:: Streit bis zum Ende ::
von
Ðôµínìk
Raphael hatte ein sehr beunruhigendes Gefühl, als er heimlich das
großräumige Schlafzimmer seiner Eltern betrat. Sein Blick schweifte vom
Kleiderschrank, der unmittelbar neben der Tür stand, über den Spiegel und
das Doppelbett und verharrte schließlich auf der Kommode. Er hoffte nicht,
das zu sehen, was er befürchtete und zwang sich langsam, die kleine hölzerne
Schublade zu öffnen. Raphaels Hände berührten schon den Knauf, als er
plötzlich Schritte vernahm. Schnelle und laute Schritte, gefolgt von
Beschimpfungen, Drohungen und Beschuldigungen. Er war sich im Klaren, dass
es seine Eltern waren, die sich erneut stritten und bekam es nun wirklich
mit der Angst zu tun. Halb in Panik geraten suchte er ein geeignetes
Versteck und sah als einzigste Möglichkeit den Kleiderschrank. Seine Füße
trugen ihn hastig zur Schiebetür und er glitt geräuschlos in das Innere.
Raphael hatte gerade die Schiebetür zugezogen, als auch schon die Zimmertür
aufschwang und der Streit nun deutlicher zu hören war. „Wie oft habe
ich dir gesagt, dass du den Wagen nicht offen in der Einfahrt stehen lassen
sollst?!“, schrie sein Vater lauthals und ebenso laut schrie dessen
Frau zurück: „Ich war höchstens für fünf Minuten weg, um etwas Geld zu
holen und dann einkaufen zu fahren!“ „Und das schien jemandem
lange genug gewesen zu sein, um in den Wagen zu steigen und auf nimmer
Wiedersehen zu sagen!“, brüllte er noch erzürnter.
Dies alles hörte und sah Raphael, während er durch einen kleinen Spalt
blinzelte. Es war nicht das erste Mal, dass sich seine Eltern so dermaßen
stritten und er hatte Angst, dass etwas Schlimmes passieren könnte.
Er beobachtete den immer heftiger werdenden Konflikt eine geraume Weile.
Schließlich fiel der entscheidende Satz von Raphaels Vater: „Ich lasse
mich scheiden!“
Voller Wut über diese Aussage sprang seine Frau zur Kommode, riss die
Schublade auf und holte den Gegenstand heraus, den Raphael befürchtet hatte
zu finden. Sie zögerte einige Sekunden, die ihr Mann nutzte, um seine
letzten Worte zu sprechen: „Es war doch alles nicht so gemeint!“
Raphael konnte gerade noch einen Aufschrei verhindern, als sich ein Schuss
aus der Pistole löste und sein Vater leblos zu Boden fiel. Für ihn spielte
sich dieser Vorgang in Zeitlupe ab und umso schrecklicher war es für ihn.
Kurz darauf weitete sich eine Blutlache um den auf dem Parkett liegenden
Leichnam aus und Raphael hörte, wie die Waffe auf dem Boden aufschlug. Dann
vernahm er die schluchzende Stimme seiner Mutter, die immer wieder
wiederholte, dass es ihr leid tat und sie es nicht so wollte.
Raphael konnte nicht anders und zog die Schiebetür instinktiv zurück. Seine
Arme umschlangen seine Mutter und auch er fing laut an zu weinen, wobei er
sich fragte, warum dies passieren musste.
Kommentare
Angela schrieb am 2007-11-20 21:38:42:
Ich finde die Geschichte gut
simbo schrieb am 2007-03-07 17:04:47:
soeine gute geschichte wow da fragt man sich wenn raphael die pistole gefunden hete were alles nicht so gekommen
michi schrieb am 2007-03-07 16:46:20:
gute geschichte, hat mir sehr spass gemacht sie zu lesen
katrinsauerland@yahoo.de schrieb am 2007-02-28 20:11:10:
es ist ne tolle geschichte
Jacqueline schrieb am 2007-02-08 16:36:36:
Ich finde die Geschichte eigentlich sehr gut! Sie regt dazu an, sich gedanken über das Geschehene zu machen und verleitet einen dazu sich einen Schluss auszudenken! Nicht schlecht!
J schrieb am 2006-03-21 17:31:27:
Find ich nicht gut. Ist übertrieben, dass sie ihn gleich erschießt. Irgendwie uninteressant. Keine Spannung da.
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