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Kategorien > Jugendliebe > Unterhaltung

Willkommen in deinem Leben (8)

von Melody

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-----8-----

David seufzt und ringt sichtlich mit sich. „ Tut mir Leid.“ Er wendet sich ab und geht zu Miss Minirock.
Das ist doch nicht zu glauben! Er geht weg, um dieser hohlen Nuss mir ihrem Zelt zu helfen. Ja, klar. Er sollte ihr eher dabei helfen, irgendwo ein brauchbares Gehirn aufzutreiben. Falls er denkt, dass ich es dabei belasse, hat er sich geirrt. Ich bin nicht der Typ dafür, die Dinge einfach so auf sich beruhen zu lassen und ich werde erst recht nicht seelenruhig dabei zusehen, wie er sich von einer anderen anbaggern lässt!
Kurzentschlossen tue ich so, als würde ich zu meinem Zelt gehen, biege allerdings auf halben Weg ab, gehe um das Verwaltungsgebäude herum, lasse mich auf die Knie fallen und krieche hinter eine Reihe Büsche, von wo aus ich die beiden bequem beobachten kann. Na gut, bequem ist übertrieben, denn es ist nicht gerade kuschelig inmitten all der Äste und auf der nackten Erde. So leise ich kann, schiebe ich die Äste vor meinem Gesicht zur Seite und spähe mit gespitzten Ohren hindurch.
„ Ich heiße übrigens Sina!“, sagt das Mädchen. Na toll, sie heißt auch noch so ähnlich wie ich. Wo kommt sie überhaupt plötzlich her? Ist von Gott geschickt worden, als Rache dafür, dass ich nicht immer nach gesellschaftlichen Konventionen gehandelt habe? Gut, kann schon sein, dass ich mich nicht immer an die Regeln halte und möglicherweise habe ich auch schon das eine oder andere Gesetz gebrochen (wobei ich es nie absichtlich getan habe, es ist einfach so … passiert, wie mir eben immer alles passiert!), aber das kann doch kein ausreichender Grund dafür sein, mir jetzt mein Leben zu versauen. Oder zumindest die mögliche Beziehung mit David!
„ David. Übrigens bekomme ich das mit deinem Zelt schon hin. Bist du etwa alleine hier?“
„ Nein, mit meiner Mutter, aber die ist so ein Sportfreak und die meiste Zeit über mit dem Fahrrad unterwegs oder am Joggen oder so.“
David nickt und macht sich konzentriert daran, das Zelt aufzubauen. Sina gibt sich keine Mühe, ihm zu helfen. Sie scheint die Zeit viel eher zu nutzen, um ihn ausgiebig zu begutachten. Von oben bis unten und wieder zurück. Was sie sieht, scheint ihr zu gefallen, denn sie verzieht den Mund zu einem Lächeln. Meiner! Das würde ich am liebsten schreien.
„ Wow, das machst du echt gut!“, schleimt sie ihn auf die unkreativste Art und Weise an.
„ Danke. Ich bin auch schon fertig, das war gar nicht so schwer!“
„ Für dich vielleicht. Mit deinen Muskeln!“ Jetzt grapscht sie ihm an den Armen rum, ich glaube, ich sehe nicht richtig. Als ob man zum Zeltaufbauen Muskeln bräuchte, es ist ja nicht so, als wiegen die Zeltstangen mehrere Tonnen. Ekelhaft ist das, ekelhaft.
„ Wie wäre es, wenn ich dich zum Dank zum Eisessen einlade? Morgen?“
„ Oh.“ David starrt betreten auf den Boden und schrammt mit der Fußspitze im Gras herum. Plötzlich ist er sich seiner Sache doch nicht mehr so sicher, was?
Sina zieht die Augenbrauen zusammen. „ Sag mal, kann es sein, dass du mit dem Mädchen von vorhin zusammen bist? Wenn ja, nehme ich das natürlich zurück!“
„ Was?“ David zuckt zusammen. „ Nein, ich bin nicht mit ihr zusammen!“
„ Ach so, ich dachte nur, weil sie so komisch reagiert hat und so.“
„ Nein, sie ist einfach nur komisch. Ich würde gerne mit dir Eis essen gehen!“
Ich kann es mir nicht verkneifen, hinter meinem Busch wütend vor mich hinzuknurren. Die zwei sehen sich verwirrt nach dem merkwürdigen Geräusch um, doch sie können mich glücklicherweise nicht entdecken.
„ Okay, gut. Dann treffen wir uns morgen hier und fahren in die Stadt!“
„ Das hättest du wohl gerne!“, grummele ich in unvorsichtiger Lautstärke.
Wieder sehen sie sich um und dieses Mal habe ich nicht so viel Glück. Mit einem wütendem Gesichtsausdruck stapft David auf mich zu und beugt sich über mich. Es ist kein besonders erhabenes Gefühl, so vor ihm im Dreck zu kauern.
„ Hast du jetzt vollkommen deinen Verstand verloren?“ Es fehlt nur noch, dass ihm Dampf aus den Ohren quillt, das kann nicht gut sein.
Sina ist ihm gefolgt und steht nun hinter ihm. Zwei Menschen, die auf mich herabsehen, wie wunderbar.
Ich richte mich auf, klopfe mir den Dreck von den Klamotten, streiche mir die Haare hinter die Ohren und tue so, als wäre es vollkommen normal und durchaus von mir beabsichtigt, dass sie mich hinter einem Busch aufgegabelt haben. „ Ich habe nur vergessen, euch zu fragen, ob ihr morgen gerne zusammen mit Tom und mir weggehen würdet!“
„ Ah ja. Und um uns das zu fragen, hast du hinter einem Busch gelauert!“
„ Vollkommen richtig!“, entgegne ich, als wäre das ganz logisch. So leicht lasse ich mich nicht bloßstellen. „ Ich wollte eure Privatsphäre nicht stören und auf den richtigen Moment warten!“
„ Sicher. Was sonst?“
„ Also, was sagt ihr?“
David und Sina blicken sich auf eine Art und Weise an, die mich schon erahnen lässt, was ihre Antwort sein wird. Ich kann ihnen nicht einmal verdenken, dass sie nicht besonders begeistert aussehen, denn gerade bei Sina habe ich bestimmt nicht den allerbesten ersten Eindruck hinterlassen.
„ Das wird lustig!“, füge ich also halbherzig hinzu. Was ich wirklich meine, ist natürlich: wenn wir zusammen was machen, habe ich euch im Blick und unter meiner Kontrolle und dann werde ich euch die Tour vermasseln. Nur kann ich das nicht sagen, das wäre unhöflich.
„ Na ja … warum eigentlich nicht.“ Sina grinst mich nicht ganz überzeugend an, kann wohl aber nicht nein sagen.
„ Jaa …“ Davids Blick verrät, dass er genau weiß, warum ich das tue. Aber das ist mir egal, er kann es ruhig wissen. Ich will nur nicht, dass er mit Sina alleine ist. Jemals. Das könnte anstrengend werden, aber da ich meine Zeit ohnehin damit verbringe, eine nicht existierende Beziehung vorzutäuschen, komme ich langsam in Schwung.
Zufrieden mit mir, aber nicht mit der Gesamtsituation gehe ich zurück zu meinem Zelt. Die Verabredung mit Sina und David ist getroffen und es lief sogar noch besser als gedacht, denn da sie schon Pläne mit Tom und mir haben, haben sie das Eisessen erst einmal ausfallen lassen.
Als ich ins Zelt krieche, will ich unbedingt Hanna von der ganzen Katastrophe erzählen, doch zu meiner Überraschung stelle ich fest, dass sie nicht da ist. Komisch, sie ist doch schon eine ganze Weile vor mir ins Bett gegangen. Vermutlich ist sie auf der Toilette oder so. Ich wickele mich in meinen Schlafsack ein und hoffe, so wie jeden Abend, dass Tom morgen endlich sein Gedächtnis zurückerlangen wird und alles leichter wird.

Es ist schon später Abend, als wir uns zu viert in den menschenleeren Bus setzen, um in die Stadt zu fahren. Das zeigt eindeutig, wie viel hier los ist, nämlich exakt nichts. Kaum dass die Sonne untergeht verschwinden alle Camper in ihren Zelten und schlafen. Wozu sollte der Sonnenuntergang sonst da sein? Ein paar ganz Coole schnappen sich auch ihre Gitarre, setzen sich um ein Lagerfeuer herum und machen einen auf Lonesome Cowboys. Dabei scheint vollkommen an ihnen vorüber zu gehen, dass sie weder singen noch

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Kommentare

Minii schrieb am 2010-06-16 17:54:57:
Super Fortsetzung! Zu kurz, aber richtig toll :D
Schreib schnell weiter und lass uns bitte nicht solange warten wie dieses mal, oki?!

Übrigens gefällt mir dein Schreibstil unheimlich gut! Weiter so!!

LG Minii♥

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