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Kategorien > Jugendliebe > 1. Liebe

Zoé und der Alltag der Liebe

von Denise Zentgraf

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murmelte ich kleinlaut.
,,Ja, ok. Morgen um zwölf Uhr ist dein Termin’’, sagte sie nun wieder freundlicher.
Ich saß auf dem Küchenstuhl und fragte mich, wie ich Lisa beibringen sollte, dass sie mit mir zusammen morgen zum Frauenarzt sollte. Konnte ich nicht auf einer einsamen Insel im Liegestuhl liegen? Aber erst einmal musste ich Lisa anrufen.
,,Wie zum Frauenarzt?’’, fragte sie geschockt, nachdem ich ihr die Sache erklärt hatte.
,,Bitte komm mit!’’, bettelte ich.
,,Na gut, aber ich werde mich nicht ausziehen, dass das klar ist.’’
,,Vielen Dank! Du hast was gut bei mir’’, jubelte ich.
Glücklich legte ich mich in mein Bett und machte das Licht aus. Ich starrte in die Dunkelheit, die mich wie ein dunkler Schleier umgab. Hoffentlich konnte ich morgen früh genug aus der Praxis fliehen. Ich musste immerhin noch zu Kevin laufen.
Am nächsten Morgen weckte mich meine Mutter um halb elf. Ich hatte sehr schlechte Laune, da ich wusste, was mir an diesem Tag bevorstand. Ich machte mir schnell zwei Brötchen und zog mich lustlos an. Natürlich hatte ich überhaupt keine Lust, doch als es an der Tür klingelte und meine Mutter meinte, ich hätte Besuch, da war ich dann doch sehr verwundert. Kaum hatte ich den Flur erreicht, da stand er auch schon vor mir, woraufhin mein Herz versagte. Floh küsste mich wie jeden Tag zur Begrüßung, doch meine Lippen fühlten sich nicht entspannt an.
Doch kaum hatten wir uns gelöst, da erblickte ich Lisa, die mit einem frechen Grinsen fragte, ob wir nicht langsam los müssen. ,,Sorry, aber wir müssen wirklich ganz dringend weg’’, rief ich Floh zu, während ich hinter Lisa her rannte.
Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, als wir vor dem Informationstresen standen. ,,Sie müssen Zoé Maurer sein. Bitte in Zimmer drei’’, sagte eine ältere Dame, die einen weißen Kittel trug. Ihre übergroße Brille machte ihre Augen winzig. Ich nickte ihr kurz zu und sah Lisa noch einmal kurz an, die mir ermutigend zunickte.
Kaum hatte ich das Zimmer betreten, da drang mir der starke Geruch von Desinfektionsmittel in die Nase. Ich setzte mich auf einen gepolsterten Stuhl, der außerordentlich bequem war. Ich blickte mich verwundert um und stellte fest, dass dieses Zimmer sehr gemütlich eingerichtet war. Es gab zwei Sessel, die gegenüber gestellt wurden und eine Liege, die jedoch nicht sehr einladend aussah. Der Schreibtisch war mit einer Reihe von komplizierten Gegenständen übersäht. Die Bilder an der Wand vermittelten jedoch einen gemütlicheren Eindruck. Die Wände waren Rot gestrichen worden und der Boden bestand aus dunkelbraunen Parkett.
Ich zuckte erschrocken zusammen, als eine freundliche Stimme hinter mir ,,Hallo Zoé’’ sagte. ,,Ich hoffe es gefällt dir, denn immerhin musst du dich hier entspannen’’, sagte eine hübsche Frau Augenzwinkernd.
Sie hatte braunes Haar, welches zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden war. Außerdem trug sie einen weißen Kittel, an dem ein Namenschild hing.
Sie setzte sich immer noch lächelnd vor mich und sah mir tief in die Augen, sodass mir ein unbehagendes Gefühl den Magen hinauf kroch.
,,Du bist jetzt in einem Alter, in dem man sich über viele Dinge klar werden muss. Du bist nun in der Pubertät. Das bedeutet, dass dein Körper…’’
Ich hatte ein ungutes Gefühl. Irgendwie wurde mir ganz plötzlich schlecht und ich hatte keine Ahnung, wie man sich hier entspannen sollte. Ich musste einfach dort raus. Und zwar schnell.
Ich sah der Ärztin noch einmal in die Augen. Sie redete immer noch. Dann stand ich auf und rannte aus dem Zimmer. Im Gang traf ich auf Lisa, die mich verwundert ansah und dann erfreut fragte: ,,Bist du schon fertig?’’ Ich schüttelte energisch den Kopf und rannte an ihr vorbei. Beinahe wäre ich die Treppe herunter gefallen, doch ich konnte mich im letzten Moment noch an dem Geländer festklammern.
Ich dachte über die ganze Woche nach. Warum waren Sommerferien nur so stressig und steckten voller Überraschungen? Ich hatte einen Liebesbrief bekommen. Mit einem E. Doch wer war der Unbekannte? Dann hatte ich Floh kennen gelernt. Er war sehr führsorglich und man konnte mit ihm über alles reden. Zumindest hatte man das Gefühl, wenn man bei ihm war. Dann war da noch der Arzt. Vielleicht hielten sie mich jetzt für verrückt! Aber vielleicht war ich das auch.
Lisa hatte es inzwischen aufgegeben hinter mir her zu laufen, da ich einfach zu schnell rannte. Ich rannte zu Kevin. Ich musste zu ihm und ihm die Ereignisse der Woche schildern, in der Hoffnung, er würde es verstehen.
Ich klingelte hektisch an der Tür und wartete ungeduldig, indem ich die ganze Zeit vor der Tür hin und her schritt. Kevins Mutter machte verwundert die Tür auf. Eine schlanke, kleine Frau mit braunem Haar, dass sie zu einem Knoten zusammengebunden hatte. Sie lächelte mich nett an. ,,Du möchtest sicher zu Kevin.’’ Ich nickte ungeduldig. ,,Der ist in seinem Zimmer’’, sagte sie und wies in den Flur. Ich ging an ihr vorbei, durch den Flur und auf direktem Weg in Kevins Zimmer. Ich blieb einen Moment vor der Tür stehen und hoffte, dass sie von alleine aufgehen würde. Doch das tat sie natürlich nicht und so musste ich sie dann dich selbst öffnen.
Doch kaum hatte ich die Tür geöffnet, da traf mich ein Schock. Kevin saß am Boden, neben ihm, ein Paket, auf der anderen Seite ein Brief mit einem K darauf und vor ihm fünf rote Plastikrosen, die er gerade mit seinem Deo einsprühte. Er blickte auf und sah mich geschockt an. Eine Weile sahen wir uns nur geschockt an, doch dann ergriff er das Wort. ,,Jetzt weißt du es.’’
,,Aber du bist doch mein bester Freund. Warum? Wie lange ist das schon so?’’
Ich bemerkte, wie mir langsam die Tränen in die Augen schossen.
,,Ich weiß es nicht’’, flüsterte er.
Ich konnte es nicht glauben. Er wusste alles über mich. Ich hatte ihm alles erzählt. Er war doch immer für mich da gewesen. Aber vielleicht war es das? Er war immer für mich da gewesen und somit war er schon die ganze Zeit mein Freund gewesen. Ich hatte es nur nicht bemerkt.
Plötzlich bemerkte ich, dass mir Tränen die Wangen herunter liefen. Kevin stand vorsichtig auf und sah mich mit einem Blick an, den ich von ihm nicht kannte. Er nahm mich behutsam in den Arm und ich fing noch mehr an zu schluchzen.
Und dann bemerkte ich es. Dieses Gefühl von Geborgenheit und Glück- es war da.
Er lies mich los und blickte mir direkt in die Augen. Dann kam er langsam näher und küsste mich ganz lange. In diesem Moment schoss mir ein Bild durch den Kopf. Ich sah Lisa mit Floh und Kevin mit mir in einem Schaukelstuhl.
Sofort wusste ich, dass Kevin mein Prinz war. Zumindest glaubte ich das zu diesem Zeitpunkt.


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Kommentare

Caddl schrieb am 2009-10-30 19:46:27:
jaaa die ist echt seehr toll!! =)
M* schrieb am 2009-10-28 17:06:14:
ich finde die Geschichte echt gut :)

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