haben sich verflüchtigt wie Rauch im Wind. ich bekomme ein ungutes Gefühl. ich habe bei weitem keine Angst vor der Dunkelheit. Nur vor den dingen die sich unsichtbar für mein auge unter ihrem Schütztenden Mantel verbergen. Nun laufe ich wirklich, den Steg hinab über das Gleiß bis hin zum Parkplatz. halte ausschau nach einem Wunder. Keine Autos mehr da. Das Käuzchen meldet sich zurück. Auf der Landsrtaße rauscht ein Bus vorbei. ich stampfe mit dem Fuß auf. Auf der Landstraße rauscht MEIN Bus vorbei. Ich weiß nicht ob ich trampen soll. Viel zu gefährlich sagen meine Eltern, notwenig wenn man so ein Dummkopf ist wie ich, sage ich. Irgendwo quitschen Reifen. Ein Auto nährt sich, rasant und mit heulendem Motor. Ich bekomme Angst und drücke meine Tasche fester an mich. Das fahrzeug kommt kurz vor mir zum stehen. Der Schock sitzt tief, mein Vater auch. Er winkt mir zu. ich steige ein. mit Lichtgeschwindigkeit verlassen wir den Bahnhof. "ich wusste das du deinen Bus nicht mehr bekommst" Mein Vater dreht das Autoradio leiser. " So ein verschusselter Träumer wie du! Du hast da gestanden wie ein Kanninchen vor dem Erschießungskomando!" ich grinse bloß und sage gar nichts, im Auto riecht es nach Döner. Er bemerkt meinen verklärten Gesichtsausdruck, ich schwärme nämlich für Döner. " Unser Abendessen. Deiner Mutter geht es wieder schlechter, sie kam nicht zum einkaufen" Wir überqueren die Brücke. Zäh, wie ein silbernes Band fließt die "Sieg" nun unter mir her, und bahnt sich ihren Weg dirch meine bedroliche kleine Welt. Hinaus ins Meer, hinaus in die Freiheit.
Kommentare
vici_klein@sms.at schrieb:
Naja also ich weiß mit der geschichte nicht recht viel anzufangen, der stil ist eigentlich in ordnung, auch wenn du einige sehr umgangssprachliche ausdrücke eingebaut hast. und was mir auch noch aufgefallen ist: du hast die Zeit gewechselt, vom präteritum ins präsens. aber das ist Übungs- und Konzentrationssache. vic
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