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Kategorien > Fantasy > Horror

Zuerst stirbst du.....

von Phate

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In einer ruhigen Nacht, Ende Oktober ging ich nach Hause. Ich war mit ein paar Freunden im Kino und es war inzwischen schon weit nach zehn. Die Straßen durch die ich ging lagen verlassen da und es schien als würde ganz San Francisco schlafen, doch es schien nur so, San Francisco schlief nie. Es war eine Stadt, der man jeden Anspruch auf Schlaf genommen hatte als sie wuchs und wuchs, als sich Menschen aus allen Winkeln dieser Welt hier breit machten, die Industrialisierung weiter anschwoll und der Lärmpegel mit der Zeit immer unerträglicher wurde. Dennoch war alles Still als ich die Abkürzung über einen finsteren Hinterhof nahm. Meine Eltern würden sich Sorgen machen wenn ich so spät nach Hause kam, also konnten ein paar Minuten früher nicht schaden. Doch sie würden nie erfahren wann ich nach Hause gekommen wäre. Ich selbst wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht dass ich nie zu Hause ankommen würde, nie wieder ein bequemes Bett zum schlafen haben würde und nie wieder den Geschmack all dieser köstlichen Nahrungsmittel kosten zu können, die meine Mutter Abend für Abend auf den Tisch brachte. Als ich um die Ecke bog, sah ich sie zum ersten mal. Sie stand in einer Einfahrt, die aus dem Hinterhof hinaus führte. Sie war ganz in schwarz gekleidet, und schien mit den Schatten zu verschmelzen. Ihr Blick war kalt und leer, und dennoch schienen ihre eisblauen Augen mich zu verschlingen, gierig, lüstern. Ich konnte spüren wie sich langsam Angst in mir ausbreitete, wie mein Herz schneller zu schlagen begann und in meinem Kopf nur ein einziger Gedanke Gestalt annahm, Lauf! Ich wollte, doch ich war nicht in der Lage dazu. Mein Blick haftete an ihren Augen, welche mich festzuhalten, zu fesseln schienen. Wie versteinert stand ich da, als sie langsam aus dem Schutz der Schatten auf mich zu kam. Im Licht einer schwach leuchtenden Lampe über einem Kellereingang, wirkte ihre Haut unnatürlich blass. Ich dachte es läge an dem spärlichen Licht, doch ich sollte bald eines besseren belehrt werden. Ich stand immer noch wie angewurzelt da als sie zu mir sprach.
„Guten Abend Shadow.“ sagte sie mit einer rauchigen, unnormal wirkenden Stimme die mir einen Schauer über den Rücken jagte. Aber ebenso wie sie mir Angst machte, hatte sie eine beruhigende Wirkung auf mich. Mit jedem Schritt den sie näher kam, wich meine Angst ein wenig und gleichzeitig umschlossen mich die Schatten. Ich wollte sie fragen wer sie war, was sie von mir wollte, woher sie meinen Namen kannte doch es ging nicht. Ebenso wie meine Füße nicht auf den Befehl zum Weglaufen reagiert hatten, genauso wenig reagierte nun mein Mund. Keinen Spalt öffneten sich meine Lippen, kein Laut drang aus meiner Kehle. Wenige Schritte von mir entfernt blieb sie schließlich stehen. Es erinnerte mich an eine Szene aus dem Film den ich eben gesehen hatte, doch für mich war es unvorstellbar. Diese Wesen existierten doch nur in der Phantasie dieser ganzen Hollywood Produzenten und Schriftsteller.
„Übrigens, alles Gute zum Geburtstag.“ sagte sie wieder mit der selben unwirklichen Stimme. In der Tat entsprach es der Wahrheit dass ich an jenem Tag Geburtstag hatte, ich war gerade siebzehn geworden, also nicht gerade alt, sie allerdings schien auch nicht viel älter. Wie sehr ich mich doch täuschte. Ich fragte mich woher sie wusste dass es mein Geburtstag war. Sie schien meine Gedanken zu lesen, zumindest lies ihre Antwort darauf schließen.
„Nein Shadow, ich meine nicht diesen Geburtstag. Aber wenn es so ist, dann zähle meine Glückwünsche einfach doppelt.“ Was dies zu bedeuten hatte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, ich ging einfach davon aus dass sie eine verrückte Obdachlose war, doch ihr gepflegtes Aussehen passte nicht in dieses Bild. Die Angst in mir nahm wieder zu, sie wusste einfach zu viel, wenn nicht sogar alles über mich. Ich wollte zurückweichen, rennen, mich nicht mehr umdrehen bis ich zu Hause war, doch eben so schnell wie ich das dachte, machte sie diesen Plan wieder zunichte. Ihr Blick schien zu sagen Versuch es und du bist tot. Es war egal ob ich gerannt wäre oder nicht, in jedem Fall wäre ich tot gewesen. In dieser Nacht schien der Tod hinter jeder Ecke zu lauern, darauf zu warten sich im Schutz der Schatten auf mich zu stürzen, mich mit sich in die Tiefe zu reißen und für immer vom Angesicht dieser Welt verschwinden zu lassen. Plötzlich stand sie vor mir. Ihr Gesicht berührte schier das meine. Eigentlich war ich fast Angstfrei, aber in jenen Augenblicken, spürte ich wie ich langsam das Bewusstsein verlor, ich spürte meinen Körper nicht mehr, fühlte die Dunkelheit wie sie mich umschlang, die Kälte sie sich in mir ausbreitete, und doch blieb ich auf den Beinen, mein Verstand war kurz davor auszusetzen, tat es jedoch nicht. Sie strich eine Strähne meiner braunen, fast schwarzen, Haare hinter mein Ohr. Ihre Hand war eiskalt, ebenso wie ihr Atem, der nun langsam meinen Hals entlang kroch. Mir fröstelte. Als sie mit den Lippen meine Haut berührte spürte ich ihre Gier, ihr Verlagen nach mir, nach meinem Blut! Mir wurde bewusst wen ich da vor mir hatte, oder besser gesagt was. Es war kein lebendiges Wesen, es war auch nicht tot. Es war in einer Zwischenwelt gefangen, für alle Ewigkeit. Ich allerdings würde schon bald, nach endlosen Minuten in denen ich blutend in diesem Hof lag, tot sein. Erloschen für immer. Diese unerträglichen Gedanken, die Vorstellung an meine Leiche, die ausgelaugt in ihrem eigenen Blut lag, erzeugten erneut ein Gefühl der Angst in mir, stärker als ich es je zuvor verspürt hatte. Mein Herz pochte so laut dass man es beinahe hören konnte, mein Blut raste durch meine Adern. Ich spürte dass sie sich kaum noch zurückhalten konnte, und dennoch lies sie mich leiden. Ich wusste nicht wie viel Zeit verging, während wie hier standen, allein und verlassen, in der Dunkelheit, mit welcher wir zu verschmelzen schienen, jener Dunkelheit, die ihre Heimat war, aus der es für sie kein Entkommen gab und die mich schon sehr bald nicht mehr hergeben würde. In dem Moment als sie zubiss, wusste ich alles über sie. Nicht nur ihren Namen, Amelia, nein, ich wusste alles über ihre 274-jährige Vergangenheit. Ich fiel in Dunkelheit, ohne Halt, war verloren für immer. Gefangen in Ketten aus ewigem Eis, die meinen Körper umschlangen, mir die Luft zum Atmen abschnürten als wäre ich unter Wasser. Ich fühlte die Kälte und den Schmerz die versuchten die Leere zu füllen, die tief in mir entstand. Ich war allein, ganz allein in einem Gefängnis aus Schatten gefangen, ohne Licht, ohne Luft, verloren, verloren bis in alle Ewigkeit.
Langsam kam mein Bewusstsein wieder zurück. Ich wollte die Augen öffnen, mich aufrichten, doch es ging nicht. Ein erstickter Schmerzensschrei erklang, wie von weit her. War ich es der Schrie? Ich wollte nach Hilfe rufen, doch kein Laut drang aus meiner Kehle. Diese Schmerzen, diese höllischen Schmerzen, die jeden Knochen, jeden Muskel, jeden Nerv meines Körpers durchzogen, mich beinahe lähmten. Was um alles in der Welt war nur

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