Zwischen zwei Welten 31
von
Lilly
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Nachdem sie sich ausgiebig und unbeschreiblich gründlich gebadet hatte, jeden Zentimeter ihres Körpers mit einer harten Bürste geschruppt und ihre Wunden gereinigt hatte, und endlich wieder einmal etwas zu Essen zu sich nahm, wartete sie nur darauf, dass Sibylle endlich einschlief. Sie musste ihr hoch und heilig versprechen, dass sie morgen nach Hause kehrten, erst dann schloss sie ihre geschwollenen Lider. Sie hatte wirklich unbeschreibliches Glück gehabt. Ihre kleinen Zehen und Finger waren zwar noch immer etwas gerötet und es schien als würde sie eine Erkältung bekommen, doch würde sie nicht sterben und all ihre Körperteile behalten. Zärtlich küsste Lea ihre Stirn, wickelte sie in noch eine wärmende Decke und legte etwas Holz in den flackernden Kamin nach, bevor sie wieder nach unten ging. Sie war so unbeschreiblich müde, das ihre Augen brannte und ihre Reaktionen so langsam waren, wie die einer alten Frau. Obwohl sie nun ein sauberes blaues Kleid trug, ihre Haare gewaschen hatte, die noch immer nicht ganz trocken waren, fühlte sie sich noch immer schmutzig. Schatten zeigten sich unter ihren Augen und es schien ihr, als hätte sie an Gewicht verloren. In der Vorhalle sah sie Kenneth, der gerade aus einem Zimmer trat. Betreten wirkend blieb er stehen und strich durch sein blondes Haar, während er wieder zu der Tür sah, die er gerade hinter sich geschlossen hatte.
„Kenneth, wo finde ich ihn?“
Fragte sie leise von den Stufen herab und machte ihn somit auf sich aufmerksam. Ein Lächeln huschte über seinen Mund und er wartete bis sie bei ihm stand. Kurz schweifte sein mitleidiger Blick über ihre Verletzungen, bevor er ihr Antwortete:“ Er ist dort drin, Lea, aber ich weiß nicht ob dies ein recht guter Zeitpunkt ist.“
Traurig senkte sie ihr Gesicht und meinte unglücklich klingend:“ Für das was ich ihm sagen will, gibt es keinen guten Zeitpunkt.“
Gerührt sah er ihr nach wie sie zur Tür schritt, kurz inne hielt, tief noch einmal durchatmete und dann ohne anzuklopfen eintrat.
Ein Feuer prasselte wohltuend im Kamin und sie sah seine große schattige Gestalt, die in einem Sessel saß. Das Zimmer war dunkel, nur die Flammen tauchten alles in ein schummriges Licht.
„Was willst du noch, Kenneth? Ich denke für heute ist es genug!“
Als er keine Antwort bekam, oder hörte, dass er wieder alleine gelassen wurde, blickte er um die Lehne herum und erkannte sofort Lea. Sie stand still da, gegen die verschlossene Tür gelehnt und blickte zu Boden. Langsam, fast in Zeitlupe, erhob er sich und drehte sich ihr ganz zu. Sein breiter Körper versperrte beinahe die ganze Sicht auf den Kamin und die Flammen dahinter verhinderten, dass Lea sein Gesicht sehen konnte. Mühevoll löste sie sich von der Tür und trat zwei Schritte auf ihn zu. Er rührte sich noch immer nicht, sie hörte nur seinen leisen und gleichmäßigen Atem.
„Seamas.“
Sie sagte endlich wieder seinen Namen und das brachte sein Herz in Aufruhr. Doch sowenig sie von ihm erkennen konnte, umso mehr sah er sie. Er sah sofort ihr trauriges Gesicht, ihre gebeugte Körperhaltung, und er konnte selbst in dem spärlichen Licht erkennen, das Tränen in ihren Augen standen.
Wie sollte sie nur beginnen? Er hatte ihr doch das Herz gebrochen, warum viel es ihr so schwer einfache Worte mit ihm zu sprechen, die ihn vielleicht verletzen könnten? Es war ihr, als würde sie ihn verlassen müssen, obwohl nichts geschehen war. Es war, als würde erst jetzt ihr Herz zersplittern und das man es ihr in diesem Augenblick aus der Brust riss. Doch sie musste fort gehen, sie glaubte nicht, dass sie jeh vergessen könnte, was sie in dieser Nacht gesehen hatte. Obwohl sie ihm glauben wollte, oh ja das wollte sie. Und sie sich wünschte einreden zu können, das Cait seine Angst um sie schamlos ausgenutzt hatte, seine Männlichkeit mit ihrer Weiblichkeit provozierte. Doch gehörten zu diesem Szenario immer zwei - brach es wieder schmerzhaft in ihre Gedanken - und vergewaltigt sah er auf keinem Fall aus.
Tief holte sie Atem und blickte schließlich auf, in sein verdunkeltes, von tiefen Schatten umhülltes Gesicht, bevor sie ihm endlich sagte:“ Ich kehre morgen nach Hause. Wilbert bringt mich heim.“
„Nein.“
Es war ein verzweifelter Ausruf, ein Flehen und er trat einen Schritt auf sie zu, doch Lea trat sofort wieder etwas von ihm fort. Nur die Distanz, dachte sie, könnte sie vor ihm beschützen, obwohl ein Herz doch nur einmal brechen konnte. Abwehrend hob sie ihre Hände und erklärte ihm mit bebender Stimme:“ Ich wollte das hier nicht. Ich wollte einfach nicht das so etwas geschieht, das alles so schwer werden würde.“
„Lea…bitte“, seine Stimme war ein beklagenswertes Flüstern:“ Verlass mich nicht, nicht noch einmal.“
Schnell löste sie sich von seinem abgedunkelten Gesicht und suchte einen Punkt den sie anstarren konnte, während sie ihm weiter erklärte:“ Ich kann nicht hier bleiben, ich kann nicht vergessen…“, hastig unterbrach sie sich selbst und versuchte krampfhaft ihrer Stimme mehr Härte zu verleihen:“ Ich kehre heim, Seamas und du kannst mich nicht aufhalten oder davon abbringen. Ich habe meine Entscheidung getroffen und es ist das Beste…, für alle!“
Sie wandte sich der Tür wieder zu, doch seine unbeschreiblich herzbewegende Stimme hielt sie noch einmal zurück:“ Es tut mir unsagbar leid, Lea.“
Unsicher sah sie über ihre Schulter, während ihre Hand den Türgriff fest umklammerte. Es schien, als wäre dieses kleine Stück Metall etwas, das sie vom fallen bewahren konnte.
„Es tut mir so unbeschreiblich leid, das ich dir so weh getan habe und ich weiß, das dies mit nichts zu entschuldigen ist. Es tut mir so unendlich leid, dass ich dich nicht beschützen konnte, so wie ich es dir versprach.., so wie ich es wollte. Ich habe dein Vertrauen verraten und das alles kann ich selbst mir nicht einmal verzeihen, wie kann ich dann nur so selbstsüchtig sein und es von dir verlangen?“
Lea schluckte schwer und ihre Stirn ruhte am duftenden Holz der Tür. Sie schloss ihre Lider an deren Wimpern Tränen hingen, wie eine schwere Last hielte sie sich daran fest. Ihre Schultern bebten, ihr Herz pochte so unbeschreiblich laut, das sie glaubte, er müsse es schlagen hören, die ganze Welt müsste dieses Klopfen vernehmen.
„Du hast mich gerettet“, begann sie zögerlich:“ Und das ist alles was zählt! Denn dieses, unbeschreiblich wichtige Versprechen hast du eingehalten“, was war ihre Stimme nur so erbärmlich dünn:“ Du hast Sibylle gerettet, das ist mehr als ich mir erträumte. Geh nicht so hart mit dir ins Gericht, denn wir leben, es ist ausgestanden und diese deine Taten haben mehr Gewicht als ein unwichtiges gebrochenes Herz.“
Hastig riss sie die Tür auf und rannte davon. Kraftlos sackte er zurück in seinen Sessel und starrte wieder in die Flammen. Er hatte sie unwiderruflich verloren und der Grund warum dies geschah, verbat es ihm, um sie zu kämpfen.
„Nimm mich mit.“
Leonor erschien unterhalb der Treppe, klammert sich an das hölzerne und edel Geschwungene Geländer und sah flehend zu Lea hinauf,
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Kommentare
andrea schrieb am 2008-05-21 17:40:24:
ich hoffe auch, dass das noch nicht das ende war.
sei müssen doch zusammenkommen^^ bitte
du schreibst echt klasse man kann sich so gut in die personen hineinversetzen, man glaubt echt man ist in dieser geschichte.
echt klasse.
bitte schreib noch ein happy end.
lg andrea
Lilly schrieb am 2008-05-21 17:37:23:
NEIN, natürlich noch nicht das ENDE, das wäre ja unbefriedigend!!!!!!
LIEBE GRÜSSE
LILLY
CoraLove schrieb am 2008-05-20 23:14:59:
Himmel, ich hab wahrhaftig geweint!!!!!!!!! Ich habe den Schmerz wirklich gespührt und das hat mich schon einwenig erschrocken, denn das ist mir noch nie passiert, wirklich nicht. Ich glaubte ich bin Lea!!!
Ich kann mich nur allen anderen anschließen, ein Meisterwerk der Gefühle und ich hoffe auch noch, das es ein Happy End geben wird und das nicht das Ende war. SIe gehören doch zusammen, sie sind doch eins!!!!!
LG Cora
Dragoneye schrieb am 2008-05-20 20:23:53:
oh wie traurig......
aber höffentlich noch nicht das ende......
gruß Dragoneye
Regenbogenkönigin schrieb am 2008-05-20 20:01:50:
Hi Lilly,
Ich freue mich, dir als erste einen Kommentar schreiben zu dürfen.
Dieses Kapitel hat mich einfach von Grund auf gefangen genommen,
der Abschied von MacNamara und seine Worte waren so herzzerreissend schön!
Man spürt die Zerrissenheit beider Personen so toll, dass mir sagar eine Träne die Wange hinablief, ginauso wie den Schmerz, hast es sehr romantisch beschrieben, so ausdrucksstark und ergreifend. Ich hoffe, aber sie kommen zusammen und du lässt mich nicht zu lange auf die Fortsetzung warten!
"schniff und lächel".
P.S. Von diesem Punkt aus, hast du viele Möglichkeiten, die Geschichte weiterzuführen.
Bin sehr gespannt darauf, wie es weitergeht und achja ich hätte dir fast vergessen mitzuteilen,
dass dich "kleine Taube" herzlich Grüssen lässt und selber hofft, dass es ihr bald besser geht,
sodass sie deine Geschichte weiterverfolgen kann! Sie hat Halsschmerzen und hustet stark.
Herzliche Grüsse
Regenbogenkönigin
Emily schrieb am 2008-05-20 19:11:28:
Super schön geschrieben , aber ich hoffe doch das dies noch nicht das Ende ist und es noch ein happy end gibt^^
Leny schrieb am 2008-05-20 15:16:28:
Boah
+snief & heul & nervenzusammenbruch bekomm+
OMG
bitte schreib weitaaaa^^
ich mag den anderen imma noch mehr, aba
was soll's du machst so ein schönes, dramatisches Ende,
da ist es mir egal wer mit wem glücklich wird^^
LG Leny
schreib büdde schnell weitaaaaaaaaaa x)
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