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Kategorien > Psycho >

Wieder einmal die Geisel meiner eigenen Gedanken

von Charly Brown

Es ist gleich 4 Uhr in der Früh.

Die Nacht, sie singt mir heute ein grausames Lied.
Ich kenne dieses Lied, denn meine eigene Seele ist es, die zur Nacht geworden um mich heimzusuchen.
Sie singt das Lied, welches ich am meisten fürchte, das Lied welches mir als letztes auf dieser Erde noch einen Schauer über den Rücken jagt.
Es ist das Lied der Wahrheit,
das Lied meiner nackten Seele, welche als alter Mann vor meinem Fenster sitzt und so den Himmel in das Schwarz verwandelt, vor dem sie uns bewahren möchte.

Sie fängt an zu heulen, ich sehe mich selbst am Fenster, nur sieht sie älter aus.
Ihre Wangen sind eingefallen, die Haare grau und schmutzig.
Und sie ist nackt.
Sie ist ohne Hülle, ohne Sprüche und sie ist hässlich.

Ich versuche sie zu vertreiben, doch es gelingt nicht.
So sehr ich mich auch bemühe sie zu verscheuchen, ich kann sie nicht erschüttern.
Sie sitzt einfach vor meinem Fenster und singt weiter dieses Lied.
Ich halte mir die Ohren zu, doch vergebens, sie singt immer weiter.
Und ich höre in meinem Kopf immer noch diese warme Stimme, die so grausame Worte formt.

Ich weigere mich ihr zu zuhören, denn ich fürchte mich selbst zu erkenne und zu hassen.

Doch sie wird mich weiter quälen, bis ich ihr zuhöre.

Ich halte es nicht mehr aus, ich renne zum Fenster reiße es auf.

und springe.

Lachen ist auf einmal zu hören, es klingt freudig wie das eines kleinen Kindes am Weihnachtsabend.

Ich höre es ganz deutlich, doch es ist niemand zu sehen.

Schließlich begreife ich, ich selbst bin es der lacht, denn meine Seele wird nun nie wieder Gefahr laufen die Farbe des schwarzen Steinfußbodens anzunehmen,
der unaufhaltsam auf mich zukommt.

Ruhe, endlich Ruhe für sie und Freiheit für mich!


Kommentare

xxx KaTe xxx schrieb am 2007-03-08 19:58:07:
wow sehr gut geschrieben und interessant ...sehr tiefsinnig.... =(
Kücken schrieb:
Schade das es noch kein Kommentar gegeben hat.
Ich finde diese Story prima! Sie bringt einen irgendwie zum nachdenken und ist schön geschrieben.
Woran hast du da denn genau gedacht ;)?

Grüße,
radauschwester@gmx.at schrieb:
Find ich auch gut, etwas direkt aber gut.
Darak@web.de schrieb:
Hi Kücken, erst einmal danke für das erste Kommentar und das Lob. So etwas ermutigt doch ungemein!
Wie die Geschichte entstand?
Nun, ich glaube ein jeder tut manchmal Dinge, für die er sich im nachhinein schämt.
Häufig ist es nur ein unbedachtes Wort oder eine unüberlegte Handlung.
Doch ab und an sind es Geschehnisse die schwerer wiegen und die einen in der Nacht einholen und nicht mehr schlafen lassen. Und auch wenn man es schafft sich vor Anderen aus der Affäre zu ziehen, so bleibt doch das schlechte Gewissen, dass man durch keine Argumentation beseitigen kann.
Denn man selbst kann sich nicht belügen!

In meinem Leben gab es häufiger Entscheidungen, die andere verletzten und Tränen forderten.
Nach einer dieser Entscheidungen entstand die Geschichte!
Rebecca-87@web.de schrieb:
he, kompliment.
ich habe mich schon bei dem kurzen ausschnitt der auf der Psycho seite steht in deine geschichte verliebt.
ich finde sie wunderbar gut zum nachdenken und nciht so anspruchslos wie manches andere was ich hier schon so gelesen hab.
stimmedestodes@gmx.de schrieb:
eine traurige aber dennoch sehr schöne und gut geschriebene geschichte sie spricht mir aus der seele

Mfg

Crimegirl

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