Zwischen Traum und Wirklichkeit/ Kapitel 15
von
Anonyma
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Kapitel 15
Nervös saß Donna im Wartezimmer der Praxis von Dr. Erlinger. Neben ihr saßen eine kleine alte Frau und ein reich aussehender Mann mit braunem Haar, das an den Schläfen schon stark ergraute.
Hektisch warf Donna einen Blick auf die Uhr. Es war schon um 17 Uhr. Und um 16.30 Uhr hatte sie eigentlich ihren Termin gehabt.
Vielleicht sollte sie einfach schnell wieder gehen, und diesen ganzen Psychologenkram vergessen. Vielleicht war es so das Beste.
Was sollte ein Psychologe auch bei Schlafproblemen schon anstellen? Ein Psychologe behandelte andere Dinge, als schlimme Träume einer 17-jährigen.
Sie wollte gerade aufspringen und aus der Praxis stürmen, als ihr Name von der Arzthelferin aufgerufen wurde: „Donna Dameno?“
Donna kniff die Augen zusammen, und stand langsamer auf, als sie es bei ihrer Fluchtaktion geplant hatte. „Ja“ sagte sie mit schwacher Stimme und öffnete die Augen wieder.
Die Dame mit dem Klemmbrett in der Hand lächelte freundlich und deutete auf die Tür, die vom Wartezimmer abführte: „Der Herr Doktor wird gleich für Sie da sein“ Sie schob ihre Brille wieder weiter hoch zur Nasenwurzel und wandte sich dann von Donna ab, welche mir Knien weich wie Pudding zur Tür ging.
Mit zittrigen Händen drückte sie weiße Plastikklinke herunter und trat ein. Die Tür schloss sie wieder leise hinter sich.
Der Raum war kein typischer Arztraum.
Ein großes Fenster ließ viel Sonnenlicht durch und auf der Wand gegenüber des Fensters stand ein Schreibtisch, mit einem schwarzen Ledersessel dahinter. Auf der anderen Seite standen zwei etwas kleinere Ledersessel.
Rechts von Schreibtisch und Sesseln stand ein kleiner Wohnzimmertisch, mit einer Couch und einem Sessel, der Donna stark an den Sessel einer Urgroßmutter erinnerte.
Eine Weile stand sie unschlüssig im Raum herum und fuhr erschrocken rum, als die Tür sich öffnete.
Ein älterer Mann mit weißem Haar und einem Schnurrbart trat ein und lächelte sie freundlich an. Die altmodische Hornbrille hatte er an einem Kettchen um den Hals. Auch er trug ein Klemmbrett unter dem Arm. „Guten Tag, Sie sind Fräulein Dameno?“
„Sie können mich duzen. Ich bin Donna – einfach nur Donna“ erwiderte Donna leise und es klang beinahe so, als würde sie flüstern.
„Nun gut, Einfach-nur-Donna“ sagte der Mann, den sie für Dr. Erlinger hielt. „Wie wär’s wenn wir uns erst einmal setzen“ Er zeigte mit der Hand auf die Couch und Donna gehorchte und setzte sich.
Dr. Erlinger setzte sich ihr gegenüber auf den alten Sessel und nahm sein Notizbuch, was auf dem Wohnzimmertisch lag zur Hand. „Nun erzähl mit doch einmal, warum du eigentlich hier bist, Donna“
Sie zögerte ziemlich lang und knetete ihre Hände, bis sie wehtaten. Ihre Augen huschten von einer Ecke im Raum zur anderen.
„Du kannst dir Zeit lassen, Donna“ meinte Dr. Erlinger ruhig. „Am Telefon sagtest du bereits, dass du dauernd träumst. Hast du vielleicht irgendwelche Probleme, die du in deinen Träumen verarbeiten musst“
Erst jetzt wurde ihr Blick fixierend. „Jeder hat Probleme. Doch ich glaube kaum, dass meine Probleme so dramatisch sind, dass ich sie dermaßen heftig in meinen Träumen verarbeiten muss“
„Das heißt, du träumst oft sehr heftig und nicht gerade schön?“
„Ich träume NIE schön. Und träumen tu’ ich jede Nacht“
„Könntest du mir von diesen Träumen erzählen?“
„Wird das denn etwas bringen?“
„Ich denke schon“
Wieder zögerte Donna eine ganze Weile, dann begann sie zu erzählen: „Es begann mit dem Umzug, von Jena hierher… Plötzlich hatte ich diesen schlimmen Traum: Ich umgeben von einem schwarzen Nichts. Ein Junge mit schwarzem Haar, mit dem Rücken zu mir. Und Seifenblasen, die nach und nach aufsteigen. Und irgendwann ist überall Blut, und auch das schwarze Nicht verfärbt sich blutrot. Es droht mich zu erdrücken. Und der Junge ist auch verschwunden! Dann wache ich meistens auf, und schreie“ Donna holte tief Luft und schlug die Augen nieder.
„Träumst du jede Nacht dasselbe?“ hakte der Doktor sachlich nach.
Donna öffnete wieder die Augen und schüttelte mit dem Kopf. „Nicht immer. Manchmal träume ich auch andere Dinge. Doch die haben meistens nichts mit meinem Leben gemeinsam. Es ist wie als würde ich dauernd irgendwelche Träume sehen“
Dr. Erlinger nickte geduldig und hörte ihr schweigend zu. Dann stellte er wieder eine seiner Fragen: „Aber deinen Traum, der mit dem Jungen und dem schwarzen Nichts, was dann zu Blut wird, träumst du jede Nacht?“
Donna nickte heftig: „Ständig. Ich habe keine ruhige Nacht mehr. Dabei geht es mir doch wirklich gut! Es kann kein stressbedingter Traum sein. Ich weiß doch auch nicht, was mit mir los ist. Können Sie mir denn nicht sagen, was das alles ist?“ Sie schaute ihn flehend an.
„Leider kann ich das noch nicht. Es tut mir Leid. Aber wenn sie wöchentlich vorbei kommen, dann finden wir bestimmt einen Grund für ihre Träume“ meinte Dr. Erlinger lächelnd. Dann blickte er auf die Uhr: „Unsere Stunde ist leider schon vorbei“
Donna blickte ebenfalls schnell zur Uhr. Die Stunde ist schneller vergangen, als sie dachte, und sie konnte Dr. Erlinger noch nicht einmal alles erzählen. Dorian zum Beispiel hatte sie ihm verschwiegen…
Doch dazu würde sie wohl nächste Woche Zeit haben.
Sie erhob sich und auch Dr. Erlinger stand auf und reichte ihr die Hand: „Wir sehen uns dann nächste Woche um dieselbe Zeit, ist das okay für dich“
Wieder brachte Donna nur ein Nicken zustande. Sie hatte einem Fremden noch nie soviel von sich erzählt. Das war ein komplett neues Gefühl für sie.
„Danke, und auf wiedersehen, Doktor“ brachte sie schließlich hervor und ging mit leisen Schritten zur Tür. Sie wollte gerade aus dem Raum gehen, als Dr. Erlingers Stimme sie noch einmal zurückhielt: „Donna, warte doch noch mal einen Moment“
Sie gehorchte und drehte sich mit fragendem Blick um: „Was gibt es denn?“
Der Doktor nahm eine kleine weiße Dose aus der weißen Glasvitrine, die neben dem Schreibtisch stand: „Damit du mal wieder durchschlafen kannst“ Er reichte ihr das Döschen und Donna nahm es an sich. „Danke“ Damit schloss sie die Tür hinter und verließ die Praxis ohne vom Boden aufzuschauen.
Erst als sie vor der Tür stand warf sie einen Blick auf das Döschen, das ihr Dr. Erlinger gegeben hatte: Schlaftabletten stand auf dem beigen Etikett. Eine halbe Tablette am Abend.
Ob ihr das wirklich helfen würde? Ob sie dann nicht mehr träumen würde?
Donna bezweifelte es, doch einen Versuch war es immerhin wert. Schnell packte sie das Tablettendöschen in ihre Tasche und versuchte den Weg nach Hause zu finden. Hoffentlich hatte niemand gesehen, wie sie aus der Praxis kam und hoffentlich war niemand in der Praxis gewesen, den sie kannte, obwohl das eher unwahrscheinlich war, da sie hier sowieso noch nicht viele kannte, die sie hätte treffen können.
Uns sie glaubte kaum, dass Juanita, Tim oder gar Dorian zu einem Psychologen gehen mussten. Oder sonst irgendwer, den sie vielleicht vom Sehen her kannte.
Donna senkte den Kopf und schaute traurig
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Kommentare
blacky schrieb am 2010-05-28 19:27:09:
hey ich finde deine story echt nicht schlecht,
ich warte erlich gesagt schon auf die fortsetzung
weil das macht echt spaß
die geschichte zieht mich richtig mit :D
ich finde nur schade das die kapitel so kurz sind.
vllt ist auch genau das, was mich die ganze zeit gucken lässt
bitte mach schnell weiter
Nina schrieb am 2010-05-03 13:47:39:
hey....
ich finde deine geschichte echt gut und auch wirklich spannend...
allerdings stören mich in diesem kapitel einige kleinigkeiten.
zum einen ist es beim psychater oder therapeuten nicht so, dass du auf andere im wartezimmer triffst. zumindest nicht in einer kleinen praxis in einem kleinen kaff....es wird dafür gesorgt, dass die klienten sich nicht begegnen. das würde ansonsten ja nur dafür sorgen, dass keiner mehr hingeht weil man sich schämt.
zum anderen ist die stunde für das wenige das sie gesagt hat WIRKLICH schnell vergangen. vlt hättest du ihr zögern mehr hervorheben müssen oder sie mehr erzählen lassen. weil das was sie sagt nimmt keine 5 minuten in anspruch.
ansonsten finde ich deine geschichte wie gesagt echt gut und freu mich auch schon auf die nächsten kapitel :)
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