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Kategorien > Anarchie > Punk

Zora

von Ezechiel

1

ezis Notizen:*

Ezi: - Kommst du jetzt? -
Zachi: - Jaja, mach doch nicht so 'nen Stress! -
Endlich ist es mir gelungen, Zachi von seinem Auge loszureißen und ihn überredet mit mir aufs Konzert zu gehen, aber irgendwie schafft er es immer, so lange rumzutrödeln bis es für alles zu spät ist. Also sagt er beim rausgehen noch: - Na dann raus hier! Schaumma unterwegs noch zur Würstelbude. Ich hab 'nen Mordshunger. -
 Ok, dort können wir auch ein paar Bier kaufen. - Fügte ich hinzu.

Es war finster im Gang, die Lampe war immer noch kaputt aber dadurch, dass das Eingangstor ständig offen war, konnte das gelbliche Licht der Straßenbeleuchtung eindringen. Ich wandte mich kurz zu Zachi, drehte mich wieder nach vorne und ... - UAAAAAARGGHHH!!! - Ein finsterer Schatten, der plötzlich vor mir stand, ließ mich drei Meter zurückspringen.
 Sorry – sagte eine schnaufende weibliche Stimme, die aus dem Schatten kam.
 Bist du irre? Einfach im Finstern rumzustehen? Ich bin zu Tode erschrocken! -
 Tut mir leid, aber ich muss hier weg! Helft mir bitte! Versteckt mich! -
Zachi öffnete die Haustür und ging rein, das Mädchen rannte ihm hinterher und ich folgte ihnen.
 Tür zu! Schnell! Macht alle Fenster gut zu, bevor ihr das Licht anmacht! - schrie sie noch.
Die Fenster und die Jalousien waren ohnehin schon geschlossen und Zachi hatte auch das Licht bereits eingeschaltet; dann wandte er sich dem Mädchen zu: - Setz dich mal hin und beruhig dich, willst du ein Glas Wasser? Oder sonst was? -
 Ja, Wasser bitte – flüsterte sie – Wasser ist gut. -
Sie packte das Glas mit beiden Händen und führte es langsam zum Mund. Sie nahm kleine Schlücke und zitterte. Sie zitterte wie jemand, der stark unterkühlt ist, oder der grad was schreckliches gesehen oder erlebt hat.
 Was ist denn passiert? - fragte ich. An Stelle der Antwort kam: - Hat jemand 'ne Kippe? - Ich reichte ihr eine und gab ihr Feuer.
Komm, beruhig dich jetzt. - Sagte Zachi, packte dabei die angemachte Flasche Rum, die im Regal stand und reichte sie ihr.
 Danke! - Sie nahm einen kleinen Schluck.
Wir saßen jetzt alle drei um den Tisch und rauchten. Auf dem Tisch standen sonst noch zwei Gläser, der Rum und ein Aschenbecher voller Kippen. Ich sah kurz das Mädchen nochmal an. Sie hatte glatte schwarz-gefärbte Haare unter einem schwarz-abgefärbten Cap. Sonst trug sie eine graue Stoffjacke mit Kapuze und eine schwarze Hose. Zusätzlich hatte sie schwarze Stiefelchen an, an denen sie links grüne und rechts rote Schnürsenkel gebunden hatte. Sie hatte ein liebes, kleines Gesicht mit zwei tiefen, schwarzen Augen, ein Piercing an der Nase und eines über das linke Auge. Ansonsten war sie sehr schlank und sah im Allgemeinen recht süß aus.
Dabei beobachtete ich an der Art wie sie rauchte, dass sie Linkshänderin sein musste. Auch Zachi war Linkshänder, aber das wusste ich schon lange. Drei Linkshänder an einem Tisch. Das ist mehr als ein Zufall!
 Wie heißt du denn? - fragte Zachi.
 Zora! - Antwortete sie und fuhr fort: - Jungs, es tut mir leid, dass ich bei euch so reingeplatzt bin, es ist mir auch irgendwie peinlich . . . -
 Wirst du verfolgt? - unterbrach ich sie. - Ja, von Bullen. - Antwortete sie kurz. Wir runzelten die Stirn, dann fuhr sie fort und sah dabei auf ihre noch leicht zittrigen Hände: - Ich hab 'ne Wand besprüht! Gut, dass ich auf euch gestoßen bin. Ihr seht nicht so aus, als ob ihr mich verpetzen würdet. -
 Da kannst du Gift drauf nehmen. - Sagte ich und fragte drauf gleich: - sind sie dir hinterhergelaufen? Haben sie dich im Gesicht gesehen? -
 Ich glaub' nicht. - Erwiderte sie - ich hatte die Kapuze an und war der Mauer zugewandt, als ich ein Auto kommen hörte. Es fahren da unten sonst auch nur Bullen oder andere Einsatzkräfte, also hab ich mich nichtmal umgedreht und bin Richtung Treppe losgerannt, da können sie ja mit dem Auto nicht rauf. Ich hörte noch, dass mir einer hinterherlief, weiß aber nicht wie lange er mich verfolgt hat. Ich bin dann einfach in die Altstadt rein und bin durch die Gassen geflüchtet, bis dass ich euer offenes Tor gesehen habe. -
 Wo hast du denn gesprüht? - Fragte Zachi. - Unten am Flusskanal. - Antwortete sie – Auf einer Betonwand. - Machst du Graffities? Fragte ich. Sie nickte und sagte dazu: - Ich arbeite schon seit drei Nächten an der Wand. Irgendjemand muss mich gesehen und die Bullen angerufen haben, anders kann ich mir das nicht vorstellen und das stinkt mir jetzt, weil ich es heute abschließen wollte und nun wird es unvollendet bleiben. -
 Dieses scheiß – spießige Bürgertum! - rief ich aus. - Denunzieren können sie immer, solange sie ein Telefon haben und nicht dabei gesehen werden, wenn aber wirklich was passiert, sind sie die ersten, die wegschauen. -
 Aber das muss ja echt ein Kunstwerk sein – sagte Zachi, und fuhr fort: - ich würd' mir das gern mal anschauen. -
 Ich geh da heute nicht mehr hin. - erwiderte Zora, und fragte nach: - Wie heißt ihr denn eigentlich? -
 Zachi! -
 Ezi! -
 Ich bin echt froh, euch getroffen zu haben und nochmals danke, dass ihr mich reingelassen habt. -
 Du, wir wollten jetzt da hingehen. - sagte ich, und zeigte ihr den Flyer von der Punkrock – Party im alten Schlachthof. - Kommst mit? - Fragte Zachi. - Nee, danke, im Normalfall gerne aber ich will jetzt nach Hause. Die Aufregung heute hat mir schon gereicht. Danke nochmals für den Schnaps und alles und vielleicht treffen wir uns ja mal wieder . . . unter ruhigeren Umständen.-
 Es wär schön, wenn du mitkommen würdest. - Sagte Zachi, und schaute ihr dabei tief in die Augen. Sie erwiderte seinen Blick und sagte: - Ein andermal sicher, wenn ich anders drauf bin. Wir treffen uns sicher noch. Auf den Wänden der Stadt kannst du meiner Spur folgen. -
Also gab sie uns beiden einen eiligen Kuss auf die Wange und ging raus. Wir schauten wie sie das Tor hinausging, dann guckten wir uns ziemlich blöd an und sagten gleichzeitig: - Krass, Mann! -


*Dies ist eine Geschichte einer Serie. Wenn du die anderen lesen willst, musst du in deiner Stadt suchen. Vielleicht erfährst du dann mehr über Ezi und seine Kumpels.

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