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Kategorien > Abschied > Abschied

abschied nehmen

von nisa

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abschied nehmen
elf jahre lebte ich nun in dem dorf, in dem ich nie richtig glücklich war. immer wieder dachte ich über einen umzug in meine stadt nach.
alles ist gekommen, wie die kartenlegerin mir sagte. beziehungsscherben, krankheit, single. viel heimweh. sie sagte mir, wenn ich mich für den umzug entscheide lerne ich meine grosse liebe kennen. an die liebe glaubte ich nicht mehr. ich fühlte mich wohl als single mit kind.
da stand er plötzlich vor mir, in meiner stammkneipe, er war der neue besitzer.
er musterte mich, starrte mich an, wir hatten direkt einen draht zueinander, konnten uns super unterhalten. ich habe nie daran gedacht mich zu verlieben, wollte keinen freund und er hatte eine freundin. eine sehr nette dazu, die er auch sehr lieb hatte. die beiden sahen sich nicht sehr oft, sie lebte in der stadt, er hatte viel mit dem laden zu tun.
ich bekam immer einen begrüssungs und einen abschiedskuss. wir flirteten, ohne dass wir eine ahnung davon hatten, andere unterstellten uns eine affäre. es war wie magie zwischen uns. aber wir taten, als wär nichts. es war ja auch nichts, ausser der magie. ich genoss jede sekunde mit ihm. er war mein freund. ich war sein freund. freunde die lachten, redeten und schweigen konnten. dachte ich. manchmal war ich mit ihm allein in der kneipe, diese zeit haben wir genossen. wir haben sehr viel über gefühle geredet, aber nie über unsere gefühle zueinander. als sein vater starb, hielt ich seine hand und wischte seine tränen weg. berührungen mit ihm lösten gefühle in mir aus, von dessen existenz ich nichts wusste. was da zwischen uns war, konnte nicht unbemerkt von ihm sein . ich kämpfte dagegen an, den schmerz beim verlust dieser einzigartigen gefühle wollte ich nicht erleben.
mit der erkenntnis, dass ich verliebt bin, kam die erkenntnis, dass ich weg muss.
als ich ihm meine umzugsentscheidung erzählte, fragte er mich, was er denn ohne mein lachen machen sollte. er wirkte traurig. also schenkte ich ihm einen lachsack.
ab da legte er jedesmal, wenn ich den laden betrat, feel von robbie williams auf. dieses lied passt zu dir, sagte er einmal zu mir. wie gern hätte ich ihn da in den arm genommen. aber er hat eine freundin.
ich zog in die stadt, fuhr aber sehr oft ins dorf, hatte heimweh wie sau, bereute den umzug in die stadt. suchte immer wieder den kontakt zu ihm. er freute sich jedesmal, baute mich auf. war einfühlsam, motivierte mich. kein mensch dieser welt erkannte mich so, wie er es tat.
nach der trennung von seiner freundin, gestand ich ihm meine liebe. ich war betrunken und total cool dabei. samtherz und die worte ich bin seit zwei jahren in dich verliebt, hauten ihn vom hocker , machten ihn sprachlos. ich knallte ihm noch ein paar dinge um die ohren, auch, dass ich nun nie wieder kommen werde, sprachs aus, ließ ihn stehen, kapselte mich ab. acht monate ließ ich mich nicht blicken. er auch nicht.
ich hielts nicht länger aus. jeden tag musste ich an ihn denken. mit klopfendem herzen , überwindete ich mich und fuhr zu ihm. er kam lachend auf mich zu, nahm mich in den arm, küsste mich und sagte, dass ich sehr hartnäckig bin. und alles begann von vorne. wir sahen uns oft, wenn das gespräch auf meine beichte kam, blockte ich ab. ich blockte total. oder er? irgendetwas war kaputt.
ich zog noch einmal um, blieb aber in der stadt. er half mir beim umzug, wie ein bester freund es tut. er behandelte mich wie ein verliebter mann. viele sprachen mich auf die nähe zwischen uns an.
so geht es nun fünf jahre lang. wir sehen uns, drahten uns an, gehen unsere wege. seit einiger zeit geht er mir aus dem weg. keine magie.
ich leide wie ein hund. mein gefühl für ihn ist so tief, das es wehtut. genau das wollte ich nicht. immer wieder denke ich an die worte der kartenlegerin, aber sie sprach nur von der grossen liebe, nicht was daraus wird.
das letzte zusammentreffen mit ihm war so fremd, ich habe danach geweint.
geweint um einen mann, den ich nie hatte.

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