Willkommen in deinem Leben (1)
von
Melody
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los?
„ Hey. Tut mir Leid, dass ich dir Sorgen bereitet habe!“ Er grinst sein markantes schiefes Grinsen. Wie schön, dass er so gut drauf ist, aber ich fühle mich wie in einer Parallelwelt. Alice im Komischland.
„ Schon gut. Was ist überhaupt passiert?“ Ich kann mich nicht einmal dazu überwinden, mich zu setzen. Ich bleibe lieber stehen, die Arme vor der Brust verschränkt und auch ansonsten extrem angespannt.
„ Oh … das ist eine ziemlich peinliche Geschichte. Es war nämlich keiner von diesen coolen Unfällen. Um genau zu sein, bin ich von einem Karussell gefallen!“
„ Du bist was?“
„ Ja, ein paar Kumpels und ich fanden es irgendwie lustig, darauf rumzuturnen. Der Steinboden war dann nicht mehr so lustig!“
Ich mustere den Verband um seinen Kopf. Das sieht wirklich nicht lustig aus. Es scheint ihm aber abgesehen von seiner geheimnisvollen Kontaktaufnahme zu mir, ganz gut zu gehen.
Er klopft neben sich auf das Bett. „ Setz dich doch!“
Spinnt er? „ Nein, danke.“
Tom sieht mich nachdenklich an. „ Warst du beim Frisör?“
„ Hmm … wenn man bedenkt, wie lange wir uns schon nicht mehr gesehen haben, ist es nicht besonders ungewöhnlich, dass ich öfter mal beim Frisör war.“
„ Wie meinst du das denn?“ Er lacht.
Dieser Kerl gibt mir Rätsel auf. Und das nicht im spannenden Sinne. Seine Eltern sollten hier sein, andere Freunde, von mir aus auch sein Hamster, aber nicht ich! „ Tom, warum hast du mich herbestellt?“, frage ich schließlich die Frage, die mir so auf der Zunge brennt.
Sein Gesicht verdüstert sich. „ Warum? Machst du Witze? Natürlich will ich, dass meine Freundin kommt, wenn ich im Krankenhaus liege!“
„ Deine was?“
Er zieht die Augenbrauen zusammen und setzt sich auf. „ Was ist eigentlich los mit dir?“
„ Was ist eigentlich los mit dir?“
„ Fällt dir auch noch etwas anderes ein, als mein Echo zu spielen?“
Ja. Mir fällt ein, gar nichts mehr zu sagen und ihn nur noch anzustarren als der Verrückte, der er ist. „ Weißt du was? Ich gehe mal einen Arzt suchen!“, schlage ich ihm mit zuckersüßer Stimme vor.
„ Denn dass bei dir was ganz ordentlich kaputt ist, steht außer Frage!“, murmele ich noch vor mich hin, nachdem ich die Tür zu seinem Zimmer hinter mir geschlossen habe. Am liebsten würde ich jetzt schnell wie der Wind davonrennen. Ich tue es aber nicht. Nicht, weil ich so ein lieber Mensch bin, sondern weil ich sofort Vincent in die Arme laufe.
„ Und?“, fragt er gespannt.
„ Und??“, kreische ich.
„ Jaa … ich habe da was vergessen, das eventuell wichtig sein könnte!“
„ Na, da bin ich ja mal gespannt.“
„ Tom hat sowas wie eine Amnesie. Soll heißen, dass er glaubt, es wäre circa eineinhalb Jahre früher.“
Unfassbar. Wie konnte er mir diese Information verschweigen? „ Ah, das erklärt so einiges. Deshalb glaubt er, dass wir noch zusammen wären, richtig?“
Vincent nickt. „ Unter anderem.“
„ Wie nett. Und jetzt? Kann ich jetzt nach Hause gehen?“
„ Nee, jetzt gehen wir zu seinem Arzt, der soll und sagen, wie es weitergeht!“
Was der Arzt uns zu sagen hat, ist aber nicht wirklich in unserem Sinne. Gut, in meinem. Der meint nämlich, wir sollten ihm vorspielen, dass diese eineinhalb Jahre (diese entscheidenden eineinhalb Jahre, möchte ich noch hinzufügen) niemals vergangen wären.
Worauf ich ihn dezent darauf hinwies, dass ich das für keine gute Idee hielt. „ Ist das Ihr Ernst? Ich tue doch nicht so, als wäre ich mit meinem Ex wieder zusammen!!“
„ Sie sollten es besser tun. Denn wenn er feststellt, dass er sich gedanklich in einer anderen Zeit befindet, könnte das zu einem schwerwiegenden Schock führen!“
Um den Schock zu dem das Ganze bei mir geführt hat, kümmert sich keiner, ist schon klar. In welcher rosaroten Traumwelt lebt dieser Herr Doktor denn? Da will ich auch hin, es muss schön dort sein, wo sich alles so perfekt zusammenfügt. Da hat sich doch jemand an seinem eigenen Medizinschränkchen bedient! „ Das geht nicht. Ich hatte seit einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihm. Wir führen zwei verschiedene Leben …“
„ Ich weiß, dass es nicht einfach ist. Wenn Sie Glück haben, wird er sich bald wieder erinnern, es handelt sich lediglich um eine vorübergehende Amnesie! Versuchen Sie, sich seinen Erinnerungen und seinem Stand anzupassen, das ist die beste Lösung!“
„ Nicht für mich.“, grummele ich.
„ Sehen Sie es als Krankheit, gegen die sich nun einmal nichts machen lässt! Sie würden doch auch nicht gegen ein gebrochenes Bein treten!“
„ Nein, aber ich würde liebend gerne gegen Tom treten, möglicherweise erwacht seine Erinnerung dann wieder!“
Der Arzt schmunzelt mich nur noch einmal gütig an und zieht dann von dannen. Weiter zu anderen Patienten und deren Bekannten, denen er seine unrealistischen Heilungsmethoden präsentieren kann.
„ Tja.“, Vincent grinst. „ Auf in den Kampf.”
Gemeinsam treten wir an Toms Bett.
„ Alles wieder okay?“, fragt mich dieser und lächelt.
Ich nicke gezwungen. „ Alles wunderbar … Schatz.“
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Kommentare
Vany schrieb am 2010-03-11 21:41:22:
großer gott!! ich finde es wunderschön, dass du eine weitere geschichte von dir reinstellst (:
und ich bin übelst begeistert! allein der anfang is einfach sensationell! ich finde es schön, dass du immer auf solch interessanten ideen kommst (;
und ich liebe deinen witzigen schreibstil (:
weiter so!!!!
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