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Kategorien > Jugendliebe > Unterhaltung

Willkommen in deinem Leben (3)

von Melody

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-----3-----

Es ist unglaublich, was dieser eine Satz alles auslöst. Mein Vater reißt überrascht die Augen auf, runzelt die Stirn und scheint sich angestrengt zu fragen, wie meine Mutter dazu kommt, von ‚wir‘ zu sprechen und in welchem Delirium er diesem Vorschlag wohl zugestimmt haben mochte.
Jonas dagegen sieht aus, als würde er genau jetzt am liebsten sein Handy rausholen und das weitere Geschehen mit der Kamera aufnehmen, weil er gar nicht fassen kann, dass er so ein Spektakel erleben darf.
Wie ich reagiere, will und kann ich gar nicht beschreiben. Ich gerate in eine Art Schockstarre. Ich meine, wie viel kann ein Mädchen ertragen? Ist diese ganze Amnesie-Aktion nicht schon genug? Muss es denn wirklich auch noch sein, dass meine Mutter einem Anfall von akutem Wahnsinn unterliegt und den unmöglichsten Vorschlag macht, den ich je gehört habe?? Wenn das kein Grund zum hysterisch werden ist, weiß ich auch nicht. Dennoch versuche ich mich zusammenzureißen, weil Tom sonst merken könnte, dass das alles nicht echt ist und einen Schock erleiden könnte und blablabla. Mann, ich wie ich wünschte, dass ich egoistischer wäre!
„ Hahaha!“, ist das Einzige, was ich halb hyperventilierend herauspresse.
Tom schielt mich von der Seite an. Ich kenne diesen Blick. Ich hasse diesen Blick! Es ist sein Ist-das-nicht-eine-wunderbare-Idee-bitte-finde-sie-genauso-toll-Blick. Das letzte Mal habe ich ihn kurz vor der Trennung gesehen. So gesehen kann man nicht sagen, dass es sein erfolgreichster Blick wäre.
„ Fändest du es denn nicht schön, mit Tom einen Urlaub zu verbringen?“, erkundigt sich meine Mutter wie ein Unschuldsengelchen. Ich würde wirklich zu gerne wissen, welches Vögelchen ihr da in den Kopf gekrochen ist und ihre gesamte Gehirnmasse auseinander gepickt hat!
„ Bestimmt fände sie das schön!“, pflichtet ihr Jonas bei.
„ Oh, ich …“, stottere ich fassungslos. Hektisch durchwühle ich mein geschundenes Hirn nach der perfekten Ausrede um die Apokalypse des Beziehungswesens noch bremsen zu können. „ Ich meine, so ein Urlaub ist doch eine Familienangelegenheit, oder??“
Jonas schüttelt den Kopf. „ Quatsch. David kommt schließlich auch mit!“
„ Hä? Wer, Wie, Was?“
„ Du weißt schon. David. Ich kenne ihn seit mindestens zehn Jahren!“
Ein verschwommenes Bild von einem lockigen Jungen mit Hornbrille schiebt sich in meinen Kopf. Richtig. Ich habe ihn schon ewig nicht mehr gesehen. Nur gehört, wenn er Jonas besucht hat. Aber komischerweise sind wir uns im Haus nie begegnet. Nicht dass ich sonderlich scharf darauf wäre, einen bebrillten Jungen wieder zu sehen, der, wenn ich mich richtig erinnere, mit Vorliebe Sand gegessen hat. Na ja, um ganz fair zu sein: das tut er jetzt mit Sicherheit nicht mehr.
„ Ach ja. Er fährt also mit …“ So ein Mist.
„ Also, ich würde schon gerne mitkommen!“, meldet sich nun Tom zu Wort und lächelt mich herzerweichend an. Och nö.
„ Siehst du!“, ruft meine Mutter so triumphierend, als hätte sie beim Angeln einen fetten Fisch am Haken. Wenn ich so darüber nachdenke, ist diese Situation eigentlich gar nicht so viel anders.
„ Wie schön.“, knurre ich mit zusammengebissenen Zähnen. Jaa, wie schön. Ich sehe doch herzlich gerne meinem ganz persönlichen Untergang ins Auge. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Eine knappe Woche später sind die Pfingstferien da und somit auch der Urlaub, der mitnichten etwas mit Erholung zu tun haben wird. Und das ist besonders schade, wenn man bedenkt, dass die letzte Woche die anstrengendste meines Lebens gewesen ist und ich nun wirklich einen richtigen Urlaub nötig hätte. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie nervenaufreibend es ist, eine Beziehung vorzutäuschen. Vor allem, wenn der Pseudo-Freund in einer Phase absoluter Glückseligkeit steckt. Denn das bedeutet, dass er mich ständig von der Schule abgeholt hat, bei mir zu Hause aufgekreuzt ist, mir andauernd SMS geschickt hat und so weiter. Das volle Programm eben. Ein Programm, das ich sicherlich genießen würde, wenn es von jemandem kommen würde, in den ich auch verliebt bin, aber das Leben ist nun einmal kein Wunschkonzert, sondern die schlechteste Soap der Welt. Zumindest meines.
Um der Königin der Schrecklichkeit die Krone aufzusetzen, hatten meine Eltern auch noch beschlossen, dass es in den Campingurlaub gehen sollte. Camping!! Tagelanges Schlafen in einem in den Boden getackerten, auf Stäbe gespießten Haufen Stoff. Jippieh. Um gleich einmal Toms Hoffnungen, dass er mit mir in einem Zelt schlafen darf, aus dem Weg zu räumen, habe ich meine Eltern gezwungen, mir zu erlauben meine beste Freundin Hanna mitzunehmen. Ich begebe mich nämlich bestimmt nicht alleine mit meiner Familie, dem merkwürdigen Freund meines Bruders und Tom auf einen Campingplatz! Das heißt, ich werde mit Hanna in einem Zelt schlafen und die drei Jungs in einem größeren Zelt. Und meine Eltern im dritten Zelt, deren Anwesenheit lässt sich ja wohl nicht vermeiden.
Gerade stehen wir bepackt bis auf die Knochen vor unserem Haus und warten auf David. Er ist der Einzige, der noch nicht da ist und meine Eltern werden langsam ungeduldig. Meine Mutter wie immer auf ihre ganze eigene Art und Weise. „ Tja, schön, dass wenigstens du sehr pünktlich warst, Tom!“
Dann, ich bin kurz davor Jonas zu fragen, ob David überhaupt existiert, sehen wir aus der Ferne endlich ein unförmiges Etwas auf uns zulaufen.
„ Wow, da hat wohl jemand seinen größten Wanderrucksack ausgepackt!“, bemerkt Jonas grinsend und erklärt mir damit auch, weshalb dieses Etwas so unförmig ist. Es ist der Monsterrucksack, den er auf dem Rücken hat. Ich kann nur hoffen, dass da drin ein Haus ist, denn ehrlich gesagt, gruselt es mich bei dem Gedanken daran, in einem Zelt zu schlafen. Und hoffen ist ja generell nicht verkehrt.
David nähert sich langsam in gemütlichem Schritttempo. Und wenn ich Schritttempo sage, meine ich das eines fußkranken Faultiers. Schön, dass manche Menschen noch so entspannt sein können, wenn sie bereits viel zu spät dran sind!
Schließlich kommt er vor uns zum Stehen, grinst und fragt: „ Kann es losgehen?“
Ich muss sagen, dass der David, der nun vor mir steht, nichts mehr mit dem lockigen Jungen mit Hornbrille von damals zu tun hat. Hätte ich mir natürlich denken können, es sind ja doch ein paar Jährchen vergangen. Jedenfalls steht vor mir ein äußerst gut aussehender Typ, der weder eine Brille trägt, noch Locken hat. Beziehungsweise hätte er vielleicht welche, wenn seine Haare etwas länger wären. Und gerade als ich denke, dass seine Anwesenheit möglicherweise gar nicht so übel ist, blickt er mich an und sagt: „ Hallo, Schneckenmörderin!“
Gutes Aussehen hin oder her, ein Prince Charming ist wohl nicht aus ihm geworden. „ Hallo, Sandfresser!“, gebe ich zurück und verschränke die Arme vor der Brust.
Alle Anwesenden mustern uns verwirrt und versuchen offensichtlich, sich einen Reim auf diese Aussagen zu machen. David und ich dagegen wissen ganz genau, was wir meinen. Er spielt darauf an, dass ich früher mit Begeisterung Schnecken

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Kommentare

!!! schrieb am 2010-03-12 20:56:43:
Schnell weiter!!! Kanns kaum erwarten
LG
Vany schrieb am 2010-03-11 22:11:50:
bin gespannt wie es weiter geht!

gefühlschaos pur (:
Nelly schrieb am 2010-03-11 18:18:53:
Oh mein Gott :)
Schrieb so schnell es geht weiter bitte :)
Ich bin total gespannt wie es weiter geht :)
Lieben Gruß, Nelly.
Lilli schrieb am 2010-03-11 18:02:48:
Wow! Wirklich klasse!!!
Ich liebe deine Art zu schreiben :) Schnell weiter, bitte
lg, lilli
Moon Dancer schrieb am 2010-03-11 15:02:34:
schnell weiter!! ist echt toll=)
lg

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