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Kategorien > Historisches > Liebe

Zwischen zwei Welten 3

von Lilly

1

Die Kutsche kam drei Tage später, es war kaum Zeit alles vor zu bereiten. Sich an die Worte, das Geständnis, ihrer Mutter zu gewöhnen, den Gedanken zu verstehen, dass ihr Vater sein Leben für ein kriegerisches Volk hergab. Er hatte sie verlassen…
Doch würde sie beweisen, das sie keine dumme Frau war, die sich von den Meinungen anderer leiten lies. Sie würde nett sein und offen, so wie ihr Vater es sie lehrte. Etwas musste es dort doch geben, etwas das seinen Tot entschuldigte, oder zumindest für sie verständlicher machte.
Als sie sich von ihrer kleinen Schwester und ihrer Mutter verabschiedete, schlug ihr Herz bis zum Hals. Tränen standen in ihren Augen als sie ihre Mutter umarmte und ihr zuflüsterte:
„Ich werde versuchen meine Augen für die Wirklichkeit zu öffnen. Ich werde dich und Vater nicht enttäuschen.“
“Ich weiß das du das nicht tun wirst, das könntest du nie.“
Fest drückte sie ihr Kind an sich und wollte sie am liebsten nicht gehen lassen, doch glaubte sie zu ahnen, das es ihrer Tochter gut tun würde, sie brauchte Abstand, einen Ort an dem sie ohne diese Erinnerungen sein würde, ohne die Frage nach dem warum und weshalb. Doch, dass sie ihr Kind in eine chaotische, schmerzliche Zukunft schickte, das ahnte sie bei weitem nicht.
„Ich liebe dich, Leathendra.“
Flüsterte sie ihrer Tochter mit zitternder Stimme ins Ohr und lies sie dann schweren Herzens los. Die Umarmung ihrer kleinen Schwester, war kaum weniger Herzzereisen und Lea sagte zu ihr:“ Und du passt auf Mutter auf, ja? Gib Acht das sie sich nicht übernimmt und schreibe mir, so oft du kannst, berichte mir alles und las ja nichts aus.“
Tapfer nickte Sibylle und wusch sich hastig die Tränen von ihren Wangen.
Dann stieg sie zu ihrer Cousine in die kleine Kutsche, deren Dach voll beladen war. Noch einmal reichte sie ihre Hand aus dem kleinen Fenster und ergriff die ihrer Mutter, weinend ermahnte sie:“ Wenn etwas nicht in Ordnung ist, dann schreibe mir und ich komme sofort wieder, egal welches Wetter wir haben, ich komme sofort nach Hause.“
Das nicken ihrer Mutter überzeugte sie nicht, doch sie konnte nichts weiter sagen, denn die Kutsche setzte sich in Bewegung und die Reise begann.
Nachdem sie eine Weile unterwegs waren, fragte Lea ihre Cousine etwas zögerlich:“ Sag einmal, nun ja…, hast du Angst?“
„Wovor, vor den Schotten?“
Lea wollte nicken, doch zuckte nur einmal kurz mit ihren Schultern und Isabella erklärte ihr nervös:“ Angst habe ich…, glaube ich nicht, eher bin ich aufgeregt…, es sollen hübsche Männer unter ihnen sein.“
Isa hatte fürchterliche Angst, doch wollte sie das Thema wechseln, denn es brächte nichts wenn jeder von seinen Ängsten berichtete und sie sich dadurch immer mehr fürchteten. Denn auch sie kannte diese abscheulichen Geschichten, die man schon den Kindern erzählte.
„Das glaub ich jetzt nicht“, Lea war wirklich entsetzt:“ Du reist gar nicht wegen deiner Freundin Tyra dorthin, du nimmst diese Reise nur auf dich um nach Männern Ausschau zu halten, und ich muss dich auf deiner Exkursion auch noch begleiten!“
„Nun, sagen wir einmal so, ich nehme jede Gelegenheit die kommen mag und du kennst das magere Angebot an Männern auf diesem, unserem Teil der Insel.“
Verspielt, rollte sie eine ihrer blonden Locken auf ihrem Zeigefinger auf und sagte noch fast nebenbei:“ Und wie sehr würde ich meine Mutter ärgern, wenn ich einen Schotten eheliche.“
“Gott, Isabella“, Lea griff sich an ihren Kopf:“ Du kannst doch einen Mann nicht heiraten nur um deine Mutter zu ärgern. Sieh dir meine Schwester an und sieh was daraus geworden ist. Sie ist unglücklich, fast schon verarmt und er betrügt sie wo er nur kann.“
Trotzig wie ein kleines Kind verschränkte sie ihre Arme vor der Brust und sagte:“ Und ob ich das kann. Meine Familie hat nichts anderes verdient, schließlich bin ich in ihren Augen weniger Wert als eines der Pferde aus unserem Stall. Ich bin die Schande der gesamten Familie, weil ich schon vier potentielle Ehemänner davon gejagt habe. Ich lasse mich nicht manipulieren wie meine Schwester, ich lasse mich nicht zu einer Marionette der Gesellschaft erziehen. Ich wünschte meine Familie wäre nur ein wenig so wie deine.“
“Oh meine ist keineswegs perfekt. Meine Eltern waren sehr tolerant in ihrer Erziehung, das mag wohl so sein, doch schau was daraus geworden ist. Mein Bruder ist ein geldgieriger Dummkopf, der jeden wegen ein paar Pfund unter die Erde bringen würde. Er lebt in seiner kleinen eigenen wirren Welt und ich glaube, dass er kaum einen Schritt davon entfernt ist durchzudrehen. Meine ältere Schwester ist affektiert, eingebildet und glaubt mehr ausgeben zu können als sie besitzt. Sie ist verwöhnt und macht immer nur das, was ihr zu Gute kommt. Sie spricht jedem nach dem Mund, sobald es ihr etwas bringt. Sie liebt keinen außer sich selbst. Meine kleine Schwester ist ein Trotzkopf und Rechthaberisch, doch liebenswert, das muss ich schon sagen, aber ist ihre Entwicklung noch nicht abgeschlossen und wenn sie erst einmal begreift was Vater ihr Hinterlassen hat, wird sich das sehr wahrscheinlich auch ändern. Und dann bin da auch noch ich. Ich bin Dickköpfig und immer auf Streit aus, ich gebe nicht nach und vertrete für eine Frau viel zu offen meine Vorstellungen und Wünsche. Ich gehe nicht gerne in die Kirche und verhalte mich nicht gerade wie ein Gott frommes Wesen. Ich reite wie ein Mann, gehe nackt schwimmen, und das ist glaube ich, alles nicht gerade Damenhaft, oder...? Ich konnte früh lesen, schreiben und rechen. Ich Diskutiere über Dinge, die eine Frau nichts angehen. Und dann habe ich vor wenigen Tagen erfahren dass ich engstirnig und ohne eigene Meinung bin. Das meine Weltvorstellung vor unserer Haustür endet und das ich über andere Urteile, ohne mir selbst ein Bild von ihnen gemacht zu haben.“
Isa lachte laut drauf los und meinte Atemlos:“ Na Gott sein dank sind wir alle nicht perfekt.“
Jetzt lachte auch Lea und hielt sich ihren Bauch. Doch dann meinte Isabella auf einmal erst:
„Trotzdem wirst du geliebt und dein Vater vergötterte dich. Und das einzig und allein weil du so bist wie du bist, eine eigenständige starke Person. Er gab dir die Möglichkeit dich zu bilden, nicht nur zu sticken, oder zu weben und dabei hübsch auszusehen. Er gab dir das, wonach ich mich sehne, seitdem ich gesehen habe, das auch Frauen es besitzen können, er gab dir Leben.“

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Kommentare

Julchen schrieb am 2008-05-16 23:34:52:
WAU!!!!!!!!!!!!!!!! Man du könntest Karriere machen!!!!!!!!
Schnell weiter!

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