Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Jugendliebe > Unterhaltung

Willkommen in deinem Leben (2)

von Melody

1 2

Während wir so am Esstisch sitzen, keiner sein Essen anrührt und alle nur grinsend zwischen Tom und mir hin- und herblicken, wird mir eines zweifellos klar: ich habe das Tor zur Hölle geöffnet, indem ich mich auf diese Nummer eingelassen habe!
„ Nun, Tom …“, beginnt mein Vater in der unnatürlichsten Betonung, die man sich vorstellen kann. Er könnte auch gleich rausschreien, dass etwas nicht ganz richtig ist. „ Wie geht es dir?“
„ Ganz gut. Ich habe manchmal noch ein bisschen Kopfschmerzen, aber ansonsten geht es mir gut. Ich habe wirklich Glück gehabt, dass ich keine weiteren Schäden davon getragen!“
„ Ja, tatsächlich, was für ein Glück!“, bestätigt Jonas, strahlt mich an und schiebt sich vergnügt einen Bissen Lasagne in den Mund.
Ich tue es ihm nach. Nicht, dass ich auch nur im Geringsten Hunger hätte, aber auf diese Art und Weise ist es mir zumindest nicht möglich, unangenehme Fragen zu beantworten.
Tom sieht mir dabei zu und legt plötzlich seine Stirn in Falten. „ Sag mal, wo ist denn das Armband?“
Im ersten Augenblick habe ich keine Ahnung, wovon er spricht. Was denn für ein Armband? Ich meine, ich besitze viele Armbänder, aber warum ist ihm das so wichtig? Dann erst fällt es mir ein: das Armband! Dieses Bettelarmband, das er mir einmal geschenkt hat und das ich seitdem nie mehr abgenommen habe! Er hat es mir bei einem gemeinsamen Ausflug geschenkt. Wir haben gemeinsam einen kleinen Städtetrip unternommen, wo ich das Armband im Schaufenster gesehen hatte. Er hat sofort darauf bestanden, es mir zu schenken. Es ist wirklich ein schönes Armband gewesen, aber nach unserer Trennung konnte ich es nicht mehr tragen. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich es noch besitze und es irgendwo in den Tiefen meines Zimmers verschwunden sein muss.
Meine Augen weiten sich und ich kaue absichtlich langsamer, um mehr Zeit zum Überlegen zu haben. Ich habe ihm damals versprochen, es nie mehr abzulegen und natürlich habe ich mich daran gehalten, als es noch von Bedeutung gewesen ist, darum verstehe ich, dass er nicht sehr begeistert davon ist, dass ich es nun nicht trage. Wenn ich mich richtig erinnere, glaubt er sowieso, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass er es mir geschenkt hat. Irgendwann ist die Lasagne leider heruntergeschluckt und ich somit gezwungen, zu antworten. „ Es liegt in meinem Zimmer in einer Reinigungslösung. Das Silber ist ein bisschen angelaufen!“
„ Schon? Ich habe es doch erst vor drei Wochen gekauft!“
Ah, drei Wochen. So ist das. „ Tja, ich finde das auch komisch!“, merke ich mit betroffenem Gesichtsausdruck an und hoffe, dass er so bald sein Gedächtnis zurückerlangt, dass ich mich nicht mehr auf die Suche nach diesem Armband machen muss.
„ Ich bin sicher, morgen wird sie es wieder tragen!“, wirft meine Mutter lächelnd ein. Womit habe ich das verdient? Leidet sie auch unter Amnesie? Ich bin NICHT mehr mit Tom zusammen! Ehrlich, Eltern haben ein Gedächtnis und eine Aufmerksamkeitsspanne wie ein Toaster, wenn es um die entscheidenden Dinge des Lebens geht. Nur gut, dass ich ihnen noch nicht mitgeteilt habe, dass ich keineswegs vorhabe, nach dem Abi sofort zu studieren, sondern ein Jahr lang durch die Gegend zu reisen.
„ Oooh … aber selbstverständlich!“ Schön, dass Jonas so viel Spaß hat.
Mein Vater mustert Tom nun schon die ganze Zeit über ausnehmend misstrauisch. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er mit dem herausplatzt, was ihm auf der Zunge liegt und dass er bereits dabei ist, den Mund zu öffnen, kann das nichts Gutes bedeuten. „ Sag mal, Tom, du meinst es doch immer noch ernst mit unserer Tochter oder nicht?“
Ach ja, jetzt wo er es sagt, gäbe es da noch etwas ganz Entscheidendes zu unserer Trennung zu sagen. Ich bin darauf wirklich nicht stolz, aber ich habe meinen Eltern gegenüber so getan, als wäre es Toms Idee gewesen. Oder Schuld. Wie auch immer. Dass er es sich urplötzlich anders überlegt hat, dass er sich dazu entschieden hat, sich lieber ein bisschen austoben zu wollen, als eine ernsthafte Beziehung zu führen und so weiter. Das war irgendwie leichter, als zu gestehen, was ich für einen Mist gebaut habe. Andererseits hätte ich mir diese Lüge auch sparen können, denn bis heute sind meine Eltern davon überzeugt, dass ich es nur nicht geschafft habe, ihn zu halten, weshalb sie ihn ja auch so dankbar wieder in ihrem Hause begrüßen.
Jedenfalls sieht Tom ihn nun sehr verwirrt an und fragt sich vermutlich gerade, wie der Mann, der sich seines Wissens nach schon wie sein Schwiegervater in spe fühlt, plötzlich auf den Gedanken kommt, er könne es nicht ernst meinen. Dementsprechend verunsichert stottert er auch vor sich hin. „ Ich also … ich … sie … äh … natürlich!“
Mein Vater durchbohrt ihn mit seinen Blicken uns seufzt. „ Das kann ich nur hoffen!“
„ Selbstverständlich meint er es ernst!“, mischt sich meine Mutter eilig ein, offensichtlich von der Angst beflügelt, Tom könnte durch solche Sprüche wieder aus unserem heiligen Haushalt verjagt werden. Sie sieht ein bisschen gruselig aus, mit diesem angetackerten, viieel zu breiten Grinsen im Gesicht. Und ein bisschen high sieht sie auch aus. Ich will mich ja nicht als Expertin für diese Dinge bezeichnen, aber ein derartiges Verhalten der Eltern gegenüber dem Freund (ähm, also dem Sozusagen-Freund) kann doch lange nicht mehr als normal gewertet werden! Und da ich das bereits an diesem Punkt denke, wirft mich der nächste Satz meiner Mutter fast vom Stuhl. „ Und deshalb wollen wir dich auch fragen, ob du mit uns in den Urlaub fahren möchtest!“

1 2

Kommentare

Vany schrieb am 2010-03-11 21:54:27:
einfach klasse (:
tweety schrieb am 2010-03-09 18:34:58:
Hey, die Story hört scih bis jetz schon voll gut an;-), mach weiter so,
ich hoffe es wird noch richtig witzig
LG Tweety
Nelly schrieb am 2010-03-06 13:10:24:
Hallo :)
Oh Gott, deine Geschichte ist fantastisch :)
Total witzig, bin schon auf die Fortsetzung gespannt und hoffe das sie bald kommt :)
Lieben Gruß, Nelly.
Moon Dancer schrieb am 2010-03-05 17:17:20:
nicht schlecht=) hoffe du schreibst eine fortsetzung!!
lg

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.