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Kategorien > Jugend > Satire

Wir sind am Ende

von Xaladaquiera

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Ja. Wir möchten es nicht wahr haben. Unsere aktuelle Jugend hat nichts mehr mit der vergangenen Jugend gemein. Aber ich möchte nicht vorgreifen. Ich werde nun an einem überaus konkreten Beispiel schildern, inwiefern sich die Moralvorstellungen der heutigen Jugendlichen geändert haben. Wir haben ein konkretes Bild vor Augen.

Lisa, im stolzen Alter von dreizehn Jahren und ihr Großvater, der schon seit einiger Zeit seinen siebzigsten Geburtstag feierte. Beide befinden sich in einem kleinerem Dorf nahe Köln. Lisas Großvater ist allerdings nur zu Besuch, gewöhnlich wohnt er mit seiner Ehefrau in Dresden, wo er auch aufwuchs. Lisa hatte kürzlich Geburtstag. Ihr Großvater hatte allerdings nicht gewusst, was er ihr schenken könne und hatte ihr so einen Gutschein über 30 € geschenkt. Unter großem Protest Lisas ging ihr Großvater mit in die Stadt um das Geschenk auszuwählen. Kaum waren sie ein Stück gegangen, da begegneten Lisa und ihr Großvater Altersgenossen von Lisa. Sie warf allerdings nur einen hasserfüllten Blick auf jene und ging weiter. Ihr Großvater wunderte dies jedoch. Er zog seine faltige Stirn hoch und fragte: „Wie kommt es dazu, dass du deine Schulkameraden nicht grüßt?“ „Ey, Opa. Das sind voll meine Feinde.“ „Deine Feinde? Damals kämpfte ich im zweiten Weltkrieg in Frankreich an der Front. Und die Franzosen waren unsere Erzfeinde. Aber inwiefern bekriegst du dich mit deinen Schulkameraden. Spielt ihr noch mit Zinnsoldaten?“ „Wieso bekriegen?“ „Du sagtest doch, es seien deine Feinde.“ „Boah, ey. Das sind Feinde, weil die voll nicht Metal hören.“

„Sie hören nicht Metall? Ich hörte damals den Klang von Metall als mir die Patronen um die Ohren flogen. Aber den Klang von Metall empfinde ich persönlich als nicht besonders schön. Gummi gefiele mir da schon eher. Am meisten gefällt mir immer doch die Musik von Haydn.“ „Scheißheiden. Ich bin Christ Opa.“ „Wennschon heißt das Christin. Besuchst du denn schon den Kadjumänenunterricht.“ „Was ist das für ein Scheiß Opa?“ „So nannten wir früher das erste Jahr im Konfirmandenunterricht.“ „Achso dieser Scheiß. Das will Mama, dass ich da hingeh. Da steht irgend so n typ vorne und redet von irgendeinem Quatsch den keiner versteht. Aber Maurice hat erzählt, dass man da am Ende Geld kriegt und sowas.“ „Geld? Ich dachte du seiest Christin.“ „Boah, bin ich ja auch. Guck mal hier mein Ausweis. Da steht das drauf.“ „Das bist du?“ „Ne, weißt du, der ist von meiner Freundin. Damit halten mich alle Leute gleich für älter und so. Voll cool.“ „Ich muss sagen, ich bin von deiner geistigen Reife sehr enttäuscht und würde dich eher für jünger einschätzen.“ “Boah Opa. Auf dich steh ich auch nicht.“ „Wenn du auf mir stündest du junges Früchtchen, dann gäbe es aber noch Schläge mit dem Rohrstock. Außerdem, was willst du überhaupt mit dem Geld machen. Du hast doch alles was du brauchst.“ „Ich hab alles was ich brauche?“ „Ja. Meiner Meinung nach schon. Du hast einen Ort, wo du ein Dach über dem Kopf hast. Du hast gepflegte Kleider und wirst ausreichend mit Lebensmitteln versorgt.“ „Mensch Opa. Du hast ja überhaupt keine Ahnung von der Welt. Man braucht so viel mehr.“ „Um zu überleben?“ „Was für n Scheiß? Wer will denn Sterben? Das ist nur was für Grufties. Mit so welchen geb ich mich nicht ab. Ich brauch so viele Dinge. Zum Beispiel ne Handtasche.“ Herr Patrow zieht erstaunt die Augenbrauen hoch: „Für d einen Kriegsproviant?“ „Nein. Für viel wichtigere Dinge. Da muss zum Beispiel Lippenstift und so rein. Oder Taschentücher.“ Da weist Herr Patrow auf seine rechte Hosentasche: „Guck mal Lisa. Die hab ich hier drin, meine Taschentücher.“ „Mensch Opa. Das beult doch total aus.“ „Na und? Trägst du deine Schuhe in der Hand damit die Sohlen nicht schmutzig werden?“ „Außerdem ist da mein Handy drin.“ „Dein Handy?“ „Du weißt nich was n Handy ist?“ „Meine Frau hat mir neulich davon erzählt. Das soll ein Telefon ohne Schnur sein. Sie sei sehr erstaunt das es so etwas gäbe, und meinte, dass sei bestimmt etwas für sehr wichtige Personen. Und du hast so ein Ding?“ „Ja. Opa. Das hat heutzutage jeder.“ „Also wenn ich damals was zu bereden hatte mit meinen Kameraden, dann erzählte ich ihnen das, während wir unser Pausenbrot aßen. Dann redeten wir zum Beispiel über den Krieg oder über die aktuelle Politik der Nazis. Telefonieren lohnte sich gar nicht. Außerdem war das sehr teuer.“


„Du Opa, warte mal mich ruft gerade jemand an.“ „Ja. Guck mal dahinten die Bank, auf die setz ich mich kurz.“ Auf der Bank standen alle möglichen Dinge in einer anscheinend fremden Sprache die Herr Patrow nicht entziffern konnte. Komisch, denn er dachte er befände sich in Deutschland. Da sah wie auf der Bank neben ihm Jugendliche dieselben Schriftzüge in das Möbelstück ritzten. „From which country do you are?“ „Was willst du Opa? Laber uns nicht zu hier du Hänger.“ „Ein Hänger? Unser Nachbar, Herr Sibertus fährt häufig nach Italien, da macht er an sein Auto“ „Halts Maul!“ „Ich wollte mich ja nur höflichst erkundigen was ihr dort in die Bank ritzt. So wie ich gemerkt habe, seid ihr ja Deutsche so wie ich. Und deshalb sprechen wir alle Deutsch. Aber ich kann nicht verstehen was ihr da schreibt.“ „Ey alder. Hier steht „fuck you digga.“ „Das ist mir nicht geläufig. Damals ritzten wir unsere Namen in Bäume, wenn wir einen Ort an dem wir gekämpft hatten wieder verließen. Aber was ihr hier hinschreibt hat, wie es mir scheint weder Sinn und Verstand. Aber meine Enkelin scheint ihr Gespräch beendet zu haben. Auf Wiedersehen Jungens.“ „Ey. Opa. Ich hab grad was ganz wichtiges erfahren. Ich muss schon bald wieder zu Hause sein. Wir müssen uns echt ran halten jetzt.“ „Was ist denn so wichtiges vorgefallen? Ist der Tonnenpreis für Öl rasant gestiegen? Ist der Chef der deutschen Bank zurückgetreten?“ „Nein. Nein. Viel wichtiger.“ „Die Existenz Gottes wurde bewiesen?“ „Nein, Opa nicht so ein Scheiß.“ „Jemand hat den Sinn des Lebens gefunden?“ „Boah. Opa. Halt den Sabbel.“ „Was war denn nun Lisa?“ „Heute Abend kommt voll die krasse Sendung im Fernsehen. Da treten Tokio Hotel und so auf.“ „Du interessierst dich für einen Beruf in der Hotellerie? Das ist ja mal etwas ehrenhaftes.“ „Nein, nein, das ist doch eine Band?“ „Du brauchst Paketband? Davon lagert Oma noch Massen zu hause. Du musst wissen sie bewahrt immer alles auf. Das kommt noch vom Kriege.“ „Das sind einfach Leute die singen.“

„Singen kann ich auch Lisa.“, und ihr Opa fing an die erste Strophe von „Das Wandern ist des Müllers Lust“ zu singen. „Hör bloß auf das ist voll peinlich.“ „Singen die etwa besser?“ „Nein. Das nicht. Aber sie sind halt beliebter. Außerdem müssen wir jetzt weiter.“ „Wieso wir sitzen doch gut hier und da drüben ist es schattig.“ „Kann sein. Aber wenn wir hier so lange sitzen denken die Leute wir hätten keine wichtigen Dinge zu erledigen und wären unwichtig. Also Opa, steh auf und geh bitte etwas schneller.“ „Ich kann aber nicht mehr so schnell.“ „Boah jetzt komm.“ Ihr Opa versuchte verzweifelt, dem Tempo seiner

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Kommentare

romme schrieb am 2007-07-11 15:05:30:
uff... ganz schön arg übertrieben oder??? ich finde das as vielleicht auf einen geringen prozentsatz der jugend zutrifft was da geschrieben würde. so wie lisa spricht und mit ihrem opa umgeht das klingt doch ganz stark nach hauptschule oder schlimmer... ich denke das kaum jemand so gewissen und verantwortungslos mit seinen großeltern umgeht.
und außerdem nervt dieses übertriebene nach einer zeit gewaltig.. am anfang fand ich das ja alles noch ganz super aber je länger der text desto sinnloser fand ich ihn. mit dieser opfersache so denkt doch kein mensch! und ich als ebenfalls jugendliche kann mich nicht erinnern solche verblödete gleichaltrige schonmal getroffen zu haben. Also:
thema ist sehr gut, aber die umsetzung find ich etwas zu primitiv und einfach übertrieben.. muss doch nicht sein
Fabian schrieb am 2007-05-12 02:05:42:
Meiner Meinung nach wurde vor allem bei Lisa stark übertrieben. Ich selbst habe viel mit Jugendlichen zu tun und so krass benimmt sich keiner von ihnen. Vor allem gegenüber ihren Großeltern haben sie noch großen Respekt.
Ansonsten noch ein paar Widersprüche (Musik, anfangs intolerante Metallerin, dann Tokio Hotel - Fan und schliesslich sogar noch Bushido)
Kann sein, dass du das beabsichtigt hast, aber das kann man ja nicht wissen.
Friedrich schrieb am 2007-03-12 00:24:22:
gefällt mir gut :)
Leanyka schrieb am 2006-08-08 15:09:18:
Tach!

Also so wie du diese Lisa darstellst und wie sie spricht geht sie mit mit der Zeit wirklich so richtig auf den Geist *g* Wenn du das so beabsichtigt hast, ist dir das vollends gelungen. Die übertriebene Dümmlichkeit und die Ruhe des Opas hingegen wirkt amüsant, aber auch etwas ungläubig. Irgendwie komisch, dass er so relaxed bleibt, so wie Lisa ihn behandelt... Witzig sind aber manchmal die Kommentare, die er abgibt, wenn er etwas mal wieder nicht richtig verstanden hat. Gelungene Geschichte würde ich sagen ;-)

P.S. Hoffe nur, dass sich die Meinungen des Autors nicht in denen von Lisa widerspiegeln ;-) Sie hat nämlich viele schräge und manchmal auch falsche Ansichten...

lieben Gruß,
Leanyka
Andrea schrieb am 2006-08-08 11:24:40:
Ich findu du solltest dir die Geschichte noch mal durch lesen. Ist Hr. Patrow der Opa?
Ich finde es alles sehr durcheinander.

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