Zwichen zwei Welten 32
von
Lilly
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„Warum nur Sibylle? Sie war doch noch ein Kind.“
Anastacias Flehen erstarb fast an ihrem dunklen Schluchzen. Sie kniete auf dem harten Steinboden, ihre Hände rechts und links von sich abgestützt und schien sich jeden Augenblick übergeben zu müssen. Sie hatte die Kontrolle über sich verloren, sie war innerlich zerbrochen und sie glaubte an diesem unbegreiflichen Schmerz sterben zu müssen.
„Oh Mutter“, es war Marc, der neben ihr stand und versuchte etwas übertrieben den besorgten Sohn zu mimen:“ Es tut mir so leid dir diese Nachricht überreichen zu müssen.“
„Lea“, rief sie auf einmal laut aus und wischte ihre Tränen fort:“ Wir müssen Lea zurück holen, sie muss es wissen… oh mein Gott, was bin ich nur für eine Mutter, ich kann noch nicht einmal meine Kinder schützen?“
„Du bist eine ganz besondere Mutter.“
Sichtlich erschrocken drehte Marc sich der weiblichen Stimme entgegen und ihre Mutter sprang fast schon hysterisch wirkend auf. Sie glaubte kaum was sie da sah.
„Lea… Gott Kind, du bist zu Hause.“
Sie erhob sich, rannte auf sie zu und viel ihrer Tochter in die Arme. Über ihre Schulter hinweg konnte Lea Marcs wütenden und zugleich fragenden Gesichtsausdruck lesen.
„Sibylle…, Lea… die kleine Sibylle, es ist so schrecklich…, so unbegreiflich…, sie … sie ist tot“, flüsterte sie ihr weinerlich zu. Lea löste sie etwas aus ihrer festen, fast erdrückenden Umarmung und strich ihr zärtlich eine Strähne aus den verweinten Augen und bannte ihren verwirrten Blick. Denn Anastacia konnte nicht verstehen, weshalb auf den Lippen ihrer Tochter ein zartes, beruhigendes Lächeln lag.
Schnell gab sie ihr auf einmal wieder Hoffnung, in dem sie sanft sagte:“ Nein Mutter, das ist sie nicht.“
Entsetzt löste Anastacia sich aus Leas Händen und blickte sie wirr an, bevor sie fragte:
„Was… was sagst du da?“
Lea trat wieder etwas zur Tür und öffnete diese noch etwas mehr und da stand sie. Ein Schrei, der nicht noch weniger nach Erleichterung hätte klingen können, entrann der Kehle ihrer Mutter und sie stürmte sofort auf ihr jüngstes Kind zu. Kraftvoll packte sie Sibylle hob sie hoch und drückte sie fest an sich.
„Oh lieber Gott im Himmel“, flüsterte sie erleichtert:“ Bei allen Heiligen, danke.“
In Leas Augen standen Tränen der Rührung, als sie dieses Bild beobachtete, doch musste sie diese anrührende Stille auch wieder unterbrechen. So wandte sie sich ihrem steif wirkenden Bruder zu, auf dessen Stirn sich kleine Schweißperlen bildeten.
„Ist das nicht ein herzerwärmender Anblick, Marc?“
Fragte sie übertrieben scheinheilig, doch er reagierte nicht, nur seine Augen funkelten sie böse an. Langsam ging sie auf ihn zu.
„Was soll das?“
Fragte er endlich durch seine geschlossenen Zähne hindurch.
„Was soll was? Meinst du etwa das Sibylle noch lebt, oder wie es sein kann, das ich hier bin?“
Er nickte nicht, er sagte nichts, er starrte sie nur seltsam mit seinen zusammen gekniffenen Augen an. Er kochte vor Wut und es machte ihn schier wahnsinnig, anscheinend die Kontrolle verloren zu haben.
„Was geht hier vor sich?“
Anastacia hatte den ersten Schrecken überwunden und trat nun etwas näher an ihre beiden erwachsenen Kinder heran, Sibylle noch immer fest in ihren Armen haltend.
„Oh Mutter, das sollte dir lieber dein Sohn erklären, denn mir fehlt noch immer das Verständnis für das was er getan hat, so könnte ich dies niemals diplomatisch wieder geben… Also Marc, Mutter wartet!“
Sie blickte auf ihren Sohn, doch er schwieg beharrlich. Er glaubte den Verstand zu verlieren, Sibylle müsste tot sein und Lea…
„Nun gut, da du dich nicht selbst dazu äußern willst oder kannst, werde ich dies gezwungenermaßen für dich übernehmen. Ich werde versuchen detailgetreu zu berichten“
Langsam wandte sie sich ihrer Mutter zu und ihre Mimik wurde wieder weich. Es schmerzte Lea, das sie ihr nun weh tun musste, doch hatte sie keine Wahl, sie musste die Wahrheit erfahren.
Ein tiefer Atemzug, eine Sekunde der Ruhe und sie begann:“ Dein Sohn, unser Bruder, wollte alles für sich haben. Er girrte nach allem was Vater uns hinterließ. Er hat mich an einen Schottischen Laird verkauft um mein Erbe einzustreichen, damit ich ihm nicht mehr in Weg bin, wenn er dich hintergeht und Sibylles Tot nahm er in Kauf um mich zu erpressen und um auch das ihre an sich zu reisen.“
Sie sah wie bleich ihre Mutter wurde und auf Marc starrte, dessen Blick sich noch immer nicht veränderte.
„War dies nicht der Grund, Marc?“
Es waren nur Spekulationen, doch etwas anderes konnte sie sich nicht vorstellen. Sein Atem ging schwer, sein Herz raste und kleine Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn.
„Marc“, flehte seine Mutter ihn an:“ Sag mir bitte, das dies nicht stimmt, du bist doch mein Sohn, ihr Bruder. Dasselbe Blut fließt in Euren Adern.“
Doch er schwieg und das war für sie Antwort genug. Erschrocken über diese Kenntnis, über seine Taten, trat sie ganz langsam von ihm fort. Da kehrte sein wirrer Geist auf einmal wieder zu ihm zurück und er schrie:“ Es ist mein Geld, mein Land, verdammt noch mal. Ich bin der erstgeborene, der einzige Sohn. Alles sollte mir zufallen, mir, und nicht verteilt unter Frauen. So ist das schon immer gewesen und nicht anders wird es in Zukunft sein!“
„Du wolltest mein Kind töten“, hauchte Anastacia atemlos hervor, verständnislos über seine Taten.
„Nein, ich wollte nur mein Recht und wenn dies Opfer bedeutet, dann bitte, so ist das Leben nun mal.“
Seine kalten, herzlosen Worte schmerzten auf eine Art und Weise, die es einem unmöglich machten, dies in Worte zu fassen. Er war ihr Sohn! Sie wusste, das er nicht von tadel war, das seine Sichtweisen weit entfernt von der ihren schien. Doch so etwas wollte sie niemals auch nur denken, war er doch ihr Kind.
„Gott.“
Brachte sie nur heißer hervor und drückte ihre jüngste Tochter noch etwas mehr an sich. Nun trat Marc ganz langsam auf Lea zu, sie blieb wie angewurzelt stehen.
„Verrate mir, wie kommt es, dass du hier bist? Das sie noch lebt?“
Jetzt wollte er es ganz genau wissen, denn er schmiedete einen teuflischen, irren Plan, er würde diese ganze Familie auslöschen, alle, wenn es sein müsste.
„Freunde, Marc, etwas das dir Fremd ist. Freunde von Vater und Menschen die ihm viel verdanken.“
Antwortete sie ihm schlicht.
„Du bist verheiratet, wo ist dein Mann?“
Anastacia sah ihre Tochter erschrocken an, doch Leas Augen ruhten nur auf ihm, diesem, in ihren Augen elenden Bastard.
„Jetzt? Hm, ich denke man bringt ihn nach Edinburgh, damit er dort seine gerechte Strafe erhält. Ach und noch etwas, die Ehe war nicht gültig, der Priester hat dafür gesorgt. Freunde, du verstehst?“
Immer wütender werdend blickte er ihr direkt ins Gesicht, sein linkes Auge begann seltsam zu zucken und er sah die noch immer sichtbaren Verletzungen.
„Wenigstens hat er dich gezüchtigt.“
Flüsterte er ihr zu und wollte sie aus der Fassung bringen, doch Lea packte sich gelassen an ihre Wange und erklärte ihm:“ Oh das, das war er nicht, er war zu rein gar nichts fähig.“
Das verstand
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Kommentare
andrea schrieb am 2008-05-22 20:50:21:
bitte schreib bald weiter, deine geschichte ist so furchbar fesseld.
aber echt der hammer. xD
lg andrea
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