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Kategorien > Vampire > Humor

Wut und Hunger

von Kronenberg

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Wut und Hunger
Was machen Sie, wenn sie so richtig wütend sind? Werfen Sie mit Gegenständen gegen die Wand? Hören sie laut Musik oder grollen sie nur verschnupft in sich hinein?
Ich bin ja da ganz anders, ich ziehe um die Häuser und wenn ich um die Häuser ziehe, kann es schon mal sein, dass der eine oder andere dabei sein Leben lassen muss.
Warum? Nun ja, ich bin sehr impulsive, sehr aufbrausend und meistens sehr hungrig.
Mein Vorteil, ich sehe klasse aus, mein Nachteil, ich bin eine wandelnde Leiche.
Bei einem Meter neunundsiebzig sind die Beine schon recht lang. Meine kurzen schwarzen Haare stehen im krassen Gegensatz zu meiner bleichen Haut. Aber der Hammer sind meine türkisen Augen. Groß und leuchtend kann keiner an ihnen vorbeischauen.
Aber zurück zu meiner Wut. Wenn ich wütend bin, muss ich essen und wenn jemand wie ich essen muss, gibt es immer Tote.

Warum ich überhaupt so wütend bin? Fragen sie. Gut, ich will sie nicht dumm sterben lassen. Im Gegensatz zu mir, werden sie ja irgendwann mal sterben. Sorry, ich muss lächeln.
Ich bin so verdammt wütend, weil mir mein Vermieter das Haus unter dem Hintern weitervermietet hat und ich jetzt Obdachlos bin und nicht weiß wohin mit meinem Sarg.
Kein Problem denken sie? Ich denke da anders darüber. Ich brauch ein nettes dunkles Plätzchen wo mich nicht aus versehen die Sonne kitzelt. Außerdem ist es auch für eine Vampirin doof, mit dem Sarg unter dem Arm durch die Gegend zu rennen.

Mir kommt ein Mann entgegen. Groß, geht geduckt. Möchte nicht wissen, was er sich jetzt denkt, jetzt, wo er mich sieht. Mich und meinen Sarg. In einer dunklen Gasse. Einfach so. Muss verwirrend sein, auf einmal einer Frau im Abendkleid und Sarg gegenüber zu stehen. Er will an mir vorbeihuschen, das kann ich aber so nicht ganz durchgehen lassen. Sie wissen ja, ich bin immer noch wütend. Und wenn ich wütend bin, bin ich hungrig und wenn ich hungrig bin.. na ja, sie wissen schon. Ich pack ihn mir also am Schlawittchen und der Sarg fällt laut scheppernd auf die Straße. Wie ungeschickt. Aber ich bin es nicht gewohnt, so mit Sarg und so. Er fängt wie ein Bekloppter an zu brüllen. Hilfe, eine Verrückte, na, al so einen Kram halt. Was mich natürlich noch mehr in Rage versetzt. Kann er nicht die Klappe halten? Nein kann er nicht. Er brüllt immer lauter. Ich glaub, dass liegt an meinen Zähnen. Sie sind einfach schrecklich lang. Ich sehe so was wie Panik in seinen weit aufgerissenen Augen, aber eben auch diese verlockend pochende Halsschlagader, die deutlich hervortritt. Ich will ihn beißen, ich finde das ist mein gutes Recht, meine Nacht war beschissen genug. Aber da haut er mir doch glatt eine runter und haut ab.

Also, ich nichts wie hinterher. Eigentlich sollte ich elegant gleiten, wie es Vampire normalerweise so an sich haben. Aber die Absätze meiner viel zu hohen Schuhe verheddern sich im Saum meines Kleides. Nicht ganz so elegant, schlage ich der Länge nach hin. Doch ich habe Glück im Unglück. Ich erwische den Mann am Jackenkragen, falle sozusagen auf ihn. Was wieder gut, ist. Finden sie nicht? Er zappelt wie ein Irrer unter mir, was mir die Sache mit den „Zähne in den Hals schlagen“ nicht gerade vereinfacht. Doch was wäre ich für eine Vampirin, wenn ich so einem Männchen nicht Herr werden würde? Außerdem bin ich ja wütend und Hungrig. Nicht wahr? Doch das Geschreie nervt auf Dauer, also halte ich ihm den Mund zu und gebe mein Bestes. Und dann schmecke ich Blut auf meinen Lippen. Herrlich warm und frisch. Meine Zähne durchdringen weiter seine Haut, bis ich am wohlverdienten Ziel bin. In meiner Gier fange ich an zu schmatzen, was zwar nicht sehr damenhaft ist, aber durchaus vampirisch vertretbar. Er beruhigt sich langsam, liegt plötzlich ganz still, was mir mein Tun natürlich erleichtert. Auch ich beruhige mich. Satt und zufrieden wie eine Katze, wische ich mir das restliche Blut von den Lippen. Ich drehe mich um. Mein Sarg ist noch da. Zum Glück. So, jetzt bin ich wieder ganz cool, doch immer noch obdachlos. Was mach ich denn jetzt nur? Wenn die Sonne aufgeht bin ich nur noch ein Häufchen Asche. Also schnappe ich meinen Sarg und verzieh mich in das Lagerhaus um die Ecke. Kein Paradies, aber wenn ich so an die Nachtwächter denke, wird mir ganz warm um mein kaltes Herz. Ich lächle in mich hinein. Besser als nichts.

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Kommentare

Claudia@Wiedholz.de schrieb am 2008-11-25 21:41:18:
Danke liebe Jadestein und Huhu,
ich freue mich sehr über Euer Kompliment und das Ihr mir einen Komentar dazugeschrieben habt.
Hallo Huhu, mal schauen, vielleicht fällt mir noch mal was ein. 
Jadestein schrieb am 2008-11-20 19:08:56:
Die Geschichte ist toll, obwohl man sich erst an den Stil gewöhnen muss.
Huhu schrieb am 2008-11-20 17:24:02:
hey deine beschreibungen find ich klasse....ihre gedanken bringst du richtig gut rüber und dein stil ist einfach super..........schreibst du noch weiter? Wär schon cool...
Nja lg

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