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Kategorien > Historisches > Liebe

Zwischen zwei Welten 9

von Lilly

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Es war schon später Nachmittag, als sie sich umzog. Sie sollten sich für das Abendessen mit den Gästen des Lairds zu Recht machen. Lea hatte eigentlich keine Lust, sie war müde und vermisste ihre Mutter und immer wenn sie an ihren Vater dachte, kam sie den Tränen viel zu nahe. Das Verreisen brachte nichts, dachte sie, der Schmerz der Erinnerungen verschwand einfach nicht. Doch sie gehorchte Wilberts bitte, die wie bei anscheinend allen Schotten, nach einem Befehl klang, an dem kleinen Fest teilzunehmen.
Sie zog ihr rotes Kleid an, das an den Enden der Ärmel goldene Stickereien zeigte. Ein goldener Gürtel, zierte ihre Hüfte und sie flocht sich ein goldenes Band mit in ihr schwarzes Haar.
Zaghaft klopfte es an der Tür und Tyra kam herein. Als sie Lea sah, blieb sie wie angewurzelt stehen und starrte sie von Kopf bis Fuß an. Unsicher blickte die an sich herab und fragte:“ Ist das unpassend?“
„Bei Gott, nein“, sagte Tyra und kam lächelnd auf sie zu:“ Du siehst einfach bezaubernd aus. Ich hoffe nur, das du kein zu großes Aufsehen erregst, denn es könnte die Männer beim denken behindern.“
„Wie bitte?“
Lea verstand nicht was sie ihr mit diesen Worten sagen wollte und blickte noch einmal an sich herab.
„Mache dir keine Sorgen, es ist wirklich perfekt.“
Sie trat noch etwas näher auf Lea zu und reichte ihr einen Plaid in den Farben des Clans.
„Was soll ich damit?“
„Du sollst ihn anziehen.“
„Aber ich gehöre doch nicht zu dieser Familie?“
Lea war hörbar verwirrt.
„So lange du hier lebst, bist du ein Teil dieses Clans, du gehörst zu uns und weil andere Clans mit einigen ihrer Soldaten im Haus sind, besteht Wilbert darauf, dass sie wissen, dass du unter seinem Schutz stehst.“
Tyra war erschreckend ernst und Lea fragte etwas verwirrt:“ Aber es sind es nicht alles Freunde?“
„Natürlich sind sie das“, sagte Tyra auf einmal lächelnd:“ Aber sie sind auch Männer und es wird keinem entgehen, das du eine schöne und unverheiratete Frau bist, Wilbert will dich wirklich nur schützen.“
Mit offenem Mund nickte sie und begann auf einmal hektisch umher zu laufen.
„Was suchst du?“
Abrupt hielt Lea inne und sagte, sich etwas benommen umblickend:“ Mein graues Kleid.“
„Was willst du denn damit?“
„Mich umziehen, ich will nicht auffallen.“
Tyra musste über ihren ängstlichen Ton lachen und erklärte ihr nach einige Minuten:“ Lass es gut sein, Lea. Du könntest einen Sack tragen und würdest ihnen ins Augen stechen.“
Gerade hatte sie es neben ihrem Bett gefunden und hob es auf, als sie ihre Worte hörte. Schwer atmete sie gequält aus und griff nach dem karierten Stoff den ihr Tyra entgegen hielt.
„Bei Gott, sind alle Schotten so groß und breit, so böse drein blickend, wie dein Mann und sein Bruder?“
„Oh ja“, sagte Tyra belustigt:“ Zumindest die Hochländer. Warum fragst du mich das?“
„Nun ja“, begann sie zögerlich mit gekräuselter Stirn:“ Dann brauch ich wahrscheinlich mehr, als nur dieses bisschen dünnen Stoff, um mich zu schützen.“
Sie bog sich vor Lachen, doch Lea fand dies gar nicht lustig. Erst nach wenigen Minuten beruhigte sie sich wieder und half ihr beim ankleiden des Plaids.
„Wo ist deine Cousine, sie ist nicht in ihrem Zimmer?“
Tyra war gerade dabei die Falten richtig zu legen, als sie ihre Frage stellte.
„Keine Ahnung, vielleicht draußen. Sie sagte etwas von Kopfschmerzen, vielleicht braucht sie vor dem langen Abend, noch etwas frische Luft.“
„So, fertig“, sagte sie und begutachtete ihr Werk stolz, bevor sie noch meinte:“ Dann lass sie uns suchen, sie braucht auch noch ihren Plaid.“
Laut lachend, sich immer noch über Leas Reaktion auslassend, liefen sie die Stufen nach unten und Tyra sagte kichernd:“ Vielleicht ist sie ja im großen Saal, Wilbert ist in der Bibliothek, dort wird sicherlich nicht sein.“
Sie nahm Lea an der Hand, öffnete die Tür und stürmte hinein. Erschrocken blieb sie auf einmal stehen und Lea lief ihr auf. Dabei stolperte Tyra mit ihrem dicken Bauch etwas nach vorne und beide Frauen mussten überschwänglich lachen. Doch schnell richtete sich Tyra wieder etwas auf, räusperte sich und strich ihre Falten glatt. Lea stand noch immer hinter ihr und versuchte sich krampfhaft zu beruhigen. Erst als sie spürte, dass jemand an ihrer Hand zog, sah sie auf, an Tyras Haaren vorbei und in das abgrundtief wütende Gesicht des Lairds.
„Was soll das?“
Rief er wütend aus und Tyra holte Luft zum sprechen, doch fand sie ihre Stimme nicht. So trat Lea schützend vor sie und sagte:“ Verzeiht, wir waren zu stürmisch.“
Einer der Männer neben Wilbert, ein großer blonder Mann, verschluckte sich an seinem Wein, als er Lea erblickte und kämpfte mit seinem Atem. Er hustete und ächzte nach Luft.
„Wir glaubten“, begann sie weiter, ihren Blick auf den röchelnden Mann gerichtet:“ Ihr seid in Eurer Bibliothek… Ähm, Sir?“
Vorsichtig trat sie einen Schritt näher und blickte Wilbert verunsichert an.
„Was?“
Wollte er ungehalten wissen und Lea erklärte ihm:“ Vielleicht solltet Ihr ihm helfen, er sieht aus als würde er gleich tot umfallen.“
Keiner hatte seinen Anfall bemerkt, all ihre Aufmerksamkeit, ihre Augen, lagen auf Lea. Erst jetzt blickten sie auf den nach Luft ringenden und immer wieder hustenden Krieger. Er sah wirklich aus, als ginge es zu Ende mit ihm. Sein Gesicht schien geschwollen und dunkelrot, Tränen liefen ihm über seine Wangen. Doch Wilbert lachte auf, klopfte ihm zweimal so kräftig auf die Schulter, das Lea glaubte seine Rückgrat müsse brechen, und sagte: „Ach, der erholt sich schon wieder.“
Dann sah er wieder zu den beiden Frauen, die wie Lämmchen nebeneinander standen.
„Wir suchten Isabella, verzeih Wilbert, wir suchen draußen weiter. Hier ist sie ja augenscheinlich nicht.“
Endlich hatte sie ihre Stimme wieder gefunden und nahm Lea an der Hand um zu gehen. Ihr gefielen die Blicke der Männer vor sich gar nicht.
„Wartet.“
Befahl er barsch und erhob sich von seinem schweren Stuhl.
„Wir wollen uns mit Leathendra unterhalten.“
Tyras Hand packte so fest zu, dass ihr Opfer nur mit größter Mühe ihr Gesicht in Zaum halten konnte. Sie sah ihren Mann an und fragte schüchtern:“ Aber weshalb?“
Äußerst überrascht darüber, dass seine Frau sein Tun hinterfragte, verschränkte er die Hände vor seiner Brust, legte seine Stirn kraus und das genügte schon. Sofort lies Tyra Lea los und flüsterte ihr zu:“ Der am unteren Ende ist MacNamara, sieh ihn ja nicht an, das kann er nämlich nicht leiden.“
Dann war sie auch schon verschwunden. Verwirrt blickte Lea die Tür an, die ins Schloss viel und wandte sich dann langsam den Männern zu.
„Setzt Euch zu uns.“
Jason, der neben der anderen Seite des Lairds saß, erhob sich augenblicklich und stellte einen weiteren Stuhl an den Tisch, in der für ihn, sicherer Entfernung zu den Kriegern.
„Ich wüsste nicht, was mich Eure Angelegenheiten angingen.“
Sagte Lea frei heraus und tat es ihm mit den Armen gleich. Alle, bis auf MacNamara, blickten nun zu Wilbert, dessen Gesicht sich nicht zu ändern schien, nur seine Augen funkelten sie zornig

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Kommentare

PERLE schrieb am 2008-07-31 10:52:23:
Oh man perfekt, einzigartig! So etwas gutes habe ich noch nie gelesen. Ich liebe sie!
Ich muss unbedingt weiter lesen.
DANKE
PERLE
Nina schrieb am 2008-01-10 22:05:09:
Hmmmm, einfach genial....
Lilly schrieb am 2008-01-06 16:55:08:
@Elagözlüm
Danke das auch diese Gesichcihte dir gefällt, ähm mit Margarite ist das so no Sache, ich habe begonnen eine
Fortsetzung zu schreiben, doch irgendiwe komme ich nicht weiter.... Wenn dann so etwas passiert, lege ich diese Geschichte beiseite und rühre sie eine Weile nicht an, dann geht es normalerweise von ganz alleine weiter und ich
muss mir nichts erzwingen, denn wenn ich das tue, kommt nichts gutes ubnd lesbares dabei heraus....
Hab einfach noch einwenig Geduld mit mir....:-))
Liebe Grüße
Lilly
Elagözlüm schrieb am 2008-01-06 00:24:18:
Hallo Lilly,
richtig gut geschrieben.Meiner Meinung nach hast du einen sehr guten Schreibstil.
Aber was ich dich eig fragen wollte kommt noch eine Fortsetzung von Margarite ??
Würde mich über deine Antwort freuen :)
Bis Bald
LG Elagözlüm
Lilly schrieb am 2008-01-05 16:24:26:
Danke anonym für dein Lob....
aber es wäre doch nicht gut von mir. wenn ich dir verraten würde, was passiert. Nur eines lass dir gesagt sein, es kommt alles anders :-))
Die Fortsetzung kommt bald.
P.s. Hallo Leny
anonym schrieb am 2008-01-05 12:44:48:
Genial, genial, genial! Das beste was ich seit langem gelesen habe. Wann stellst du den neuen Teil rein und kommt
Jason mit Lea zusammen??
Würde mich über eine Antwort freuen,
lg Anonym
Leny schrieb am 2008-01-05 01:08:33:
Doll^^

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