Zwei Unglaubliche Beschützer
von
CelticWoman
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Zwei Unglaubliche Beschützer
Es war an einem Montagmorgen im Sommer, das Wetter war trüb und regnerisch. Doch ritten zwei Reiter in unser Dorf. Es waren keine normalen Menschen, sie waren Söldner. Der eine war ein Mann von normalem Wuchs, hatte schulterlange schwarze Haare und ein kostbares Damaszenerschwert. Der andere Mann war größer als sein Begleiter und er war ein Araber. Der dunkelhäutige Hüne hatte einen Turban auf den Kopf und einen gewaltigen Krummsäbel bei sich. Der kleinere von beiden trug einen dunkelbraunen Mantel, der Araber trug im Gegensatz zu seinem Begleiter einen schwarzen Mantel, der sein ebenso schwarzes Gesicht unterstrich. Als sie an unserer Gaststätte angekommen waren, banden sie ihre Pferde an und kamen herein. Andrej und Abu Dun traten in den Raum und alles wurde still. Die Männer, die an den Tischen saßen, starrten die beiden Neuankömmlinge an und fingen an zu tuscheln. Das waren Andrej und Abu Dun schon gewöhnt. Nur einer der Gründe war, dass Abu Dun wegen seiner hünenhaften Gestalt die Leute einschüchterte. Sie überhörten das Gerede und setzten sich an einen freien Tisch. Als der Wirt kam, bestellten sie zwei Becher Wein und für jeden einen Teller mit Braten. Nachdem sie gegessen hatten, gingen sie auf ihr Zimmer. Es gab zwei Betten aus Stroh und eine Schüssel mit kaltem Wasser zum Waschen. Andrej und Abu Dun waren so müde, dass sie sich sofort auf ihre Betten fallen ließen und einschliefen. Als Andrej aufwachte, war es noch nicht hell. Er fragte sich warum er aufgewacht war. Bevor er diesen Satz zu Ende denken konnte, war plötzlich Abu Dun mit einem Satz an der Tür und lauschte. Auch Andrej horchte aufmerksam. Doch da war nichts. Aber Abu Dun wollte sicher gehen und schlich die Treppe hinunter in die Gaststube. Alles war ruhig! Doch plötzlich hörte auch Andrej etwas. Da waren Leute auf der Straße, aber nicht Leute aus dem Dorf, sondern eine ganze Truppe von Soldaten. Die versuchten, sich so leise wie möglich anzuschleichen. Doch sie wussten nicht, dass hinter der Tür der Gaststätte Andrej und Abu Dun standen. Die beiden waren keine normalen Söldner, sie waren Vampire.
Sie konnten nur auf drei Arten getötet werden: Entweder man enthauptete sie, verbrannte sie bei lebendigem Leibe oder tötete sie durch einen Stich mitten ins Herz. Die beiden Freunde hatten aber übermenschliche Fähigkeiten: Sie konnten besser sehen, hören und hatten mehr kraft als die sterblichen, denn sie leben viele Jahrhunderte lang. Wurden sie verletzt, heilte bei ihnen eine Wunde in ein paar Minuten.
Sie beobachteten nun die Soldaten. Diese versuchten die Holzhäuser mit Fackeln anzuzünden und niederzubrennen. Fünf der Soldaten drangen in die Gaststätte ein. Andrej und Abu Dun überraschten sie und zogen ihre Schwerter. Die Soldaten reagierten schnell, schneller als Andrej und Abu Dun gedacht hatten. Die Männer teilten sich auf, drei griffen Abu Dun an und die anderen zwei Andrej. Die Soldaten trugen gewöhnliche Schwerter und wussten, wie man damit umging. Andrej machte sich bereit. Seine Gegner griffen schnell und sicher an, einer zielte auf Andrejs Schulter, der andere auf seinen Fuß. Andrej parierte den ersten Schlag und trat gleichzeitig mit dem Fuß nach dem anderen Soldaten, der darauf zurücktaumelt. Andrej hatte für einen Atemzug Luft und schon stach der andere wieder zu. Andrej wich dem Schlag aus und schlug dem Mann die Breitseite seines Schwertes auf den Kopf. Der brach kurz darauf zusammen. Dann plötzlich sah Andrej eine Bewegung aus dem Augenwinkel und duckte sich instinktiv. Doch es war zu spät, der Schwerthieb traf ihn und hinterließ eine handbreite Schnittwunde an der Schulter. Andrej beobachtete den Schmerz erst gar nicht und schlug dem anderen Gegner seine Faust ins Gesicht. Der Soldat fiel mit einem Keuchen zu Boden und blieb bewusstlos liegen. Die Wunde an Andrejs Schulter war schon fast verheilt; noch ein paar Sekunden und man würde nichts mehr sehen. Andrej sah zu Abu Dun und gerade fiel der letzte Mann zu Boden. Draußen auf der Straße fingen die Dorfbewohner an mit Mistgabeln, Pfannen, Schaufeln und Knüppeln ihre Gegner zu bekämpfen. Doch sie waren keine ausgebildeten Soldaten, sie konnten den Kampf nicht gewinnen. Also machten sich Andrej und Abu Dun auf in den Kampf.
Abu Dun schlug dem ersten der Soldaten nieder und kurz darauf lagen zwei weitere Soldaten auf dem Boden. Andrej stürmte los, schlug den ersten, der ihm in die Quere, kam nieder und stürmte weiter. Er half einem alten Mann, der versuchte gleich mit zwei Soldaten fertig zu werden. Abu Dun hatte schon einen ganzen Haufen von Männern getötet, als er plötzlich einen kleinen Jungen mit drei Männern kämpfen sah. Er war mit einem Satz bei ihm und sie schlugen gemeinsam ihre Gegner nieder. Die Schlacht dauerte nur einige Minuten. Als sie über die Hälfte der Männer erschlagen hatten und die anderen fortgetrieben waren, war der Kampf vorbei. Die Kinder und Frauen kamen angerannt und löschten die letzten Feuer. Als Andrej und Abu Dun kurz danach dabei waren, im Gasthaus ihre Sachen zu packen, kam zu ihnen ein Mann in Begleitung des Jungen, der vorher mit Abu Dun gemeinsam gekämpft hatte. Jetzt sah Andrej erst, dass der Junge schon etwa vierzehn Jahre alt war. Andrej und Abu Dun hörten sich an, was der Mann zu sagen hatte. „Ich bin gekommen, um mich im Namen unseres Dorfes bei euch zu bedanken. Wenn ihr nicht gewesen wärt, wer weiß, was dann passiert wäre.“ Andrej erwiderte seine Worte mit einem Nicken und Abu Dun sagte: „Jetzt, da das geklärt ist, lass uns weiterreiten.“ Ehe er die Worte zu Ende gesprochen hatte, saß er schon auf seinem Pferd und galoppierte davon. Andrej stieg ebenfalls auf, drehte sich im Sattel zu dem Mann um und rief: „Passt auf euch auf!“ Und schon galoppierte er los und schloss bald zu Abu Dun auf. „Und wohin reiten wir jetzt?“ fragte Abu Dun. Ich würde Vorschlagen, wir reiten in Richtung Süden nach Athen und von da aus fahren wir mit dem Schiff in mein Heimatland Arabien. Andrej fand diesen Vorschlag verlockend. Abu Dun strahlte wie ein kleiner Junge. Nun ritten sie los nach Athen.
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