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Kategorien > Jugendliebe > Unterhaltung

Willkommen in deinem Leben (10)

von Melody

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einfach mal davon aus, dass das nur etwas Gutes bedeuten kann. Denn mir ist mittlerweile so viel Schlechtes passiert, dass nichts mehr übrig sein dürfte. Und irgendwann hat es auch so jemand wie ich einmal verdient, glücklich zu sein oder? Wegen der Gerechtigkeit des Universums und Karma und dem Stand der Sterne oder so. Oh Mann, hoffentlich läuft das Treffen mit ihm gut, sonst werde ich vor lauter Verzweiflung wirklich noch so eine Horoskop-Tante!
In einer Stunde will er hier vorbeikommen. Eine Stunde habe ich also Zeit, um mich wieder einigermaßen auf Vordermann zu bringen, denn ich sehe mindestens so schlecht aus, wie ich mich fühle. Ich frage mich ja schon, was er will? Will er mir endgültig mitteilen, dass er mich nicht mehr sehen will? Oder will er mir sagen, dass er ohne mich nicht leben kann? Zumindest kann ich ihm gleich die freudige Nachricht übermitteln, dass nichts mehr zwischen uns steht. Nur leider kann ich wirklich nicht abschätzen, wie er zu mir steht. Gut, das letzte Mal, als wir uns gesehen haben, wollte er unbedingt mit mir einen romantischen Abend am See verbringen, aber ich habe ihn versetzt. Und zugunsten von Tom verleugnet, wenn ich so darüber nachdenke. Lässt mich nicht in dem besten Licht dastehen, wie ich zugeben muss. Ach, ich sage mir einfach, dass wir alle Fehler gemacht haben.
Als wäre mein Mathelehrer hinter mir her rase ich die Treppe hinunter und schlittere über das Parkett in die Küche, wo ich auf meine Mutter treffe, die mich mit hochgezogenen Augenbrauen ansieht. „ Was ist denn mit dir los?“
„ Ich suche meine Ohrringe! Du weißt schon, diese … äh … runden!“
„ Aha. Warum bist du denn so gut gelaunt? Es macht dir wohl gar nichts aus, dass es Tom so schlecht geht wegen dir!“
„ Nein, ehrlich gesagt nicht, er hat mich nämlich die ganze Zeit über angelogen!“ Ha, das ist der perfekte Zeitpunkt, um ihr endlich diese Schwärmerei Tom gegenüber auszutreiben. „ Er hat schon nach wenigen Tagen sein Gedächtnis zurückerlangt und nur so getan, als würde er sich an nichts mehr erinnern, damit ich weiterhin seine Freundin spiele!“
„ Oooh …“ Zu meinem Erstaunen setzt meine Mutter einen verträumten Blick auf und legt die Hand aufs Herz.
„ Äh, was? Hast du mich nicht verstanden??“
„ Doch, aber das zeigt doch nur, wie sehr er dich liebt! Ist es nicht süß, dass er versucht hat, dich zurück zu gewinnen?“
„ Süß ist meiner Meinung nach was anderes! Er hat gelogen! Und hat damit …“ Ich bremse mich, bevor ich zu viel ausplaudere. Sie wäre sicher nicht begeistert, wenn ich ihr damit komme, dass ich einen Neuen kennengelernt habe und vor allem deshalb so sauer über Toms Verhalten bin. Das erzähle ich ihr bei einer anderen Gelegenheit, da muss man den richtigen Moment abpassen, in dem sie super gelaunt ist. Also zum Beispiel wenn der Nachbar den Rasen mäht und ihm wieder der Rasenmäher außer Kontrolle gerät und ihm einfach davonfährt, woraufhin er ihm die ganze Straße hinunter hinterherrennen muss. Das ist immer ihr Highlight. Bis auf das eine Mal, als der Rasenmäher die Richtung in unseren Garten eingeschlagen und alle Rosen abgesäbelt hat. Das war ein schwarzer Tag. Noch mehr für uns, die wir ihre üble Laune ertragen mussten, als für sie.
„ Ach, Sarah. Du bist immer so engstirnig!“ Sicher. Wenn sie das sagt. Schließlich ist sie die Offenheit in Person, nicht wahr? Noch nie sowas Lockeres erlebt!
Er klingelt an der Tür.
„ Waaah!“ Oh, habe ich das gerade laut gekreischt? Dem Blick meiner Mutter nach zu urteilen schon. Ups. „ Kannst du schnell aufmachen? Ich muss nochmal nach oben und meine Haare kämmen!“
„ Wer ist das denn? Findest du das nicht übertrieben, deine Haare sehen doch in Ordnung aus!“
„ Mutter! ‚In Ordnung‘ ist manchmal nicht gut genug!!“
Sie seufzt und ich stürme die Treppe hinauf, bevor sie Nein sagen kann. „ Schick ihn dann hoch in mein Zimmer! Danke!“
Ich kämme mir schnell die Haare, atme noch einmal tief durch und drapiere mich dann so dekorativ wie möglich auf meinem Bett. Als mir dann allerdings schon beide Füße eingeschlafen sind, wird es mir irgendwie verdächtig, dass er immer noch nicht da ist.
Irritiert schleiche ich nach unten und finde meine Mutter im Wohnzimmer auf der Couch vor, wo sie sich ganz gemütlich ihre Lieblingstelenovela ansieht.
„ Wo ist er?“, frage ich misstrauisch.
„ Ich vermute mal, zu Hause.“
„ Zu Hause? Was macht er denn zu Hause??“
„ Ich habe ihn weggeschickt!“, antwortet sie in aller Seelenruhe, als wäre das die logischste Antwort der Welt.
„ Du hast was?“, schreie ich.
„ Ja, ganz richtig, ich habe ihn nach Hause geschickt. Ich glaube nicht, dass es richtig ist. Du solltest dich wieder mit Tom vertragen.“
„ Ach soo, na dann! Sag mal, hab ich was verpasst? Das ist doch mein Leben, oder? Dann lass mich bitte auch meine eigenen Entscheidungen treffen!“
„ Ich …“
Ich höre ihr gar nicht mehr zu. Alles, woran ich denken kann, ist, dass sie mir gerade die Tour vermasselt hat. Jetzt bleibt mir nur noch, selbst die Initiative zu ergreifen! Ich schnappe mir meine Schuhe und meine Jacke. Ich werde mir jetzt diesen Typen krallen und wenn es das Letzte ist, was ich tue! Nein, wenn es nicht klappt, wäre das Letzte, was ich tue, meine Mutter umzubringen!!

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Kommentare

Bad@ngel schrieb am 2010-11-01 17:35:18:
Wann schreibst du endlich weiter.
Ist hamma
lg

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