Zwischen Traum und Wirklichkeit / Kapitel 3
von
Anonyma
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Kapitel 3
Donna betrat die Galerie, wo um diese Uhrzeit schon mehrer Leute waren. Diese Stadt schien wirklich eine Stadt für Kunstliebhaber zu sein.
Donna war völlig außer Atem, als sie dort ankam. Sie hatte sich auf dem Rückweg in den vielen kleinen Gassen verlaufen und so hatte sich auch ihr ganzer Zeitplan nach hinten verschoben.
Sie schaute sich noch nicht lange um, als schon der Mann von heute morgen auf sie zu kam: „Die Tochter vom Herrn Dameno“ sagte er strahlend. „Ich hätte nicht gedacht, dass du dir wirklich die Galerie anschauen würdest“
Erschrocken schaute Donna auf, dann lächelte sie schüchtern und nickte. „Sie können mich auch Donna nennen…“ Sie blickte auf das Namensschild des Mannes ihr gegenüber. „…Herr Braun“
„Gut, Donna“ sagte er. „Kommst du allein zurecht?“
Donna nickte: „Ich möchte mich ja nur ein wenig umschauen“
Herr Braun nickte und wollte gerade auf dem Absatz kehrt machen, als ihr doch noch etwas einfiel: „Ähm, Herr Braun. Sie könnten mir doch kurz behilflich sein“
Herr Braun drehte sich um und schaute sie fragend an: „Bei was?“
„Ich habe vorhin durch das Schaufenster ein Bild gesehen. In schwarz-weiß, relativ düster. Doch mehr konnte ich nicht erkennen. Vielleicht wissen Sie, welches Bild ich meine“ erklärte Donna und ahnte schon, dass er nicht wusste welches Bild sie meinte.
Aber zu ihrem Erstaunen nickte Herr Braun eifrig: „Aber sicher weiß ich welches Bild sie meinen. Es gibt nur wenige, die so düster und gleichzeitig so schön zeichnen können“ Er drehte sich um und ging los und weil Donna nicht genau wusste, was sie jetzt machen sollte, folgte sie ihm einfach.
Vor einem Bild, das einen Nadelwald in schwarz-weiß zeigte blieb er stehen. „Das meintest du doch sicherlich“
Donna nickte und betrachtete das Bild. Es war ganz schlicht und einfach, doch die Bitterkeit mit der der Maler dieses Bild gezeichnet hatte, konnte sie förmlich spüren. „Es ist beeindruckend“
„Na dann komm mal mit“ meinte Herr Braun. „Weiter hinten sind noch mehr Bilder von diesem Künstler“ Wieder ging er einfach mit seinen langen Beinen los und Donna musste viele ihrer kleinen Tippelschritte machen, um ihn folgen zu können.
Schließlich standen sie vor einer Wand, an der nur diese schwarz-weiß Bilder, die wie das andere, das Donna schon durch’s Schaufenster gesehen hatte diese kleine unleserliche Signierung in der rechten Ecke hatten.
„Die sind wirklich alle gelungen“ meinte Donna leise und erkannte auch einige Orte der kleinen Stadt wieder. Auch den See hatte dieser Künstler gezeichnet. „Wohnt der Maler dieser Bilder hier?“
Herr Braun nickte: „Ja. Es ist schön zu wissen, dass die Stadt nicht nur malerisch aussieht, sondern, dass wir auch Maler unter uns haben“ Er blickte erwartungsvoll zu Donna, welche sofort heftig mit dem Kopf schüttelte: „Nein, mein Vater ist der Künstler in der Familie. Ich bin da nicht sonderlich begabt“ Donna schaute entschuldigend zu Herr Braun.
„Nun ja, aber falls sie es sich anders überlegen sollten, wir stellen sicher gerne ihre Werke aus“ Anscheinend konnte er nicht so recht glauben, dass Donna künstlerisch zwei linke Hände hatte. Und da Donna keine Lust Hatte zu diskutieren, sondern sich viel lieber die Bilder anschauen wollte, nickte sie nur.
„Ich kümmere mich dann wieder um die anderen Kunden“ sagte Herr Braun und lächelte ihr zu. Wieder nickte Donna nur und konnte ihren Blick gar nicht von den Bildern losreißen. Es lag immer dieselbe Traurigkeit und Bitterkeit darin, auch wenn die Motive anders waren. Manchmal war es der Vollmond, dann wieder ein Springbrunnen, und hier und da wieder der See mit dem Wald.
Donna war noch nie so beeindruckt gewesen von Bildern. Die Kunst war immer die Passion ihres Vaters gewesen und ihr Bereich war die Schriftstellerei und die Literatur. Nicht, dass Donna sich nicht für Kunst interessiert hätte. Es hatte sie schlicht und ergreifend nie berührt. Mit diesen Bildern war das anders.
Eine Weile versuchte sie sich diese Bilder noch einzuprägen, dann fiel ihr Blick auf die Uhr. Schon um vier! Eigentlich hätte sie ihrem Vater schon längst mit den Kisten und dem Durcheinander zu Hause helfen sollen.
Sie warf noch einen letzten Blick auf die schönen Bilder und hätte das Vollmond-Bild am liebsten sofort mitgenommen. Doch der Preis hinderte sie daran. Soviel Geld hatte sie nicht dabei.
Also musste sie wohl in den nächsten Tagen noch mal hierher kommen.
Sie ging wieder in den vorderen Bereich der Galerie und suchte nach Herr Braun, doch der redete gerade mit einer blonden Frau, mittleren Alters, welche anscheinend über den Preis zu verhandeln schien.
Donna versuchte schnell seinen Blick zu erhaschen, um ihm wenigstens so Tschüss zu sagen. Einfach zu verschwinden wäre unhöflich. Doch Herr Braun sah sie nicht. Also fühlte sich Donna gezwungen – unhöflich oder nicht - zu gehen.
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