Zwischen Traum und Wirklichkeit
von
Kaja
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Es war mitten in der Nacht, als sie an die Tür eines Wirtshauses klopfte. Dieses stand am Rande eines kleinen Dorfes, welches einen wahrlich schaurigen Charakter hatte. Im oberen Stockwerk öffnete sich ein Fenster. Ein Mann stierte heraus und suchte nach dem Verursacher des Lärmes, dann erblickte er die betreffende Gestalt- Sie, „He! Was bringt Sie dazu in tiefster Nacht hier zu klopfen?!“ Sie drehte sich ihm zu, er stutzte und zog eine Braue hoch, wohl weil er erkannte, dass sie eine Frau war, worauf sie nur lächeln konnte. „Wer seid Ihr?“, fragte er, wobei er um einiges freundlicher und wacher wirkte, als zuvor. „Ich bin Kaja von…“, sie brach ab, denn ihr voller Name war hier nicht nötig, „Verzeiht, dass Ich Euch um eure Nachtruhe beraube, aber Ich brauche dringend ein Pferd!“. Er lachte auf verstummte aber, als eine weibliche Stimme jenseits des Fensters fragte, wer da denn wäre. „ Nur eine Verrückte, Mutter!“, rief er zurück, ohne Kaja aus den Augen gelassen zu haben, „Also Eure Hoheit wünscht ein Pferd, will aber nicht einmal ihren vollständigen Namen verraten… Ich werde herunter kommen, schließlich kann Ich mir solch hohen Besuch nicht entgehen lassen.“
Minuten gingen dahin, Kaja stapfte beharrlich mit dem Fuß auf, in der Hoffnung ihr würde dadurch wärmer, denn dummerweise trug sie keinen Mantel bei sich. Nun schwang die Tür der Schänke auf und ein junger Mann stand auf der Schwelle, anscheinend hatte er sich inzwischen auch angekleidet, in einer Hand hielt er einen Kerzenleuchter. Dieses Mal war Kaja es, die überrascht war, eigentlich hatte sie einen älteren Herrn erwartet, immerhin einen Hässlichen- sie war fast ein wenig enttäuscht, allerdings hätte sie schon bei der Unterhaltung mit der Mutter stutzig werden müssen. „Was habt Ihr?“, erkundigte er sich nach einiger Zeit des Schweigens, er wartete eine Antwort aber gar nicht erst ab, sondern bat sie mit einer einladenden Geste herein, nachdem er sie eingehend gemustert hatte. Sie nahm gerne an, denn vor Zähneklappern konnte sie kaum sprechen.
In der Wirtsstube roch es nach frisch vergossenem Bier und nach der von Fett, welches beim Braten vergossen wurde, triefenden Asche, welche im Kamin verglühte. Er war gerade drauf und dran ihn neu zu entfachen, wobei er trotz des Lärms mit dem Holz, welches er achtlos in den Feuerstelle warf, noch mit ihr redete: „Setzt Euch hier an den Kamin und wärmt Euch auf! Ich bin gleich wieder da.“, schon war er davon gewuselt. Erstaunlicherweise fing das Holz wirklich Feuer und Funken stoben auf.
Kaja setzte sich und erkundete den Raum weiter mit ihren Sinnen, es waren einige Stühle umgestoßen , am Boden lagen Essensreste und anderer Unrat, sie rümpfte die Nase, wäre sie in einer nicht so heiklen Lage, hätte Kaja hier sicher nie Halt gemacht.
Der Mann kam zurück, in jeder Hand ein Glas Rotwein, lässig über dem Arm lag ein nachtgrüner, samtener Umhang. Vorsichtig stellte er die Gläser auf einen kleinen Tisch, dann breitete er den Umhang aus und gebot ihr mit einer Handbewegung aufzustehen, sodass er sie in ihn einhüllen konnte, wobei er sich die Gelegenheit nicht nehmen ließen ihr „Dies ist mein allerbester Umhang!“, ins Ohr zu flüstern. Er reichte Kaja eines der Gläser und zog ihr den Stuhl zu Recht, um sich dann ihr gegenüber zusetzten.
Stille.
„Ich habe eigentlich keine Zeit hier zu sitzen und Wein zu trinken,“ brach sie die Stille, „ auch wenn…“, Kaja hatte sich gerade noch zurückhalten können, denn beinahe wäre ihr rausgerutscht, dass sie Ihn recht gut aussehend fand und es Ihr unter normalen Umständen sicher ein Vergnügen gewesen wäre. „Ich bin übrigens Lucius…“, lächelte er und prostete Ihr zu, „Ich werde Euch ein Pferd geben, aber wie kann ich mir sicher sein, dass ich es zurück kriege?“. Ihr wurde klar das ganz spezielle Überredungskünste gefragt waren, und die Wahrheit. „Nun Lucius, Ich bin wirklich in Eile, ich bleibe nur in Aussicht auf ein Pferd hier sitzen.“, nach kurzem Überlegen: „Es geht um Leben und Tod!“, Lucius kicherte, was sie dazu veranlasste schnell weiterzureden, „Glaubt mir… Ich könnte Euch auch etwas als Pfand hier lassen!“. Kaum waren die Worte ausgesprochen sah sie an sich herab, lange verweilte ihr Blick auf ihrer Hand, dann nahm sie ihren Ring ab, den hatte ihr einst ihr Vater überlassen- ein Erbstück. „Hier!“. Lucius besah sich den Ring, dann sah er Kaja lange in die Augen, „Nun gut, aber kommt wieder!“.
Kaja erhob sich sofort mit einem Lächeln auf den Lippen, „Gewiss! Ich habe schließlich mein Wort gegeben. Der Wein war köstlich, ich hätte etwas so Wunderbares in einem nach Bier stinkendem Wirtshaus wahrlich nicht erwartet.“ Lucius lächelte:„Ich bin ein aufrichtiger Weintrinker. Den Wirt spiele ich nur meiner Mutter zu liebe- Nein! Der Umhang gehört nun Euch!“, warf er ein als sie Anstalten machte ihn abzustreifen.
Er begleitete Kaja zum Schuppen, in welchen ein alter, grauer Klepper stand. „Verzeiht, Balduin- so habe ich ihn vor langer Zeit genannt- ist nicht mehr der Jüngste, aber er wird Euch, Kaja, treu zu Diensten seien!“. Lucius legte Balduin Sattel und Zaumzeug an. Bevor Kaja aufstieg strahlte sie Lucius noch einmal an, gab ihm mit einem Danke einen Kuss auf die Wange. Er stand auf der Straße und sah der davon reitenden Kaja hinterher, er hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend.
Kaja beugte sich tief über den Hals des Hengstes, damit kein Ast sie von seinem Rücken werfen konnte. Wohin sollte sie überhaupt reiten? Hatte sie ihr Ziel etwa vergessen? Sie riss Balduin hart aus dem Galopp, sein gequältes Aufwiehern hallte von den nahen Bergen wieder. Nun horchte sie in die Stille des Waldes hinein, links von ihr war das Plätschern eines Baches zu vernehmen, rechts Rascheln von Federn. Einige Stunden folgte sie so nur ihrem Gehör, aber sie achtete auch auf die Reaktionen des Pferdes, sie irrten durch die Dunkelheit eines Kaja unbekannten Waldes. Sie kamen, durch den langsamen Trab den sie eingeschlagen hatten, nicht sehr schnell voran, aber Kaja hatte Angst einen Abhang hinab zustürzen.
Plötzlich sah sie etwas Großes, Helles vor sich aufflackern- ein Feuer! Umso näher sie kamen, desto mehr stach ihr der Rauch dessen in Nase und Augen. Ein Schmerzensschrei erschallte und Kaja erbleichte, nicht nur wegen des herzzerreißenden Schreis, nein, sie erkannte den Ort wieder.
Sie waren im Kreis geritten.
Es war das Wirtshaus welches brannte…
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Kommentare
Kaja persönlich schrieb am 2006-12-13 14:49:16:
ich danke dir. die geschichte hört abrupt auf weil sie bisher etwa hundert seiten umfasst ich kann schließlich nicht alles hier, hm verraten... ich würde sie gerne mal veröffentlichen aber, ich habe es gerade eh schwer sie weiter zu schreiben keine Zeit eben. Sag wie findest du den Titel? Daran will ich vielleicht noch etwas ändern. Kannst mir gerne deine mail geben dann kannst du sie haben, vielleicht ; ) Danke. Kaja
Fluxy schrieb am 2006-12-07 17:30:11:
Cool!
Also erstmal find ich den Namen Kaja echt schön! Ich tippe mal auf ausgedacht, auch wenn ich
herausgefunden habe, dass ein kleiner Ort in Russland so heißt, aber ich glaub kaum dass du
das meinst. :)
Nein aber zur Geschichte: Find ich echt nicht schlecht. Was mir persönlich gefallen hat sind diese
Andeutungen die du immer bringst: Z.B. ganz am Anfang mit diesem "Ich bin Kaja von…, sie brach
ab, denn ihr voller Name war hier nicht nötig". Das wirkt echt ziemlich stark, der Leser bekommt
sofort Respekt vor Kaja! Davor war sie nur irgendeine Frau, die an ein Wirtshaus klopft, und jetzt...
So etwas wirkt immer bedeutend stärker, als wenn man einfach nur schreibt "Sie war eine Prinzessin"
oder so, denn hier SPÜRT der Leser deutlich, dass es eine Person ist, die was zu sagen hat. Erst
mit diesen Zeilen kommt Spannung in die Story. Später nochmal der selbe Effekt: "Ihr wurde klar das
ganz spezielle Überredungskünste gefragt waren..." Und dass Lucius sie so gut behandelt unterstreicht
das Ganze natürlich auch zusätzlich.
Also diese Sachen machen die Geschichte so interresant und irgendwie lebendig.
Was du aber noch hättest machen können ist die Stimmung etwas zu beschreiben, z.B. hast du fast
nichts gesagt, über das, wie es draußen vor der Tür war: Kalte, dunkle, düstere Nacht, Wind, lass den
Leser ruhig diese Stimmung mitfühlen und dann auf einmal steht mittendirn Kaja, eine Person die
so viel Kraft ausstrahlt... Wenn du das noch hervorgehoben hättest, wäre das der absolute
Spannungskick gewesen :))
Also insgesamt schon eine interresante Geschichte, nur den letzten Absatz würde ich weglassen: Er
wirkt irgendwie fast wie eine andere Geschichte und passt nicht so sehr. Wenn die Geschichte da
aufhören würde, wo er sie wegreiten sieht, wäre das ganze schön rund und... naja, das ist
jedenfalls meine Meinung.
LG Fluxy
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