allein?!
von
Anna Kondraschenko
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Sie bemerkte schnell, dass sie nicht zu Hause war, als sie ihre Augen öffnete. Sie sah sich angeschlossen an Geräte und Schläuche. Sie bekam Panik. Ihr Puls raste, doch dann nahm sie jemand bei der Hand und sie wusste, es wird alles wieder gut. Er blickte von dem Besucherstuhl zu ihr auf und sie versank in seinen grünen Augen. Es war ihr Freund, welcher sie mit ermutigenden Worten versucht hatte wieder zu beruhigen. „Es wird alles gut. Ich verspreche dir, dass du bald wieder gesund sein wirst!“ „Was ist denn passiert?“ fragte sie nach kurzem Überlegen. Auf einmal ging die Tür auf und eine Frau im weißen Kittel trat ein. „Du kannst deine Freundin Morgen wieder besuchen. Sie ist noch sehr schwach und braucht jetzt viel Ruhe.“ entsprang ihren vollen Lippen. „Aber was ist passiert? Wieso bin ich hier?“ wollte sie vor seinem Gehen wissen. „Sag doch was!“ rief sie. Er wischte sich eine Träne aus dem Gesicht, gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn und verschwand zusammen mit der Krankenschwester hinter der Tür. Es überkam sie ein tiefer Schlaf. In ihrem Traum fand sie sich in ihrem Zimmer vor, während sie am Schreibtisch saß und Gedichte verfasste. Auf einmal hörte sie einen fürchterlichen Streit ihrer Eltern. Dies stand mittlerweile schon am Tagesplan. Eine Träne kullerte über ihre zarte Wange und verwischte eine Silbe auf dem Papier. Es folgten weitere. Doch dann stand sie auf, nahm ihre Jacke und ging zur Tür hinaus. Der Wind peitschte die Bäume aus und der Regen fiel aus allen Wolken. Es war eine stürmische Nacht. Sie stand alleine im Regen. Und es war gut so, denn niemand konnte ihre Tränen erkennen, die sie geweint hatte, weil sie allein war. Sie wollte nur noch davon rennen. Sie konnte die täglichen Streitereien ihrer Eltern nicht mehr ertragen. Es war genug! Seit sie zurück denken konnte, waren ihre Eltern auf Kriegsfuß. Ihr fiel plötzlich ein, dass ihr mp3-Player in ihrer Jackentasche war. Also stöpselte sie schnell die Hörer in ihre Ohren und drehte die Lautstärke voll auf. Dann wachte sie wieder auf. Sie spürte auf einmal den unerträglichen Schmerz auf der rechten Seite, da die Wirkung der Schmerzmittel nachgelassen hatte. Sie war schweißgebadet und ihr Herz schlug immer höher. „Beruhigen Sie sich doch bitte!“ sagte eine ernste Männerstimme. Es war der Stationsarzt. „Sie haben nur schlecht geträumt. Das ist normal, wenn man so einen Unfall hinter sich hat. Sie hatten sehr viel Glück!“ versuchte er sie zu beruhigen. „Unfall? Liege ich deshalb hier? Was ist genau passiert?“ fragte sie den Mann aus. „Du bist bei rot über die Straße gelaufen. Bei dem Gewitter ist es dem Fahrer nicht gelungen in der kurzen Distanz zu bremsen.“ Erwiderte der Doktor. „Was ist mit dem Fahrer? Geht es ihm gut?“ wollte sie unbedingt wissen. „Der Fahrer hat nur eine Platzwunde am Kopf und ein paar blaue Flecken abbekommen.“ Entgegnete der Arzt. „Deine Werte sind stabil. Wenn das so weiter geht, kannst du bald wieder nach Hause!“ versprach ihr dieser. Er hatte sie wieder alleine gelassen. Sie verfiel in einen Traum. Erneut stand sie im Regen mit Kopfhörern in den Ohren, welche laute Musik gespielt haben. Sie beschloss ein paar Schritte zu gehen. Dann rammte sie ein Auto und sie ging ruckartig zu Boden. Das Atmen fiel ihr schwer. Dann auf einmal wurde ihr schwarz vor Augen. Sie wachte erst am nächsten Morgen wieder auf. Sie sah ihren Freund im Besucherstuhl. Er muss wohl beim Warten eingenickt sein. Sie versuchte sich aufzurichten und davon wurde er wach. Nun bemerkte sie die Verletzung an seinem Kopf. „Wie hast du dir denn diese Wunde zugezogen?“ fragte sie neugierig. Er fing an ihr die ganze Geschichte zu erzählen. „Am Abend des Unfalls habe ich versucht dich anzurufen. Es klingelte, doch du gingst nicht an dein Telefon. Ich beschloss zu dir zu fahren, denn ich musste dich sehen! Die Straße war bei dem Sturm unberechenbar, aber ich würde schon vorsichtig fahren, redete ich mir ein. Die Ampel an der Kreuzung kurz vor deinem Haus war grün. Doch dann kamst du wie aus dem Nichts hervor. Ich habe gehupt wie verrückt, doch du zeigtest keine Reaktion auf meine Signale. Ich trat auf das Bremspedal und geriet ins Schleudern. Es tut mir ja alles so leid. Ich wollte dich doch nur in meiner Arme schließen. Du solltest wissen, dass ich dich liebe und immer für dich da sein werde. Ich konnte ja nicht ahnen, was geschehen würde.“ Erzählte er ihr, während ihm Tränen über die Wangen liefen. Sie strich ihm diese vorsichtig aus dem Gesicht, nahm seine Hand und drückte sie fest an sich. Dann sagte sie leise „So lange du bei mir bist, ist alles gut. Das hast du mir doch versprochen!“
Kurz Darauf brach ihr Kreislauf zusammen. Die Ärzte haben alles in ihrer Macht stehende getan um sie noch zu retten, aber es war nicht genug. Sie starb an inneren Blutungen.
Er stand jeden Tag an ihrem Grab, wie versprochen. Es war gut so, denn sie musste nie mehr weinen, weil sie allein war.
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Kommentare
anna k. schrieb am 2010-04-07 15:19:51:
also ich wusste nicht genau welchen titel ich nehmen sollte...vlt hat einer von euch ja eine idee was besser passen könnte =)
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