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Kategorien > Thriller > Spannung

Wie in den Filmen

von jungerSchatten

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„Sei doch still, sonst sehen sie uns noch!“
„Entschuldige“, murmelte Paul seinem großen Bruder zu.
„Komm mit, aber sei leise.“
Frank kroch dicht an den Boden gedrückt ein paar Meter nach vorne. Jetzt konnte er besser durch die Hecke sehen.
„Was sind das für Leute, Frank?“
„Ich weiß nicht, und jetzt sei still, bin gespannt, was die hier machen.“
Vier Männer stiegen aus einem schwarzen Mercedes.
Er hatte vermutet, dass sie dunkle Anzüge und Sonnenbrillen trugen, wie die Gangster aus den Filmen, die er manchmal sah, doch zu seiner Überraschung trug keiner von ihnen einen schwarzen Anzug. Stattdessen hatten sie alltägliche Kleidung an und wirkten wenig bedrohlich.
Immerhin saß dem einen eine Sonnenbrille auf der Nase.
Sie sprachen miteinander.
Dann schwärmten sie aus als suchen sie etwas, oder jemanden.
Einer der Männer war jetzt ganz nahe. Sie konnten seine Schritte bereits hören. Frank sah seinem Bruder streng ins Gesicht und hielt sich den Zeigefinger vor die Lippen.
Dann drückte er sich noch dichter an den Boden und Paul folgte seinem Beispiel.
„Wenn er uns entdeckt, rennst du so schnell du kannst nach Hause, hier stimmt irgendwas nicht“, flüsterte Frank seinem Bruder zu.
Plötzlich erklang eine Stimme hinter dem Mann: „Komm, hier ist niemand.“
Der Mann drehte sich um und ging.
Noch einen Schritt weiter, und er hätte sie entdeckt.
Als er weit genug entfernt war, trauten sich die beiden endlich wieder Luft zu holen.
Paul hatte Tränen in den Augen, auch schien er leicht zu zittern.
Frank versuchte, aufmunternd zu lächeln, und tat so, als wische er sich den Schweiß von der Stirn.
Die Fremden standen wieder dicht beieinander.
Der größte von ihnen öffnete die Hintertür des Wagens und hatte gleich darauf zwei Schaufeln in den Händen.
Er gab die zweite einem seiner Kollegen, dann liefen sie ein paar Meter den Sandhügel hinauf, vor dem sie geparkt hatten.
In diesem Moment wurde Frank klar, dass sie gleich etwas sehen würden, das nicht für ihre Augen bestimmt war.
Er sah seinen Bruder an, der wie gebannt die Szene durch die Hecke beobachtete.
Vielleicht konnten sie noch abhauen? Ihre Fahrräder standen günstig. Sie hatten sie heute ausnahmsweise nicht kurz nach der Schranke, sondern auf der gegenüberliegenden Seite der alten Deponie in die Hecken geschmissen. Aber sie könnten erwischt werden. Paul könnte unvorsichtig sein und auf einen Stock treten oder ausrutschen und den Abhang hinunterschlittern. Man würde sie hören. Also hielt Frank es für das beste, ruhig liegenzubleiben und abzuwarten.
Die Deponie war seit mehr als einem Jahr geschlossen, seit der alte Herbert tot in seinem Wärterhäuschen gefunden worden war.
Die Männer hatten schnell gearbeitet, denn das Loch schien schon tief genug zu sein.
Der Große stand bereits bis zu den Knien darin.
Ein Vogel zwitscherte plötzlich unverschämt laut über Franks Kopf.
„Psst, hau ab!“, flüsterte er. „Verzieh dich!“
Einer der Männer blickte kurz in ihre Richtung, drehte sich aber wieder um, da die anderen drei nun um den geöffneten Kofferraum des Mercedes standen.
Der Leinensack, den sie daraus emporhoben, schien zu leben.
Die drei hatten alle Mühe, ihn zu halten, und schließlich fiel er ihnen zu Boden.
Frank konnte sie lachen hören. Dann hoben sie ihn wieder auf und trugen ihn zu der Grube.
An dessen Kante legten sie nun den Sack ab, und einer von ihnen schien etwas zu sagen.
Dann rollten sie den Sack über die Kante, und in wenigen Augenblicken war das Loch mit Sand gefüllt.
Noch einmal sahen sich die Männer um und stiegen dann in das Fahrzeug.

„Gehen wir jetzt?“, sagte Paul, als das Auto schon eine Weile nicht mehr zu sehen war. Frank sah seinem Bruder an, dass er sich äußerst unwohl fühlte.
„Hey, sie sind weg. Ich glaub nicht, dass die so bald wiederkommen. Bleib du hier, ich schau mir das mal an.“
Er schenkte Paul noch einmal ein Lächeln und trat hinter der Hecke hervor.
Ein verrostetes Auto bot ihm zunächst noch etwas Deckung, wollte er aber den Sandhügel erreichen, so musste er völlig schutzlos in offenes Gelände laufen.
Als er vor dem Hügel stand, zeigte sich, dass seine Vorsichtsmaßnahmen unnötig gewesen waren. Weit und breit war niemand zu sehen. Auch auf der langen geraden Straße war kein Auto zu erkennen. Schon gar kein schwarzes.
Jetzt konnte er sich auf den Sand konzentrieren. Besser gesagt auf das, was darin vergraben lag.
Es war noch keine fünf Minuten her, dass die Männer diesen Ort verlassen hatten.
Wenn das ein Mensch gewesen war, den sie dort vergraben hatten, so war es möglich, dass er noch am Leben war. Wie zur Bestätigung kam plötzlich der Sand vor ihm ins Rutschen. Fast wie bei einer Schneelawine in Miniaturformat löste sich eine kleine Schicht Sand und landete auf seinen Schuhen. Das war sein Zeichen.

Der Sand war noch locker und ließ sich mit den Händen problemlos zur Seite schieben. Immer tiefer gruben sich Franks Hände in den Boden.
Auf einmal berührten seine Hände den Leinensack. Es fühlte sich komisch an.
Vielleicht hatte er soeben eine Leiche berührt. Eine kaum sichtbare Bewegung ging durch das Stück Sack. Sand begann nachzurutschen. Er oder sie lebte noch.
Frank musste das Loch vergrößern, oder die Person würde ersticken. Ein Wunder, dass sie überhaupt noch lebte. Immer schneller grub er jetzt um den Sack herum. Er hatte ihn nochmals berührt, und so glaubte er, ein Bein gespürt zu haben. Also hatte er sich auf die andere Seite konzentriert, um zuerst den Kopf freizubekommen. Der Sand war etwas weiter unten zwar härter und mit bloßen Händen schwerer zu entfernen, aber wenigsten rutschte er so nicht nach.
Keuchend kniete Frank nun vor der Grube, die er ausgehoben hatte. Er hatte eine Meisterleistung vollbracht und den Leinensack fast vollständig freigelegt. Wie lange hatte er dafür gebraucht? Frank konnte es nicht sagen. Fünf, vielleicht zehn Minuten?
Der Sack bewegte sich plötzlich, und ein Stöhnen war zu hören. Frank sah sich um. Was sollte er jetzt tun? Die Polizei rufen? Seine Eltern?
Wieder eine Bewegung, diesmal etwas kräftiger. Ein Husten. Es musste ein Mann sein.
Dort, wo der Sack etwas nach oben stand, stach Frank jetzt vorsichtig mit seinem Taschenmesser durch den Stoff. Er schuf eine kleine Öffnung, in die er hineingreifen konnte.
Mit einem Ruck riss er den Stoff auseinander.
Zuerst meinte Frank, einen einäugigen Zombie zu sehen, der den Mund schon weit aufgerissen hatte, um ihn zu beißen. Dann klärte sich sein Blick, und Frank erkannte das dick geschwollene blaue Auge, welches er ursprünglich für eine leere Augenhöhle gehalten hatte. Der aufgerissene Schlund war nichts weiter als schwarzes Klebeband, das dem Fremden um den Mund gewickelt war.
Er hatte überall kleine Schürfwunden im Gesicht und sah furchtbar aus. Die Miene des Fremden veränderte sich. Sie ging von Benommenheit zu Panik über, als er feststellte, dass er sich in einer Grube befand. Sein gefesselter Körper strampelte wild in dem Sack.
„Hey, bleiben Sie

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