Aschenputtel
von
Silber
*sehr frei nach gebrüder Grimm*
inem reichen Manne, dem wurde seine Frau krank, und als sie fühlte, dass ihr Ende herankam, rief sie ihren einzigen Sohn Leon zu sich ans Bett und sprach: "Lieber Leon, bleib fromm und gut, so wird dir der liebe Gott immer beistehen, und ich will vom Himmel auf dich herabblicken und will um dich sein." Darauf tat sie die Augen zu und verschied. Der Junge ging jeden Tag hinaus zu dem Grabe der Mutter und weinte und blieb fromm und gut. Als der Winter kam, deckte der Schnee ein weißes Tüchlein auf das Grab, und als die Sonne im Frühjahr es wieder herabgezogen hatte, nahm sich der Mann eine andere Frau. Die Frau hatte zwei Söhne mit ins Haus gebracht, die schön und edel von Angesicht waren, aber garstig und schwarz von Herzen. Da ging eine schlimme Zeit für Leon Seppendorf, das arme Stiefkind an. 'soll dieser dumme Hund bei uns in der Stube sitzen!" sprachen sie. "Wer Brot essen will, muss es verdienen: Hinaus mit dem Küchenknecht." Sie nahmen ihm seine schönen Kleider weg, zogen ihm einen grauen alten Kittel an und gaben ihm hölzerne Schuhe. 'seht einmal der stolze Prinz, wie er geputzt ist!" riefen sie, lachten und führten ihn in die Küche. Da musste er von Morgen bis Abend schwere Arbeit tun, früh vor Tag aufstehn, Wasser tragen, Feuer anmachen, kochen und waschen. Obendrein taten ihm die Brüder alles ersinnliche Herzeleid an, verspotteten ihn und schütteten ihm die Erbsen und Linsen in die Asche, so dass Leon sitzen und sie wieder auslesen musste. Abends, wenn er sich müde gearbeitet hatte, kam er in kein Bett, sondern musste sich neben den Herd in die Asche legen. Und weil er darum immer staubig und schmutzig aussah, nannten sie ihn Aschenputtel.
Es trug sich zu, dass der Vater einmal auf die Messe nach Lünen ziehen wollte, da fragte er die beiden Stieftsöhne, was er ihnen mitbringen sollte. 'schöne Gewänder", sagte der eine, "Perlen und Edelsteine" der zweite. "Aber du, Aschenputtel", sprach er "was willst du haben?" "Vater, das erste Reis, das Euch auf Eurem Heimweg an den Hut stößt, das brecht für mich ab." Er kaufte nun für die beiden Stiefsöhne schöne Gewänder, Perlen und Edelsteine, und auf dem Rückweg, als er durch einen grünen Busch ritt, streifte ihn ein Haselreis und stieß ihm den Hut ab. Da brach er das Reis ab und nahm es mit. Als er nach Haus kam, gab er den Stiefsöhnen, was sie sich gewünscht hatten, und Leon gab er das Reis von dem Haselbusch. Aschenputtel dankte ihm, ging zu seiner Mutter Grab und pflanzte das Reis darauf und weinte so sehr, dass die Tränen darauf niederfielen und es begossen.
Es wuchs aber und ward ein schöner Baum. Leon ging alle Tage dreimal darunter, weinte und betete, und allemal kam ein weißes Vöglein auf den Baum, und wenn er einen Wunsch aussprach, so warf ihm das Vöglein herab, was er sich gewünscht hatte. Es begab sich aber, dass der König ein Fest in Lünen anstellte, das drei Tage dauern sollte und wozu alle schönen Knaben im Lande eingeladen wurden, damit sich seine Tochter einen Bräutigam aussuchen möchte. Die zwei Stiefbrüder, als sie hörten, dass sie auch dabei erscheinen sollten, waren guter Dinge, riefen Aschenputtel und sprachen: "Kämm uns die Haare, bürste uns die Schuhe und mache uns die Schnallen fest, wir gehen zur Hochzeit, auf des Königs Schloss." Leon gehorchte, weinte aber, weil er auch gern zum Tanz mitgegangen wäre, und bat die Stiefmutter, sie möchte es ihm erlauben. "Du, Aschenputtel", sprach sie, "bist voll Staub und Schmutz und willst zur Hochzeit? Du hast keine Kleider und Schuhe und willst tanzen!" Als er aber mit Bitten anhielt, sprach sie endlich: "Da habe ich dir eine Schüssel Linsen in die Asche geschüttet, wenn du die Linsen in zwei Stunden wieder ausgelesen hast, so sollst du mitgehen." Der Junge ging durch die Hintertüre nach dem Garten und rief: "Ihr zahmen Täubchen, ihr Turteltäubchen, all ihr Vöglein unter dem Himmel, kommt und helft mir lesen, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen." Da kamen zum Küchenfenster zwei weiße Täubchen herein und danach die Turteltäubchen, und endlich schwirrten und schwärmten alle Vöglein unter dem Himmel herein und ließen sich um die Asche nieder. Und, die Täubchen nickten mit den Köpfchen und fingen an pick, pick, pick, pick, und da fingen die übrigen auch an pick, pick, pick, pick und lasen alle guten Körnlein in die Schüssel. Kaum war eine Stunde herum, so waren sie schon fertig und flogen alle wieder hinaus. Da brachte der Junge die Schüssel der Stiefmutter, freute sich und glaubte, er dürfte nun mit auf die Hochzeit gehen. Aber sie sprach: "Nein, Leon, du hast keine Kleider und kannst nicht tanzen: Du wirst nur ausgelacht." Als er nun weinte, sprach sie: "Wenn du mir zwei Schüsseln voll Linsen in einer Stunde aus der Asche rein lesen kannst, so sollst du mitgehen", und dachte: "Das kann er ja nimmermehr." Als sie die zwei Schüsseln Linsen in die Asche geschüttet hatte, ging Leon durch die Hintertüre nach dem Garten und rief: "Ihr zahmen Täubchen, ihr Turteltäubchen, all ihr Vöglein unter dem Himmel, kommt und helft mir lesen, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen." Da kamen zum Küchenfenster zwei weiße Täubchen herein und danach die Turteltäubchen, und endlich schwirrten und schwärmten alle Vöglein unter dem Himmel herein und ließen sich um die Asche nieder. Und die Täubchen nickten mit ihren Köpfchen und fingen an pick, pick, pick, pick, und da fingen die übrigen auch an pick, pick, pick, pick und lasen alle guten Körner in die Schüsseln. Und eh eine halbe Stunde herum war, waren sie schon fertig und flogen alle wieder hinaus. Da trug Leon die Schüsseln zu der Stiefmutter, freute sich und glaubte, nun dürfte er mit auf die Hochzeit gehen. Aber sie sprach: "Es hilft dir alles nichts: Du kommst nicht mit, denn du hast keine Kleider und kannst nicht tanzen; wir müssten uns deiner schämen." Darauf kehrte sie ihm den Rücken zu und eilte mit ihren zwei stolzen Söhnen fort.
ls nun niemand mehr daheim war, ging Leon zu seiner Mutter Grab unter den Haselbaum und rief: "Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich." Da warf ihm der Vogel ein golden und silbern Gewand herunter und mit Seide und Silber begestickte Pantoffeln. In aller Eile zog er das Gewand an und ging zur Hochzeit. Seine Brüder aber und die Stiefmutter kannten ihn nicht und meinten, er müsste ein fremder Königsohn sein, so schön sah Leon in dem goldenen Gewand aus. An Aschenputtel dachten sie gar nicht und dachten, er säße daheim im Schmutz und suchte die Linsen aus der Asche. Die Königstochter kam ihm entgegen, nahm ihn bei der Hand und tanzte mit ihm. Sie wollte auch mit sonst niemand tanzen, also dass sie ihm die Hand nicht losließ, und wenn eine andere kam, ihn aufzufordern, sprach sie: "Das ist mein Tänzer."
Er tanzte, bis es Abend war, da wollte er nach Haus gehen. Die Königstochter aber sprach: "Ich gehe mit und begleite dich", denn sie wollte sehen, wem der schöne Leon angehörte. Er entwischte ihr aber und sprang in das Taubenhaus. Nun wartete die Königstochter, bis der Vater kam, und sagte ihm, der fremde Knabe wär' in das Taubenhaus gesprungen. Der Alte dachte: 'sollte es Aschenputtel sein", und sie mussten ihm Axt und Hacken bringen, damit er das Taubenhaus entzweischlagen konnte; aber es war niemand darin. Und als sie ins Haus kamen, lag Aschenputtel in seinen schmutzigen Kleidern in der Asche, und ein trübes Öllämpchen brannte im Schornstein; denn Leon war geschwind aus dem Taubenhaus hinten herabgesprungen und war zu dem Haselbäumchen gelaufen: Da hatte er die schönen Kleider ausgezogen und aufs Grab gelegt, und der Vogel hatte sie wieder weggenommen, und dann hatte er sich in seinem grauen Kittel in die Küche zur Asche gesetzt.
Am andern Tag, als das Fest von neuem anhub und die Eltern und Stiefbrüder wieder fort waren, ging Aschenputtel zu dem Haselbaum und sprach: "Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich wirf Gold und Silber über mich." Da warf der Vogel ein noch viel stolzeres Gewand herab als am vorigen Tag. Und als er mit diesem auf der Hochzeit erschien, erstaunte jedermann über seine Schönheit. Die Königstochter aber hatte gewartet, bis er kam, nahm ihn gleich bei der Hand und tanzte nur allein mit ihm. Wenn die anderen kamen und ihn aufforderten, sprach sie: "Das ist mein Tänzer." Als es nun Abend war, wollte er fort, und die Königstochter ging ihm nach und wollte sehen, in welches Haus er ging: Aber er sprang ihr fort und in den Garten hinter dem Haus. Darin stand ein schöner großer Baum, an dem die herrlichsten Birnen hingen, er kletterte so behend wie ein Eichhörnchen zwischen die Äste, und die Königstochter wusste nicht, wo er hingekommen war. Sie wartete aber, bis der Vater kam, und sprach zu ihm: "Der fremde Junge ist mir entwischt, und ich glaube, er ist auf den Birnbaum gesprungen." Der Vater dachte: 'sollte es Aschenputtel sein", ließ sich die Axt holen und hieb den Baum um, aber es war niemand darauf. Und als sie in die Küche kamen, lag Leon da in der Asche, wie sonst auch, denn er war auf der anderen Seite vom Baum herabgesprungen, hatte dem Vogel auf dem Haselbäumchen die schönen Gewänder wieder gebracht und seinen grauen Kittel angezogen.
m dritten Tag, als die Eltern und Brüder fort waren, ging Aschenputtel wieder zu seiner Mutter Grab und sprach zu dem Bäumchen: "Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich." Nun warf ihm der Vogel ein Gewand herab, das war so prächtig und glänzend, wie er noch keins gehabt hatte, und die Pantoffeln waren ganz golden. Als er in dem Gewand zu der Hochzeit kam, wussten sie alle nicht, was sie vor Verwunderung sagen sollten. Die Königstochter tanzte ganz allein mit ihm, und wenn ihn eine aufforderte, sprach sie: "Das ist mein Tänzer."
Als es nun Abend war, wollte Leon fort, und die Königstochter wollte ihn begleiten, aber er entsprang ihr so geschwind, dass sie nicht folgen konnte. Die Königstochter hatte aber eine List gebraucht und hatte die ganze Treppe mit Pech bestreichen lassen: Da war, als sie hinabsprang, der linke Schuh des Jungen hängengeblieben. Die Königstochter hob ihn auf, und er war ganz golden. Am nächsten Morgen ging sie damit zu dem Mann und sagte zu ihm: "Kein anderer soll mein Gemahl werden als der, an dessen Fuß dieser goldene Schuh passt." Da freuten sich die beiden Brüder, denn sie hatten schöne Füße. Der Älteste ging mit dem Schuh in die Kammer und wollte ihn anprobieren, und die Mutter stand dabei. Aber er konnte mit der großen Zehe nicht hineinkommen, und der Schuh war ihm zu klein, da reichte ihm die Mutter ein Messer und sprach: "Hau die Zehe ab: Wenn du König bist, so brauchst du nicht mehr zu Fuß zu gehen." Der Junge hieb die Zehe ab, zwängte den Fuß in den Schuh, verbiss den Schmerz und ging hinaus zur Königstochter. Da nahm sie ihn als Bräutigam und so ritten sie zusammen fort. Sie mussten aber an dem Grabe vorbei, da saßen die zwei Täubchen auf dem Haselbäumchen und riefen: "Rucke di guck, rucke di guck, Blut ist im Schuh: Der Schuh ist zu klein, der rechte Knabe sitzt noch daheim." Da blickte sie auf seinen Fuß und sah, wie das Blut herausquoll. Sie wendete das Pferd um, brachte den falschen Bräutigam wieder nach Haus und sagte, das wäre nicht der rechte, der andere Bruder solle den Schuh anziehen. Da ging dieser in die Kammer und kam mit den Zehen glücklich in den Schuh, aber die Ferse war zu groß. Da reichte ihm die Mutter ein Messer und sprach: "Hau ein Stück von der Ferse ab: Wenn du König bist, brauchst du nicht mehr zu Fuß zu gehen." Der Junge hieb ein Stück von der Ferse ab, zwängte den Fuß in den Schuh, verbiss den Schmerz und ging hinaus zur Königstochter. Da nahm sie ihn aufs Pferd und ritt fort. Als sie an dem Haselbäumchen vorbeikamen, saßen die zwei Täubchen darauf und riefen: "Rucke di guck, rucke di guck, Blut ist im Schuh: Der Schuh ist zu klein, der rechte Knabe sitzt noch daheim. Sie blickte nieder auf seinen Fuß und sah, wie das Blut aus dem Schuh quoll und an den weißen Strümpfen ganz rot heraufgestiegen war. Da wendete sie ihr Pferd und brachte den falschen Bräutigam wieder nach Haus. "Das ist auch nicht der rechte", sprach sie, "habt Ihr keinen anderen Sohn?" "Nein", sagte der Mann, "nur von meiner verstorbenen Frau ist noch ein kleines verbuttetes Aschenputtel da: Das kann unmöglich der Bräutigam sein." Die Königstochter sprach, er sollte ihn heraufschicken, die Mutter aber antwortete: "Ach nein, der ist viel zu schmutzig, der darf sich nicht sehen lassen." Sie wollte ihn aber durchaus haben, und Aschenputtel musste gerufen werden. Da wusch er sich erst Hände und Angesicht rein, ging dann hin und neigte sich vor der Königstochter, die ihm den goldenen Schuh reichte. Dann setzte er sich auf einen Schemel, zog den Fuß aus dem schweren Holzschuh und steckte ihn in den Pantoffel, der war wie angegossen. Und als er sich in die Höhe richtete und die Königstochter ihm ins Gesicht sah, so erkannte sie den schönen Knaben, der mit ihr getanzt hatte, und rief: "Das ist der rechte Bräutigam!" Die Stiefmutter und die beiden Brüder erschraken und wurden bleich vor Ärger: Sie aber nahm Aschenputtel aufs Pferd und ritt mit ihm fort. Als sie an dem Haselbäumchen vorbeikamen, riefen die zwei weißen Täubchen: "Rucke di guck, rucke di guck, kein Blut im Schuh: Der Schuh ist nicht zu klein, den rechten Knaben, den führt sie heim." Und als sie das gerufen hatten, kamen sie beide herabgeflogen und setzten sich dem Aschenputtel auf die Schultern, eine rechts, die andere links, und blieben da sitzen.
ls die Hochzeit sollte gehalten werden, kamen die falschen Brüder, wollten sich einschmeicheln und teil an seinem Glück nehmen. Als die Brautleute nun zur Kirche gingen, war der Älteste zur rechten, der Jüngste zur linken Seite: Da pickten die Tauben jedem das eine Auge aus. Hernach, als sie herausgingen, war der Älteste zur linken und der Jüngste zur rechten: Da pickten die Tauben jedem das andere Auge aus. Und waren sie also für ihre Bosheit und Falschheit mit Blindheit auf ihr Lebtag gestraft.
Kommentare
alevi_kiz05@hotmail.de schrieb am 2010-04-15 15:37:33:
ich fand das nicht so gut
Kübra schrieb am 2009-09-24 12:47:46:
omg diese Geschichtre ist voll zu Lang ja und es ist überhaupt nicht schön
Lea Keller schrieb am 2009-09-20 11:59:32:
Ich finde es nicht so gut.
stefan schrieb am 2009-06-03 18:09:47:
das ist lang weilig
lol@t-online.de schrieb am 2009-05-07 19:04:04:
sehr gut aber auch ein bissle langwelig und zu lang
seval11@hotmail.de schrieb am 2009-02-09 17:17:08:
also ich find die geschichte sehr gut und interessant
presens schrieb am 2009-01-26 19:37:22:
präteritum und presens
Nadine schrieb am 2008-11-09 22:10:03:
ich kenne sie anders....sonst ganz schön
Vio schrieb am 2008-03-13 15:31:56:
also von der Formulierung eig. ganz ok aba i-wie auch langweilig
rammstein_sl11@hotmail.com schrieb am 2007-10-26 04:55:49:
Ich bin Santiago aus Argentinien, und ich habe die Geschichte hier im Argentinien, in ein deutschesprachkurs gelessen. Ich finde die Geschichte sehr gut und interessant!!.
Mira schrieb am 2007-02-04 11:32:02:
Ich muss hausaufgaben machen und das soll heißen Aschenputtel und der böse prinz aber dazu ist das glaube ich zu lang aber ich drucke mal aus
spitzenmami@aol.com schrieb:
Super gute Geschichte, auch von der Formelierung her, echt spitze geworden, mach weiter so!!!
eumel-appen@t-online.de schrieb:
Von der Formulierung her o.k., aber nicht sehr originell. Es ist doch haargenau das Aschenbrödel-Märchen, nur mit umgedrehten Geschlechtern.
Gruß, Judith
Diddle14121990@diddlpost.de schrieb:
Also ich fand das Märchen nicht so gut ich hätt mir eine eigene Geschichte ausgedacht aber die formelierung war total gut kannst ja mal eine eigene Schreiben die du dir alleine ausgedacht hast.
hsnn@ggk.de schrieb:
ist cool
Kommentar hinzufügen