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Kategorien > Gedanken > Schmerz

… und doch, ich sehe Dich!

von Basther

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Siehst du das, was ich sehe, sagte eine Stimme zu mir. Sie meinte weiter, wenn du das siehst bist du tot…

Was ist geschehen? Ich sehe nur ein leeres Bett vor mir. Vorhin war es doch noch belebt. Zwar nicht lebendig, aber belebt. Ich höre dich atmen, doch du atmest nicht.
Ich höre deine Stimme, doch du sprichst nicht.
Ich möchte es nicht vergessen. Ich möchte es beibehalten. Jeden Moment. Jede Sekunde.
Ich möchte mit der Zeit verschmelzen. Sie nicht vergessen. Festhalten.
Doch, sie wird mir entrinnen. Langsam, aber stetig.
Zuerst der Geruch, dann die Geräusche.
Aber niemals du.
Du bleibst.
Du lebst in mir weiter, genau wie ich anfangs in dir gelebt habe.
Du hast mir das Leben geschenkt, doch ich konnte deins nicht beibehalten.
Doch der Regen wird aufhören.
Die Wolkendecke wird aufbrechen.
Du wirst mein Stern am Himmel sein, der mir den Weg leuchtet.
Ach wenn ich meinen Weg von nun an allein gehen muss, so trage ich dich immer mit mir.
Doch es ist zu früh. Ich habe Angst zu stolpern. Ich weiß doch gar nicht, wie ich den Weg gehen soll. Wo lang? Wie lange?
Bitte trage mich doch wieder.
Halte mich in deinem Arm und sage: Es wird schon wieder…
Doch es wurde nicht wieder.
Du…
Nichts wird mehr.
Doch es muss weiter gehen. Immer weiter voran. Ein Schritt vor den anderen. Ein Jahr nach dem anderen.
Jahreszeiten kommen und gehen.
Warum bist du keine Jahreszeit?
Doch von nun an bist du jede Jahreszeit. Frühling. Sommer. Herbst. Winter.
Ich sehe dich vor mir.
Du kannst gehen waren meine letzten Worte und du bist gegangen. Hast gekämpft. Hast verloren. Hast genug gekämpft. Hast keine schmerzen mehr. Hast gewonnen.

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Kommentare

Wolfgang schrieb am 2006-12-06 17:40:00:
Gefällt mir!

LG
Wolfgang
Lucie Li schrieb am 2006-11-29 07:40:10:
Sehr ergreifend. Gänsehautfeeling. Du hast meiner Meinung nach ein großes Talent dich auszudrücken und eine
große Portion Gefühl mit in deine Werke zu transportieren. Gefällt mir sehr.

Liebe Grüße Lucie
Shenna schrieb am 2006-11-15 22:50:22:

Hola,
persönlicher schmerz ist so unnahbar für den rest der welt, aren´t affair to die,
echt, diese gedanken sind sehr ergreifend, muss ne schlimme zeit gewesen sein. tut beim lesen weh...
ein paar gedanken zum text
"..wenn ich mich an dein unnachgiebiges versprechen erinnere, an das letzte jahr, den letzen tag mit schnee,
beginnt es schmelzen und in meine hände über zulaufen, ich hatte die gewalt des schnees in meinen Händen."

asta, Shenna
*violated_soul* schrieb am 2006-10-25 16:16:25:
Hey! Also erst mal vielen Dank für die positiven Kommentare zu meinen Geschichten! =) Ich schreibe wirklich gerne, aber oft fehlt mir die Zeit dazu...oder ich weiß nicht so recht, was ich schreiben soll...ich meine, Themen hätte ich schon genug, aber da ich noch zu Hause wohne, habe ich immer Angst, dass das jemand mitbekommen würde, weil die doch sehr sehr destruktiv sind...

Also zu deinen Geschichten möchte ich sagen, dass sie mir bisher (habe noch nicht alle gelesen) auch sehr gut gefallen. Diese Geschichte drückt sehr gut eine sehr tiefe Trauer aus, wie ich finde...sehr traurig, aber auf eine schöne Art...wobei ich sowas gar nicht gut lesen kann...ich werd da doch immer gleich so melancholisch...

viele liebe grüße und weiter so!
Stern schrieb am 2006-10-19 18:43:25:
Hallo

Deine Geschichte ist sehr gefühlvoll und voller Trauer, aber nicht voll Bitterkeit. Das macht die Geschichte so traurig sie ist auch gleichzeitig wirklich schön.

Ich wünsche dir Kraft udn Mut, noch mehr deiner Gedanken aufzuschreiben, denn das befreit.

Lg, Stern

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