Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Zukunftsmusik

von Stefanie Kreis

1

Zukunftsmusik


Hametsu (Verfall)

So viele Jahre ist es nun her, dass der große Krieg nun vorbei war, aber seine Narben schmerzten immer noch. Elend und Korruption haben sich durchgesetzt. Es gab keine Staaten mehr mit Regierungen mehr die von freien Menschen gewählt worden war. Alte Landesgrenzen konnte man nur noch in Geschichtsatlanten nachlesen, wenn es solche noch gäbe. Machthungrige Oberhäupter unterhielten einen feudalen Staat um den normalen Menschen ihre Ideen auf zu diktieren. Trotzdessen funktionierte dies nie, zu viele strebten nach der Macht. Intrigen und selbst Morde standen auf der Tagesordnung. So verkamen die Länder und zerfielen in kleine Splitter. Manche waren von ideologischen Denkmustern und wiederum andere von religiösem Phanatismus geprägt. Die meisten waren jedoch von der feudalen Herrschaft einer Familie gekennzeichnet. Die industrielle Entwicklung stagnierte bis sie aufgegeben wurde. So verrotteten uralte Anlagen vor sich hin, wenn sie nicht schon Opfer von Naturgewalten geworden sind. Freie Menschen gab es noch selten. Nur die Erzählungen der alten Leute konnten die Erinnerungen an längst vergangene bessere Zeiten am leben erhalten. Heutzutage wird niemand mehr frei geboren, noch nicht einmal im Mutterleib war man frei, sonder schon bei der Zeugung vom anderen Willen abhängig. Die Kriminalität wurde geduldet solange es nicht gegen die Herrschenden ging und ihre Autorität untergrub. Selbstverständlich sahen selbst sie es nicht gern, wenn ihr Reichtum angegriffen wurde. Denjenigen drohte der Tod. Einige Herrscher praktizierten Prävention um solchen Gefahren und die des Putsches vorzubeugen, als abschreckendes Beispiel für diejenigen die sich mit solchen Gedanken herum trugen. Mich als alten Menschen verwunderte in diesen Zeiten gar nichts mehr. Eine Tragödie der Zivilisation war es für mich. Alles Humanitäre war zerstört worden. Alle Werte und Ideale hatten sich in Luft ausgelöst. Zurück in graue Vorzeiten hatten wir uns katapultiert. Mitleid hatte ich mit jungen Menschen die unter diesen Doktrinen lebten, während meine Zeit bald vorbei war. Noch quälten mich alte Verletzungen an meinem Körper, aber die Wunden an meiner Seele hatten sich nie geschlossen. In jeder Nacht, in jedem furchtbaren Traum suchten mich die verstorbenen Seelen heim. Dunkel waren die Stellen an denen ihre Augen waren. Still schrieen sie mich an, dass ihre Zeit noch nicht abgelaufen gewesen war. Zuviele Seelen hatte der Hades nicht auf einmal aufnehmen können und so wanderten sie durch die Träume der Lebenden. Das schlimmste war nun eingetroffen Seuchen bereiteten sich als Lauffeuer aus. Viele Menschen nahm der Gefater Tod mit sich. So viele Menschen vegetierten in verkommenen Hütten und warteten auf ihren Tod. Wenn ich mir die Gegend in der ich lebe anschaue wird mir übel schon alleine von dem Geruch des Abwassersund Mülls neben der Strasse. Kinder sehe ich näher gerückt an einem Lagerfeuer ohne Perspektive, ohne Träume. Hass und Gleichgültigkeit konnte man in den Augen der Menschen lesen die an mir vorüber schritten. Gequälte und gedemütigte Seelen in dieser höllischen Welt. Kaum noch war einer für den anderen da. Jeder musste sich selbst vor den Gefahren schützen die diese Schattenwelt beherbergte. Jeder gab seine unsterbliche Seele selbst preis in dem er die Augen schloss und Dinge tat die im selbst zuwider waren. Teilnahmslos gingen sie an vergewaltigten Frauen vorbei oder an Gruppen die schwächere verprügelten. Wie viele mögen wohl stehlen um an Essen zu kommen? Wie viele töteten um zu überleben? Solche Gedanken müssten mir durch den Kopf gehen, wenn ich dieser vom Leben ausgezehrte alte Mann wäre auf der anderen Seite der Strasse. Aber ich bin nicht er. Ein wenig Mitleid habe ich mit den Menschen schon und denke in jeden von ihnen ist ein Hoffnungsschimmer der vielleicht einmal in Zukunft auflodern wird. Der dann alles hinwegfegt um endlich wieder bessere Zeiten herbeiruft. Wie ein Phönix aus der Asche werden sie wieder aufsteigen, aber jetzt ist es noch nicht soweit. Für mich stellt sich nur eine Frage, warum sollte ich in die Hölle zurückkehren, wenn sie doch schon hier ist.
Der alte Mann hatte den fremden Beobachter bemerkt. Erschrocken sah er dessen Schatten, zwei riesige Schwarze Schwingen zeugten von dessen Herkunft.

Beriah (Welt der Schöpfung)

Bald würde es soweit sein, alles worauf er hin gearbeitet hatte um das große Ziel zu erreichen. Wie ein kleiner Schuljunge ging er in seinem lichtduchfluteten Büro auf und ab. Bilder von Großen Persönlichkeiten der Geschichte der Menschheit hingen an der Wand und sahen auf ihn herab. Schon vor hunderten von Jahren wurde der Grundstein gelegt und das Ziel war in greifbarer Nähe. Endlich hatten sich alle Staaten Europas zusammengeschlossen zu einem Staatenbund. Er selbst war nun der erste Präsident dieses neuen Europas. Auf seinem Schreibtisch stand das Bild seiner Frau und seiner Tochter, die ihn zulächelten. Liebevoll nahm er es in die Hand und betrachtete es. „Mr. Präsident würden sie nun zu ihrer Ansprache kommen. Alle erwarten sie.“ Nickend stellte der Präsident das Bild zurück und ging an seiner Beraterin hinaus. Sie sah ihm nach und lächelte stolz. Ihre Mission war erfüllt. Zufrieden mit sich selbst und ihrer Leistung ging sie hinaus in den Garten. . Die Sonne schien auf sie herab und streichelte ihre Haut. Die Zeit des Abschieds war gekommen und lächeln beschritt sie den Pfad zu dem Allvater. Ihre weißen, reinen Flügel breiteten sich aus und sachte schwebte eine Feder zu Boden. Auf diesem Fleck begann sofort eine zarte Blume zu sprießen. Der Engel hörte den Gesang des himmlischen Chores und stieg den ihr geltenden Rufen entgegen „Europa“.

Assiah (Welt der Menschen)

Die Gegenwart sieht anders aus, eine Mischform von beiden. Welchen Weg wird die Menschheit einschlagen? Es liegt in der Hand jeden einzelnen, welche er bevorzugt. Wir sollten uns wider an Werte und Ideale erinnern die unsere Vorfahren mühevoll erarbeitet und erkämpft haben. Lassen wir sie nicht sterben. Gießen wir sie wie eine Blume oder lassen wir sie verdursten bis sie welkt und stirbt. Einen Lichtschein gibt es immer. Mögen die gefallenen Engel uns gnädig sein. Hoffentlich werden wir noch wach bevor es zu spät ist. Träume darf man doch noch haben. Oder?

1

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.