Writer´s block
von
Alex
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Writer´s block
Udo schaute auf das Blatt Papier und las sich das Geschriebene noch einmal durch:
„Rollsplitt – Geschichte einer Begegnung
Alles begann damit, dass ich am helllichten Tage, völlig unerwartet und plötzlich von einer anderen Geschichte verschlungen wurde. Und die ging so: Eines Tages wurde ich völlig unerwartet und plötzlich von einer anderen Geschichte verschlungen. Und die ging so: Eines Tages wurde ich völlig unerwartet und plötzlich von einer Geschichte verschlungen. Und die ging so:
„Darling,“ rief Ludmilla in voller Montur über den gesamten Esstisch zu ihrem Darling Darling, „Ist bei dir noch alles Roger?“ „Roger?“ antwortete Darling. „Roger ist mal kurz mit dem Hund rausgegangen.“ „Dass er alles nur durch prügeln regeln kann!“ echauffierte Ludmilla sich. Da kam der Hund zur Tür hinein und meinte: „Rollsplitt.““
Danach betrachtete Udo das Blatt noch einmal in Gänze und schüttelte mit dem Kopf. „Das ist wirklich scheiße.“ dachte er. Doch der Kalender an der Wand drohte schon. Dick angekreuzt war der nächste Freitag, welcher der Abgabetermin seines neuen Romans sein sollte. Und dabei hatte er dem Verlag bereits einen Vorschuss abgetrotzt, was den Druck nicht gerade verringerte. Doch es half nichts… Udo zerknüllte das Blatt Papier und warf es neben den Mülleimer. Nur noch 6 Tage…
„Ich brauche unbedingt neue Erfahrungen.“ seufzte der Autor und schaute sich in seinem winzigen Appartement um. Das Star Wars-Poster an der Wand hatte er bereits an Ideen ausgesaugt, ebenso die Photos von seinem letzten Trip nach Marokko, der mittlerweile auch schon 4 Jahre her war - und noch ein gerade-mal-200-Seiten-Werk über Laserschwert-schwingende Marokkaner konnte er seinem Verlag nun wirklich nicht vorlegen.
Er philosophierte: „Naja… wenigstens verursacht meine Depression Schlaflosigkeit, das gibt mir mehr Zeit zum Schreiben.“ Doch woher sollte er die zündende Idee nehmen, den roten Faden, der einen Autor eine Geschichte wie von selbst schreiben lässt? Er griff zum Telefon.
„Ja, hallo Desirée, Ich bin´s Udo.“
Eine bleierne Stimme antwortete: „Äh, ach du bists. Was gibt es denn Wichtiges?“
„Ach, ich komm nicht voran. Ich sitze vor der Schreibmaschine und nichts kommt heraus. Mein Kopf ist total leer, und gleichzeitig vollgestopft mit Müll… Was hast du heute denn so gemacht?“
„Du rufst mich um 4 Uhr morgens an um zu fragen, was ich heute gemacht hab???“ Desirée war nun offensichtlich wach geworden.
„Oh, schon so spät?“
„Spät??? Hör zu, ich weiß Du hast Probleme. Geh zum Psychiater und lass mich schlafen!“
Sie hatte aufgelegt. Udo lehnte sich niedergeschlagen tiefer in den zerfetzten Sessel. Er lag nun schon so tief in diesem Sessel, dass sein Hintern über die Sitzfläche hinausragte und sein Kopf zur Decke starrte. Naja, ein solchen Situationen half ihm jedoch immer noch eines: Drogen.
„Ich brauch Gras... sofort.“ sprach er zu sich selbst, wie zu einem guten Freund.
Mühsam erhob er sich vom Sessel in dem durch jahrelanges intensives Sitzen eine Kuhle entstanden war und ging zum Kleiderhaken, von dem er behauptete, es wäre die Garderobe. Verwundert durchwühlte er sämtliche Jackentaschen und musste schließlich feststellen, dass alle seine Grasvorräte aufgebraucht waren. Also kehrte er zum Sessel zurück und durchsuchte seine Jeanshose, die er lediglich lose um die Kopfstütze gelegt hatte. Er ergriff dass Portemonnaie, musste jedoch schließlich feststellen, dass auch seine Geldvorräte aufgebraucht waren - das war ein Problem. Niedergeschlagen setzte er sich wieder an die Schreibmaschine, schloss die Augen und schrieb seine Gedanken auf:
„Die Leere machte sich in mir breit. Zuerst war sie oben, dann war sie links, dann war sie unten und anschließend rechts. Dann war sie auch in der Mitte. Um die Leere herum war ein großes Loch. Zwischen der Leere und dem Loch war jedoch eine große Lücke voller Nichts.“
Da öffnete er die Augen wieder und schaute auf den Erguss. Wenigstens hatte er es im Blind-Schreiben zur Meisterschaft gebracht, es gab nicht einen Tippfehler. Doch auch dieses Papier zerknüllte er und warf es neben den Mülleimer.
Ein blaues Licht von der Straße kommend erregte Udos Aufmerksamkeit. Er stand auf und schaute durch das Fenster. Ein Polizeiwagen schlich durch die heruntergekommene Gegend. „Jaja, diese Stadt schläft nicht. Immer was Neues.“ Und es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. Er wusste, was er jetzt zu tun hatte. Hastig zog er sich Jacke, Hose und Unterhose an und verließ das Haus in der Absicht, sich der Nacht zum Opfer anzubieten.
Schon das Treppenhaus erfrischte ihn mit seinen exotischen Gerüchen. Doch kaum hatte er die Haustüre geöffnet, schlug ihm der kühle Nachtwind entgegen und erzeugte eine Gänsehaut am ganzen Körper. Die Neonlichter an den Gebäuden blendeten ihn, da er in letzter Zeit sich so sehr an das 40-Watt-Licht seiner Schreibtischlampe gewöhnt hatte. Sie blinkten wie wild und verhießen wahlweise Rausch, Geld oder Befriedigung.
Erwartungsvoll wanderte Udo die Straße entlang. Hier und da boten unbestimmbare Gestalten ihre Körper zum Sonderangebot an. Dort lag irgendwer völlig betrunken, oder tot, auf dem Bürgersteig und Udo überlegte, ob er ihn ausrauben sollte. „Hmm naja, der hat wahrscheinlich eh nicht mehr viel…“ kombinierte er jedoch. Von irgendwo her kam Musik.
Udo musste ein wenig suchen, bis er schließlich die kleine Seitengasse fand, in die die Musik ihn lockte. Zunächst völlig in der Dunkelheit tappend, erblickte er ganz am Ende dieser Sackgasse das Namensschild dieses Schuppens: „Life“. „Hmm, hört sich vielversprechend an...“ Von drinnen schallten laute Stimmen, Gelächter, Musik und jede Menge klirrende Geräusche auf die Straße. Zitternd öffnete Udo die Tür und ging hinein.
Zunächst betrat er einen kleinen Zwischenraum, der von der Bar durch einen Vorhang getrennt war. Udo zog diesen Vorhang beiseite und plötzlich wurde es stumm. Der Raum war stockdunkel. Es war absolut still. Udo fühlte, wie sein Puls in den Schläfen pochte, doch er ging voran. Nicht mal seine eigenen Hände konnte er vor Augen sehen. Aber Schritt für Schritt tastete er sich nach vorne. Irgendwo musste doch das Fenster nach draußen sein, welches er dort gesehen hatte!
Aber da überkam ihn die Angst. Schnell drehte er sich um, und versuchte den Vorhang zu ertasten, doch er konnte ihn nicht finden. Überall war lediglich die kalte, metallene Wand. Udo geriet in Panik. Er rannte nun an der Wand entlang, hin und zurück, er sah einfach gar nichts.
Da klickte ein Geräusch. Eine Lampe leuchtete kalt von der Decke auf eine Frau auf einem Stuhl. Sie war aufreizend angezogen und rauchte eine Zigarette. Udo ließ zögerlich die Wand los und taumelte näher. „Wo bin ich hier?“ fragte er die mysteriöse Schöne und sank auf die Knie. Die Frau legte ihm die Hand auf den Kopf und sprach mit ruhiger Stimme: „Du bist genau da, wo du sein wolltest. Jetzt musst du nur noch tun, was du tun willst.“
„Und was will ich tun?“ flehte Udo sie geradezu an.
„Du
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Kommentare
Ebony schrieb am 2006-10-27 20:46:02:
Ich fühle mich in diesen Geschichten immer herrlich zu hause.
alex schrieb am 2006-10-27 16:11:38:
Nein, ich glaube Du musst auf die "2" drücken für die zweite Seite, das ist glaube ich, was du meinst.
Und an die Leser, die bis zum Ende durchgehalten haben: Hehe, Glückwunsch. Ich hab in der letzten Zeit die Neigung, die Geschichten so verworren wie möglich zu machen. Die Charaktere sollen dem Verlauf der Geschichte hilflos ausgeliefert sein und das soll sich auf den Leser übertragen. Da ist die Geschichte hier wohl das Extremste (bisher).
Anne Szeike schrieb am 2006-10-27 08:51:41:
ist die geschichte dort unten schon zu ende? keine satzzeichen?
aber ist sehr gut!
Lieber Gruß
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