Willkommen in deinem Leben (10)
von
Melody
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Ich
Ich reiße ihm das Telefon aus der Hand und brülle hinein: Tut mir Leid, Tom hat jetzt keine Zeit mehr, er ist zu beschäftigt damit, ein Riesenar
Tom unterbricht mich, indem er sich das Telefon schnappt, es ausmacht und auf sein Bett wirft. Dann setzt er einen Dackelblick auf. Sarah
Ich
Sarah
, äffe ich ihn nach. Mehr fällt dir nicht ein? Und dabei hast du doch mit deinen ganzen Lügen so viel Kreativität bewiesen!
Ich finde es einfach unfassbar, dass er mich die ganze Zeit über angelogen hat. Niemals wäre mir in den Sinn gekommen, dass er sein Gedächtnis schon längst wiedererlangt hat. Ich habe wirklich angenommen, dass ich ihm vertrauen könnte. Tja, das war wohl nix.
Es tut mir so Leid, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!, stammelt er hilflos.
Wie wäre es damit, dass du mir erklärst, warum du das gemacht hast??
Er senkt den Kopf und seufzt. Weil ich gemerkt habe, wie schön es ist mit dir zusammen zu sein! Ich habe mich mit dir so wohl gefühlt und es war irgendwie
als ob zusammenkommt, was zusammen gehört! Und als ich mich dann plötzlich wieder an alles erinnern konnte, dachte ich, ich verlängere unsere gemeinsame Zeit noch ein bisschen. Er blickt mich wieder an und lächelt ein wenig. Ich dachte, dass du dann vielleicht dasselbe fühlst wie ich und dass wir wieder zusammenkommen. Schließlich wollte ich damals sowieso alles andere als die Trennung, wenn du dich erinnerst!
Ja, vielen Dank, wie haben ja nun schon festgestellt, dass wir alle über sämtliche Erinnerungen verfügen, die wie benötigen!, antworte ich bissig und wische ihm damit das Lächeln aus dem Gesicht. Hat er wirklich geglaubt, dass er mit dieser Nummer durchkommt? Hat er etwa gedacht, dass ich mich wieder in ihn verliebe und dass ich dann auch noch dankbar dafür bin, dass er mich angelogen hat? Falls ja, hat er wohl doch noch einige Probleme mit seinem Gehirn.
Tom macht einen Schritt auf mich zu und streckt die Hand nach mir aus, doch ich weiche vor ihm zurück. Es ist besser, wenn wir
keinen Kontakt mehr haben., sage ich und könnte heulen, weil er mir mit seinen Lügen alles versaut hat. Unser gemeinsames und gegenseitiges Schauspiel hat sämtlichen Chancen mit David zerstört, die ich ansonsten hätte haben können. Und ich muss schon sagen, dass ich auch ganz allgemein auf dieses ganze Drama hätte verzichten können. Denn komischerweise habe ich nie einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschickt, auf dem stand, dass ich gerne meine ganz persönliche Telenovela erleben möchte.
Nein, bitte
Echt, ich kann das nicht. Ich gehe jetzt. Tu mir den Gefallen und melde dich nicht mehr bei mir.
Ohne ein weiteres Wort drehe ich mich um und verlasse sein Zimmer. Während ich die Treppe hinuntergehe und auch als ich das Haus verlasse und mich auf den Weg nach Hause mache, überlege ich die ganze Zeit, was ich jetzt tun soll. Am liebsten würde ich zu David rennen, mich vor ihm auf die Knie werfen und darum betteln, dass alles wieder gut wird. Aber dann wäre auch noch der letzte Rest Stolz weg, der mir noch geblieben ist und außerdem will ich ihm nicht das irreführende Bild vermitteln, er hätte dann die Hosen an in der Beziehung!
Als ich zu Hause ankomme, bin ich denkbar deprimiert und immer noch ein bisschen geschockt von der unerwarteten Wende der Ereignisse, auch wenn ich zugeben muss, dass es ganz nett ist, zur Abwechslung mal nicht an allem schuld zu sein. Mit hängendem Kopf schleiche ich in mein Zimmer, vorbei an Jonas Zimmer, aus dem gedämpftes Gekicher zu hören ist. Mädchengekicher. Na toll, sogar der hat es geschafft, sich eine anzulachen. Manchmal ist das Leben echt zum Kotzen. Ich bleibe kurz vor der Tür stehen und überlege, einfach reinzuplatzen, um ihm die Tour zu vermasseln. Einfach nur, weil ich Lust dazu habe. An einem Tag wie diesem habe ich es mir meiner Meinung nach verdient, der Liebe ein bisschen in den Hintern zu treten.
Ach, Jonas, du bist so süß!, höre ich es hinter der Tür hauchen. Komisch. Die Stimme kommt mir bekannt vor. Zu Lauschen lohnt sich heute ja richtig! Nur komme ich irgendwie nicht drauf, was für eine Stimme es ist. Es dauert einige Sekunden, bis der Groschen endlich fällt. Und daraufhin falle ich fast in Ohnmacht.
Ich öffne die Tür und starre fassungslos auf das Bild das sich mir bietet: Jonas und Hanna, in trauter Zweisamkeit!
Hallo.
Äh
Hanna springt sofort auf.
Wolltest du eigentlich zu mir und hast dich verlaufen?, frage ich sinnloserweise.
Also
wenn es dir damit besser geht, kann ich ja sagen.
Wie lange läuft das eigentlich schon?
Hanna und Jonas sehen sich peinlich berührt an, was mir verrät, dass sie sich nicht erst gestern gefunden habe. Kriege ich eigentlich gar nichts mehr mit? Ist es wirklich so leicht, mir was vorzumachen? Na toll und ich habe mich immer für so schlau gehalten. Kein guter Tage heute.
Seit einigen Tagen. Im Urlaub hat es angefangen.
Ha. Interessant. Ich bin etwas überfordert.
Jaa
ähm, könntest du uns dann mal wieder alleine lassen?, fragt Jonas und deutet auf die Tür.
Sicher, sicher, klar, viel Spaß mit
einander. Oder so. Ich werde einfach mal so tun, als fände ich das nicht total abartig!
Wie lieb von dir! Jonas verdreht die Augen.
Irgendwie fühle ich mich müde und kaum dass ich in meinem Zimmer bin, lege ich mich ins Bett und krieche unter die Decke, die ich mir dann komplett über den Kopf ziehe. Hier komme ich nie wieder raus, hier ist es sicher und warm. Ich verfahre ab jetzt nach dem Motto: wenn ich euch nicht sehen kann, könnt ihr mich auch nicht sehen. Wer sagt, dass man raus und unter Leute gehen muss? Vielleicht ist nur noch niemand auf die geniale Idee gekommen, sein ganzes Leben im Bett zu verbringen! Ich bleibe jedenfalls hier. Für immer und ewig. Ich brauche die Welt da draußen nicht!
Natürlich ist es irgendwie blöd, dass wir Sommer haben, denn es ist ganz schön warm unter der Decke. Egal, ich bleibe so liegen.
Na gut, ich schwitze wie verrückt, es könnte doch nicht schaden, die Decke ein Stück runterzuziehen. Das ändert ja noch nichts an meinem Plan. Ich bleibe ja trotzdem hier. Konsequenz ist alles.
Ich werfe die Decke lieber komplett vom Bett runter, es ist zu warm. Langsam kriege ich Hunger. Und es stellt sich sowas wie Platzangst ein, die Wände scheinen auf mich zuzukommen. Gar nicht so leicht, für immer im Bett zu bleiben, wer hätte das gedacht.
Okay, ich gebe auf. Ächzend klettere ich aus dem Bett und blicke auf die Uhr. Jetzt bin ich bestimmt ganz schön lange herumgelegen. Nein, waren nur zehn Minuten. Na schön. Mir doch egal. Mir ist alles ganz egal. In diesem Moment klingelt mein Handy. Ich rase darauf zu und schnappe es mir, so schnell ich kann. Bitte, lass es David sein. Mit einem Auge schiele ich hoffnungsvoll auf das Display. Er ist es! Es ist eine SMS von ihm. Juhu, juhu. Ich kann mich nicht zurückhalten und tanze durch das Zimmer. Er will mich sehen! Ich gehe
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Kommentare
Bad@ngel schrieb am 2010-11-01 17:35:18:
Wann schreibst du endlich weiter.
Ist hamma
lg
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