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Kategorien > Fantasy > Waldesreich

Wildgesänge-Der Weg ins Grün.....Prolog

von Anariel, die Nomadin

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Anmerkung meiner Wenigkeit:

Nun also habe ich mich an den Anfang einer weiteren Geschichte gewagt. Die Wildgesänge, wobei ich wieder einmal auf der Idee eines Gedichts, bzw. in diesem Fall drei Gedichten, aufbaue. Es ist also sinnvoll diese Gedichte zuvor zu lesen.
Keine Sorge, ihr findet sie leicht, tragen sie doch auch den namen Wildgesänge.
Vorsorglich sei gesagt, dass ich diesen Prolog in etwa einer halben Stunde niedergeschrieben habe. Miene Finger jagten geradezu über die Tastatur. Es ist also noch Rohform, das erste sich herantasten an eine neue, alte Idee.
Ich hoff mal, ich habe alle Verschreiber gefunden.

Kommentare und Kritiken sind mir hier natürlich sehr willkommen.
Und nun viel Spaß beim lesen.

eure Anariel

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Der Wildtanz


Herum ging es, herum und herum.
Schritt auf Schritt auf Schritt, immer im Kreise herum, um das Feuer herum und die Trommel schlug unaufhörlich, unaufhaltsam.
Herum, herum, Schritt auf Schritt immer im Rhythmus des Trommelschlages.
Und der eigene Herzschlag passte sich dem Schritt an und damit dem Trommelklang.
Herum, herum, immer im Sonnensinn herum.
Das Feuer knackte und krachte, die Trommel schlug stetig weiter und im Rauch verteilten sich die Gerüche der brennenden Kräuter und Harze und benebelten unseren Geist noch mehr.
Herum, herum, immer im Kreis um das Feuer herum.
Unsere Körper bebten und wiegten sich, im Trommelschlag, im wohlriechendem Rauch, im Feuerschein. Die Federn und Knochen, Holzperlen, bunten Bänder und Muschelscherben, die wir uns in die langen, langen Haare geflochten hatten, wirbelten in den Zöpfen herum und klickten und klapperten.
Um unsere Hälse hingen an dutzenden Lederbändern Metallanhänger, Muscheln, Talismane und Amulette aus Holz und Horn und Knochen, heilige Steine, Federn und Totems und legten sich schwer auf unsere bloßen Brüste.
Perlen aus sieben verschiedenen Hölzern und Knochen und Horn, an langen, langen Bändern aufgereiht umwanden in unzähligen Schlingen unsere Handgelenke, ja unseren kompletten Unterarm bis zum Ellebogen hinauf.
An die Hände gebunden tragen wir Gebilde aus Horn und Knochen, zusammengehalten mit Lederbändern und Seil. Sie ragen uns über die zu Klauen gekrümmten Finger hinaus und lassen unsere Hände wie Krallenbewehrte Tatzen aussehen.
Wir trugen nur halbhohe Schnürstiefel und kurze Wildlederröcke. Die Fransen an beiden waren, wie unser Haar auch, mit Perlen aus Holz und Horn und Bein verziert.
An einem breiten, geflochten Gürtel, der sich locker drei Mal um unsere Hüften schlang, hing schwer der Ritualdolch, dessen Scheide immer mit Knochen verziert war. Gleich daneben hing unser Beutel mit den heiligen, heiligen Runen, den raunenden.
Die unbedeckte Haut unserer Körper war in Rot und Grün und Braun mit wilden Mustern bemalt, mit Wellen, Kreisen und Spiralen und parallelen Strichen.
Unsere Gesichter verbargen sich hinter Masken aus Holz und Leder, bestickt und bemalt und verziert mit Pelz und Federn.
Herum und herum, immer im Kreise herum um das Feuer. Schritt auf Schritt im Sonnensinn dahin, dem Trommelschlag folgend. Heftig ging unser Atem und unseren Kehlen entwand sich ein neuer Ruf. Die Tönen wanden sich hinauf in den Himmel und hallten wieder vom Walde, dem tiefem, tiefem Wald.
Mein Blick glitt kurz über den kreisrunden Platz, überflog die anderen jungen Frauen und hinter den Masken blicken mit zwölf Augenpaare entgegen. Jedes einzelne davon, ebenso wie meine eigenen Augen, von einer tiefen Wildheit erfüllt, die in uns allen irgendwo lebt. Doch wir hier, wir dreizehn hatten heute diese wilde Seite in uns freigelassen. Meine Augen jedoch suchten nun den Waldrand. Bald schon, sehr bald schon würde dieser Tanz enden und dann begann die Jagd.
Dann würden wir laufen, durch den dichten, düstren Wald und nicht länger Räucherwerk würde unsere Sinne betören, sondern der tiefe wilde Geruch des Waldes selbst. Bald schon, bald würden wir laufen, würden Jägerinnen sein und Gejagte, wild und frei.
Und an anderer Stelle standen zwölf Männer bereit uns zu fangen.
Nur zwölf, nicht dreizehn, denn nur zwölf von uns würden den Wald verlassen. Eine von uns würde in ihm bleiben, würde freier und wilder sein wie keine andere Frau.
Eine von uns würde zur wilden Jägerin werden und die Wildgesänge singen.
Doch welche von uns dies sein würde, dass wussten wir nicht.

Segen würde es dem Stamm bedeuten, dem sie entstammte und großes Glück für ihre Familie u nid eine weitere Tochter, die eine Schamanin werden würde oder eine Heilerin.
So war es, so würde es immer bleiben.

Alle zehn Jahre, da kommt eine Zeit und die dreizehn Stämme, die den tiefen Wald von Eradien durchstreifen, wählen je eine ihrer Jungfrauen aus, den Wildtanz zu tanzen. Eine Frau, die schon ihr Mondblut vergossen hat, jedoch noch keinem Mann angehörte.
Ihre Familie, ihr Stamm, sie alle würden ihr Muschelscherben und Perlen und Knochen in die haare flechten. Sie würden ihr jeder eine Kette um den Hals hängen und ihre Unterarme mit langen, langen Ketten umwinden. Sie würden sie gut füttern und ihre haut liebevoll bemalen, denn sie würde für das Wohl ihres ganzen Stammes tanzen und singen und laufen.
Zwölf Stämme würden zudem je einen jungen Jäger erwählen, die Wildfrauen zu fangen und auch ihn ausschicken. Der Stamm in dessen Jagdgebiet jedoch der Tanz und der Lauf stattfinden würde, dieser solle keinen Mann erwählen, denn diesem Stamm wurde ohnehin schon der Göttersegen zuteil.

Herum, herum und herum, immer herum ums Feuer herum.
Stetig tanzend, wiegend im Kreise um das Feuer.
Schritt um Schritt, so ging es und der Trommelschlag klang wie unsere wilden Herzen.
Die Zeichen auf unserer haut bewegten sich mit dem Feuerschein, die Knochen und Muschelscherben in unseren Haaren klapperten schaurig.
Ein neuerlicher Schrei entwich unseren Kehlen und wurde zum Lied, zum ersten Wildgesang. Die Klänge wanden sich hinauf in den dunklen Sternenhimmel und hallte wieder vom düsteren Wald.
Die Trommel verklang unsere Bewegungen wurden weniger, bis dass wir endlich standen. Unser Gesang erreichte seinen Höhepunkt und endete in einem wildem Heulen.
Lauschend standen wir, mit unseren Krallenhänden, den Wildmasken vor dem Antlitz, dem Ritualdolch am Gürtel, den vielen Ketten um den Hals und den Knochen und Federn im Haar. So standen wir plötzlich völlig regungslos und lauschten.
Ferne erklang die Antwort, der Ruf der zwölf Jäger.
Wie aufgeschleckte Rehe sprangen wir nun davon, fort vom Feuer, in den Wald hinein.
Zwölf von uns würden wieder aus dem Grün hervorkommen. Doch diese Nacht würde uns verändern, denn ein Teil von uns würde immer im Wald bleiben, ein Teil unserer Seele würde für immer dem Wald gehören. Das galt zumindest für zwölf, aber wir waren dreizehn, immer.
Zwölf würden nur einen Teil von sich im Wald lassen, eine von uns jedoch würde ihn nicht mehr verlassen.
Eine von uns würde frei sein und wild,

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Kommentare

halevural@gmail.com schrieb am 2009-09-24 08:09:40:
hallo anariel,
ich lese sehr gerne deine geschichten. nicht nur von "schattenmacht" bin ich ein fan, sondern von all deinen geschichten.
bitte sei nicht traurig, dass diese geschichte nicht viel kommentiert wurde.
wie schon "the schadow" schrieb, sind deine geschichten von anfang an sehr fesselnd und ehrlich gesagt; ich werde immer traurig, wenn ich deine geschichten zuende gelesen habe, denn ich würde wirklich nichts dagegen haben, wenn sie alle unendliche geschichten waeren.
in liebe
hale
Anariel schrieb am 2008-12-31 12:57:57:
Hallo The Shadow,

na wenigstens einer kommentiert mir diese Geschichte, bzw diesen Prolog. Freut mich das es dir so gut gefällt.

Tja an euch anderen,
ich bin schon ein klein wenig enttäuscht.
Ihc schreibe so viel mehr als Schattenmacht, dochj nur diese Geschichte scheint euch noch zu interessieren....das macht mich traurig.

Mit Grüßen
Anariel
The Shadow schrieb am 2008-12-30 12:40:32:
Sehr schön.
Alles meine ich.
Der Anfang dieser Geschichte und die Gedichte.
Du schaffst es mit nur wenigen Worten eine besondere Atmosphäre zu erschaffen, viele brauchen dafür schon ein halbes Buch. Aber du, du kannst das auf einer oder zwei Seiten. Kaum hat man angefangen zu lesen, steckt man auch schon mittendrin. Das ist, glaube ich, das besondere an deinen Geschichten.
Auch hier wieder hat man, wie auch zur Vorgeschichte von Schattenmacht, das Gefühl man würde ein Gedicht lesen, was wohl an den Wiederholungen liegt, die du wieder einmal sehr geschcikt eingesetzt hast.

Wirklich sehr, sehr schön. Bin gespannt, wie es weitergeht...

LG
The Shadow

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